Battle 2014 /// It is not just you – Digital überall

Die Personen die heute über die Veränderungen der Medienbranche besorgt sind, sind dies nicht nur wegem kostengünstigem Livestreaming, Oneshoot Video, iPhone Produktion oder 4K. Es ist die Digitalisierung der Videobranche, die eine enorme Veränderung mit sich bringt und alle Produktionsstufen betrifft. Hier ändern sich keine Teilbereiche sondern alles ändert sich.

Dieser Prozess ist ein Teilprozeß der allgegenwärtigen Digitalisierung. Und ein Beispiel für die enormen Veränderungen durch die Digitalisierung ist die NSA Affäre.
Es war bis vor wenigen Jahren undenkbar die gesamte Weltbevölkerung abzuhören und die gigantische Datenflut abzuspeichern und dann auch noch auszuwerten.
Genauso wenig wie es denkbar war, dass ein neuer, höherwertiger Videostandard nicht von Broadcaster implementiert wird.

Fussball Bundesliga FC Bayern MŸnchen - Borussia Dortmund 09

Testlauf der Ultra Hd Kamera bei Sky


4K
Zeigt im Grunde vier HD-Bilder, zwei nebeneinander und dann noch zwei darunter. Also statt 1980×1020 sind es dann 3960×2160 Bildpunkte.
Das hört sich harmlos an, hat aber eine große Bedeutung. Die Bilder sind nochmals deutlich schärfer als bei HD. Auch wenn es in der Branche heiß diskutiert wird und bei weitem nicht alle von der Durchsetzungskraft von 4K überzeugt sind, so denke ich das es klar ist das dieses Format auch kommt. Die Gründe dafür sind:
– Es gibt kein Vergleichsformat.
– Die Kameraseite ist demnächst mit der Blackmagic 4K sehr gut aufgestellt. Motto: Preiswert in 4K produzieren.
– Die Empfangsgeräte sind für unter 1.000 € bei Amazon zu bestellen.
– Die Nutzer möchten höhere Auflösungen und werden sich in diese Richtung bewegen. Sobald Kameras für mehr Inhalte sorgen werden auch die Betrachter in Richtung 4K Inhalte gehen und zwar im Internet
Prognose:
4K kommt im Internet. Das erste Format welches nicht über Broadcaster eingeführt wird. Ausnahme: Sky Deutschland
Samsung UHD TV

Samsung UHD TV


Fazit
Die Digitalisierung der Medienwelt bringt enorme Veränderungen mit sich. Deshalb sollten die Profis und die Video-Autonome sehr gut aufpassen, was und wer sich in welche Richtung bewegt. Den wenn sich etwas beschleunigt verändert, dann ist auf einmal eine Technik, ein Gerät oder eine Dienstleistung nicht mehr gefragt. Wichtig ist es die Veränderung zu sehen, sich auf sie einzustellen und die Chancen darin zu suchen. Dann klappt das auch mit der Digitalisierung.

Dies ist mein abschließender Beitrag zur Battle 2014. Meinen herzlichen Dank an Gunnar Sohn für seine sehr interessanten Beiträge.

SCHNITTPUNKT UG

SCHNITTPUNKT UG

Battle 2014 /// Kampf der TV-Kulturen: Klassisches Fernsehen versteht nichts vom Internet

Autor: Gunnar Sohn

Beim Jedermann-TV via Hangout on Air, dem Einsatz von Smartphones im mobilen Journalismus und bei der Experimentierfreudigkeit der Youtube-Szene ist es klar, was Thomas Nowara von Schnittpunkt in unserem kleinen Medien-Battle zum Ausdruck bringt: Viele alte Hasen der Medienbranche haben Angst um ihren Job, “auch weil viele neue Marktteilnehmer mit guten Ideen auf den Markt drängen und sich damit auch durchsetzen werden.”

Und dabei geht es gar nicht um das technische Equipment: Viel entscheidender, lieber Thomas, sind die kulturellen Unterschiede, die auch beim zweiten Bewegtbild-Stammtisch im Kölner Startplatz deutlich wurden: TV-Leute, die Internet machen oder machen wollen, können es nicht und die Youtube-Szene, die im Internet abgefeiert wird, will mit den Fernsehleuten nichts zu tun haben, wie es Friedhelm Bixschlag, Geschäftsführer der Kölner MMC-Studios, in seinem Vortrag deutlich sagte. Hier gibt es einen großen Spagat, der einfach von den TV-Produzenten nicht verstanden wird:

Casting-Gedöns und Beton-Verkäufer

“Die Internet-Plattformen brauchen das Fernsehen nicht, aber das Fernsehen braucht das Internet”, so Bixschlag. Der Kostendruck auf der Produktionsseite im klassischen Fernsehen sei gewaltig. Man braucht sich ja nur die Infrastruktur von MMC anschauen. Ein 15-Hektar-Gelände mit 19 Studios und über 26.000 Quadratmetern Studiofläche. Eine Produktion wie die Live-Shows von DSDS verlangt den Einsatz von bis zu 25 Kameras und 150 bis 200 Mitarbeitern. Und nur die großen Shows lasten diese Studios wirklich aus. Content-Innovationen, die über das Casting-Gedöns hinausgehen, sind im TV-Geschäft eher Mangelware. Experimentierfreudigkeit und Geduld bei der Entwicklung von neuen Formaten sind im Privatfernsehen kaum vorhanden. Bixschlag muss seinen Beton (Formulierung stammt vom MMC-Geschäftsführer) – also seine Studios – in ein neues Zeitalter bringen. Es müsse mehr Geld in wirklich guten Content gesteckt werden. Die Qualität der Internet-Produktionen, die Christoph Krachten von MediakraftNetworks beim Bewegtbild-Stammtisch präsentierte, habe ihn beeindruckt, so Bixschlag.

Vor allem im Vergleich zu den Moderationen, die in seinen Studios über die Bühne gehen. Krachten skizzierte die neuesten Youtube-Trends und die gehen in Richtung Information sowie Nachrichten. Etwa die Videos von LeFloid. Herzerfrischend finde ich seine Attacke gegen die GEMA:

Sehr vielen klassischen Fernsehmachern fehlt das Mindset, um die richtigen Antworten für die Graswurzel-Bewegung des Netzes zu finden, so Markus Hündgen vom Webvideopreis. Es sei mehr als ein Handwerk nötig, um Bewegtbild zu produzieren. Es sei eine andere Herangehensweise, eine andere Denke und ein anderes Feeling, die bei den Youtube-Stars zum Ausdruck kommen. Warum wandern millionenfach junge Menschen zu Plattformen wie Twitch.tv ab, um sich live die Pro-Gamer von „Starcraft” oder „League of Legends” anzuschauen? Auf dem StreamCamp in Köln gaben Constantin Sohn (der Sohn vom Sohn) und Dominik Warwass eine deftige Antwort.

„Wetten, dass..?”-Fernsehen vor der Ablösung

Die Pläne von ARD und ZDF zur Gründung eines neuen Jugendsenders seien nur noch Verzweiflungstaten. In der Gaming-Szene hätten diese Sender eh nichts zu bestellen. Serien, Filme oder Berichte über Computerspiele schauen die beiden Twitch.tv-Experten schon lange nicht mehr in der Flimmerkiste. Hier steht das „Wetten, dass..?”-Fernsehen vor der Ablösung.

Veränderungen sieht man auch in der Unternehmenskommunikation, wie Agrarblogger Hannes Schleeh mit dem kleinsten Ü-Wagen der Welt auf der größten Hallenmesse Agritechnica unter Beweis stellte. „Messemarketing mit bewegten Live-Bildern wird immer wichtiger, aber auch einfacher. Wo früher riesige Übertragungswagen mit mannshohen Satellitenschüsseln und enorm teures Equipment im Einsatz waren, genügt heute ein schneller Internetzugang über LAN, WLAN oder LTE, um die Livebilder ins Internet zu stremmen.”

Die Sendungen fanden im Stundentakt statt und wurden direkt auf der Startseite der Messe eingebettet. Schon nach drei Tagen hatten die YouTube-Clips über 40.000 Abrufe erreicht. Mit schwerer Technik ist das nicht machbar.

Wer beim Weckdienst für Echtzeit-Kommunikation dabei sein möchte, ist herzlich eingeladen, beim StreamCamp14 mitzumachen – am 15. und 16. November 2014 in München.

Gunnar Sohn auf Twitter folgen: www.twitter.com/gsohn

SCHNITTPUNKT UG

SCHNITTPUNKT UG

Battle 2014 Autonome Missverständnisse

Autor: Thomas Nowara

Die Geschichte der Videotechnik der letzten 20 Jahre steckt voller Revolutionen und anderer Schlagwörter. Jetzt sind es die Autonomen, und auch ich habe diesen Begriff das erste Mal in Deinem Artikel gelesen, lieber Gunnar.
Als Autonome werden heute Mitglieder bestimmter unabhängiger linksradikal-libertärer beziehungsweise anarchistischer Bewegungen bezeichnet. Autonome Gruppen sind in Bezugsgruppen organisiert. Untereinander bestehen lose Verbindungen und Netzwerke. Die Autonomen streben danach, auch unabhängig von der bestehenden Gesellschaftsordnung, selbstbestimmte Freiräume zu schaffen. Im Allgemeinen verfolgen sie antiautoritäre, sozialrevolutionäre und dem Anarchismus nahestehende Ideale. (Quelle: Wikipedia)
Auch ich habe den Begriff der Revolution schon oft benutzt. Als Ausrede könnte ich anführen, dass wir auch schon extreme Veränderungen gesehen haben, der Wechsel von analog zu digital, Betcam SP zu DV aber auch die iPhone Produktion. Und auch die jetzige Begrifflichkeit kann ich verstehen, habe ich doch ein Bootcamp über Livestreaming besucht und die sogenannten Autonome kennengelernt.

Kameramann Rainer Friedrich_Teleprompterr

Kameramann Rainer Friedrich_Teleprompter

Missverständnisse
Es gibt zum einen die alteingesessenen Medienschaffenden, Kameraleute, Regisseur, Tonmeister- oder assisten, usw. Und nun gibt es Menschen die als Quereinsteiger die Bühne betreten und ihre Geschäftsideen umsetzen möchten: Liveübertragung, früher ein teurer Job der mit viel Aufwand betrieben wurde. Personalintensiv und mit der deutschen Telekom als Zulieferer. Google hat mit dem Hang Out alles verändert, nun ist Live Streaming für ganz kleines Geld möglich.

SCHNITTPUNKT OpenHouse

SCHNITTPUNKT OpenHouse

Und es ist klar, dass viele alten Hasen Angst um ihren Job bekommen und gleichzeitig viele neue Marktteilnehmer mit guten Ideen auf den Markt drängen und sich damit auch durchsetzen werden.
Was nun SCHNITTPUNKT und mich angelangt. Ich bin stolz darauf ein innovatives Unternehmen zu führen.

OpenHouse_Google Hang Out

OpenHouse_Google Hang Out

Wir haben nicht jeden Trend richtig eingeschätzt, aber die Video-Produktion auf dem iPhone begleiten wir seit dem iPhone 3, wir sind also seit ca. vier Jahren dabei. Als Journalist habe ich darüber geschrieben. Legendär ist der Artikel: Neuland betreten, erschienen in Videofilmen 2/2011. Als Trainer habe ich darüber Seminare abgehalten und Medienmenschen in zwei Tagen die Erstellung von Filmen beigebracht. Als Filmemacher habe ich Filme damit erstellt und Praktikanten die komplette Produktion auf dem iPhone gezeigt sowie Broadcaster auf den richtigen Weg gebracht. Und als Distributor haben wir unterschiedliche, wegweisende Produkte nach Deutschland gebracht. Beispiele dafür sind, iPro Lens von Schneider Optics, aktuell die besten Optiken für das iPhone. Oder der EnCinema Adapter – ein 35mm Filmadapter für das iPhone. Ja wirklich Kino auf dem iPhone. Also wir sind OLD and NEW SCHOOL.

iPhone Produktionseinheit

iPhone Produktionseinheit

Und wenn ich jetzt bei der Livegeschichte nicht in grenzenlosen Jubel ausbreche, dann deswegen weil wir diese Studios heute schon planen und anbieten. Und dabei sehe ich, dass wir in Grenzbereiche kommen die wir bisher nicht betreten haben. Und das auch aus guten Gründen. Kunden die bei uns ein System kaufen, sollen ein robustes, langlebiges Studio erhalten. Und da sind wir an den kritischen Punkten oder wie man sagt: Der Teufel steckt im Detail. Da ist die Consumerkamera bildmäßig vielleicht genauso gut wie die Profi. Aber die Anschlüsse gehen 10 x so schnell kaputt. Der Profi Anschluss für HDSDI ist ein BNC, der gesteckt und verriegelt wird. HDMI wird einfach gesteckt. Etwas Zug auf beide Anschlüsse ausgeübt hat unterschiedliche Ergebnisse zur Folge. Der BNC-Anschluss ist unkritisch, beim HDMI-Anschluss ist damit zu rechnen, dass er entweder einfach nur rausgezogen wird. Schlimmer ist, die Kamera geht defekt. Findet dann die Übertragung nicht statt, gibt es bestimmt Ärger. Das muß man wissen, dann kann man sich darauf einstellen und wird die Kamera (mit HDMI-Anschluss) eben möglichst nicht bewegen.
Mein Fazit
Ich kann verstehen wenn man möglichst viel Geld bei der Anschaffung von Produktionsmittel sparen will. Zudem kann man mit absoluten Low Cost Equipment produzieren. Vielleicht mit mehr Fehlern. Ob man sich das leisten kann, wird jeder für sich entscheiden müssen. Was SCHNITTPUNKT anbelangt, wir bieten eine breite Pallete an i- und Smartphone Produkten an. Und im Livebereich bieten wir Komplettstudios aber auch Zubehör wie etwa Greenscreen, Kameras, Stative und alles was zur Ausstattung nötig ist.
Um keine weiteren Mißverständnisse aufkommen zu lassen. Wir planen nach Kundenwunsch. Wenn der Kunde etwas preiswert möchte, bekommt er es preiswert. Wenn er unsere Beratung will, dann gibt es die dazu. Vielleicht hört er auch einmal einen Satz den er nicht hören will, aber besser am Anfang ehrlich beraten als später viel Ärger für den Kunden und damit auch für uns.
Gunnar, wir sind gerne bereit spezielle Technik-Pakete für die Livestreaming-Szene auf zu nehmen. Zudem möchte ich die Szene bitten sich mit Produktvorschlägen an uns zu wenden, wir arbeiten gerne mit Euch zusammen.

verleih-vertrieb

Battle 2014 /// Vorankündigung: Buch über Live Produktion

Gestern (4.2.2014) erreichte mich folgende Mail meines aktuellen Kontrahenten, Gunnar Sohn. HERZLICHE GRATULATION!

Heute kam die Benachrichtigung des Verlages.

Da werden wir in den nächsten Wochen und Monate einige Experteninterviews führen – das schon mal als “Vorwarnung”. Wir würden uns natürlich über Anregungen und offene Türen für Fragen sehr freuen.

In den nächsten Wochen gibt es noch konkretere Infos über Inhalte. Hier schon mal die Verlags-Ankündigung (es geht natürlich um mehr, virtuelle Pressekonferenzen, Netzwerk-Effekte in der Kundenkommunikation, mobiler Journalismus, gibt es einen Trend zur neuen Mündlichkeit und Visualisierung und, und, und):

Web TV wird gegenüber dem klassischen TV mehr und mehr autonom. Mit Streaming-Diensten wie Hangout on Air steht nun die technische Basis für „Jedermann-TV“ bereit. Es sind vor allem die Journalisten und die Profis aus der Kommunikationsbranche, die die Vorteile des Live TV für sich entdecken: Themen und Infos in Echtzeit übers Internet zu übertragen.

Was in der Streaming-Wundertüte alles steckt, zeigen Ihnen die Streaming-Experten Hannes Schleeh und Gunnar Sohn in diesem Ratgeber. Aus ihrer Praxis beschreiben sie, wie Sie als Medienprofi professionelle Live-Sendungen mit Google Hangout On Air erstellen können. Verschiedene Einsatzszenarien werden Ihnen Ideen vermitteln, wie Sie eigene Formate entwickeln und umsetzen. Die Techniken werden ausführlich erklärt, genauso wie Inhalte und Themen. Beispiele von Live-Sendungen, Schritt für Schritt-Anleitungen, Tipps und Checklisten helfen Ihnen bei der Umsetzung.

– Web TV: das neue starke Medium

– Google Hangout On Air: die Basis für Technik, Veröffentlichung und Verbreitung

– Ratgeber für die Erstellung professioneller Live-Sendungen

– Mit Beispielen, Schritt für Schritt-Anleitungen, Tipps und Checklisten

– Geschrieben von den Szene-Stars Hannes Schleeh und Gunnar Sohn (die müssen halt ein wenig übertreiben, gs)

Einige Recherchen und Experten-Interviews machen wir natürlich live via Hangout on Air.

Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse wird das Opus im Handel sein.

SCHNITTPUNKT UG

SCHNITTPUNKT UG

Battle 2014 /// Du solltest Technik für die TV-Autonomen anbieten, Thomas #Schnittpunkt

Ich sag mal
Fernando Savater: Das Leben ist zu kurz, um sich nicht zum Eklektizismus zu bekennen, zur Freiheit des Auswählens und Verwerfens.

Erwiderung von Gunnar Sohn der hier direkt zu erreichen ist:

Preiswertes Live Video Studio von Gunnar Sohn

Preiswertes Live Video Studio von Gunnar Sohn

Im Meinungsstreit über Medientrends 2014 mit Thomas Nowara, versucht der Schnittpunkt-Kontrahent die Livestreaming-Szene ein wenig auf den Boden der Realität zurückzuholen. Netter Versuch, aber leider ein wenig das Thema verfehlt. So schreibt Thomas:

“Über Trends kann man phantasieren. Wenn man aber wie SCHNITTPUNKT Livestudios verkauft anbietet, dann wird es real. Denn diese müssen unter den härtesten Produktionsbedingungen funktionieren – LIVE. Und die Erwartungshaltung ist da, für wenig Geld so etwas realisieren zu können. Da wir den Einsatz eines solchen Studios zu verantworten haben, lohnt es sich, ein paar Gedanken zum Thema Consumertechnik im professionellen Einsatz zu machen. Wir haben aktuell zu wenig Erfahrung, um ein abschliessendes Urteil abzugeben. Aber wir haben Bauchschmerzen wenn es z.B. um die Verwendung von HDMI-Kabel geht. Im robusten Einsatz werden HDMI-Kabel eher defekt sein als BNC-Kabel, da sie für diesen Einsatz nicht gedacht sind. An dieser Stelle sollten die Anwender zumindest über die Grenzen ihres Studios informiert sein und ihren Umgang mit der Technik darauf einstellen…Und nach dem ersten Totalausfall werden die Akteure wieder nach einer professionellen Lösung fragen. Natürlich kann so ein Livestreaming-Studio sehr preiswert zusammengestellt werden – aber ob sich das lohnt, weiß ich nicht. Wenn die ersten Schritte in diese neue Welt preiswert sein sollen und eine Geschäftsidee getestet wird, ja dann ist dieser Weg sinnvoll. Ansonsten sind wir in einem Jahr schlauer.”

So lange würde ich nicht warten, Thomas, sonst verpennst Du einen Trend, der auch für Schnittpunkt interessant sein könnte. Was sich beim Jedermann-TV abspielt, hätte man vor zwei oder drei Jahren nicht prognostizieren können. Mit relativ günstiger Ausstattung aus dem Stand Live-Sendungen auf die Beine zu stellen, Live-Schaltungen zu realisieren und ohne Ü-Wagen von unterwegs mit dem Smartphone zu berichten. Die Geräte sind robust und mit ein wenig Übung verbessern sich Ton und Bild in einer fast fernsehtauglichen Qualität. Und der Hangout on Air-Dienst ist auch noch kostenlos. Selbst die professionellen TV-Journalisten experimentieren mit diesem Equipment.

Geht es um die schnelle Übertragung von Bewegtbildern für kurze Nachrichtenfilme, so setzen auch die Fernsehanstalten immer mehr auf die Möglichkeiten des mobilen Videojournalismus im Taschenformat.

Der freie WDR-Fernsehjournalist Kai Rüsberg hat das eindrucksvoll in unserer Bloggercamp.tv-Sendung und auf dem Besser Online-Kongress des DJV skizziert.

Er nennt das OneShotVideos. Hier geht es nicht nur um die Etablierung einer neuen Filmsprache, sondern auch um die Online-First-Strategie der Sendeanstalten. Zumindest auf den eigenen Web-Präsenzen sollen TV-Nachrichten in Twitter-Länge schneller auflaufen – auch Livestreaming via Skype spielt dabei eine Rolle. So wurde eine „Handyreporter-App“ für die ARD-Sendeanstalten entwickelt. Das Programm versteckt sich in der Tagesschau-App als Unterfunktion und ist nur für die ARD-Reporter zugänglich. Über einen On Air Live-Button öffnet sich automatisch das Videoprogramm von Skype und sendet das Live-Signal auf einen NDR-Server. Vier Livestreams sind parallel möglich, die über iOS- oder Android-Geräte aufgenommen werden können. Was sagst Du nun, lieber Thomas?

Hannes und ich hatten im Vorfeld des StreamCamps bei Händlern nachgefragt, ob sie spezielle Technik-Pakete für die Livestreaming-Szene ins Programm nehmen würden, wie das auch in der Podcasting-Pionierzeit der Fall war. Kein Interesse. Das solltest Du ändern. Hannes kann Dir sagen, was die TV-Autonomen brauchen. 12 Monate würde ich an Deiner Stelle nicht warten, dann machen das andere.

SCHNITTPUNKT UG

SCHNITTPUNKT UG

Passend dazu gibt es von SCHNITTPUNKT UG unser erstes Streaming Studio Angebot.

Battle 2014 /// Livestreaming und andere Trends

Bevor ich zum Livestreaming komme, möchte ich noch auf einen anderen Trend hinweisen. Und zwar weil dieser sehr eng mit Streaming in Verbindung steht oder besser die Basis der Veränderung des Streaming Marktes ist.

Das Zusammenwachsen der Märkte

Jahrelang herbeigeredet und dann sind die meisten Marktteilnehmer doch überfordert wenn es Wirklichkeit wird. Heute sind bereits viele früher getrennte Technikbereiche zusammen gewachsen. Foto und Video, früher zwei Gebiete sind dabei immer mehr eins zu werden. Interessanterweise musste dabei die Videotechnik auf die großen Chips der Fotoindustrie reagieren. Consumer- und Profikameras sind über die Jahre zusammengewachsen, heute erreichen Consumerkameras teilweise bessere technische Werte und der Unterschied betrifft oft Handling und Anschlüße. Ein Profi braucht eben „noch“ mechanisch, stabile XLR- oder SDI-Anschlüße.

iPhone Produktionskoffer

iPhone Produktionskoffer

Telefonie, Fotografie und Filmen sind mit dem Smartphone eins geworden. Video- und PC-Technik sind heute schon so weit verschmolzen, dass oft eine Kamera bereits im Laptop integriert ist. Mit dieser Kamera kann der Anwender über Google Hang Out einen Livestreaming fahren. Wo ist das Problem? Es gibt keines und das ist das Problem! Den diese leistungsfähige Consumertechnik weckt auf der Anwenderseite enorm hohe Erwartungen und auf der Seite der Video Profis erzeugt es Angst. Angst um den Arbeitsplatz. Wird die Videobranche dem Print in den Ruin folgen und jeder macht seinen Film demnächst selbst? Auch hier bin ich optimistisch. Es kommt eine sehr große Veränderung auf uns alle zu. Und in 2014 geht dieser Prozess mit großen Schritten weiter. Aber der geht nicht in die Richtung weniger sondern sie führt zu mehr Video. Es wäre sehr interessant wenn man die Anzahl der Grafiker / Grafischen Büros vor der Einführung von Desktop Publishing und heute kennen würde. Sicher erstellen viele heute ihre Broschüren und Flyer selbst, aber die Profis im graphischen Bereich wurden nicht weniger.

Live is Life

Noch vor wenigen Jahren war Liveübertragung ein Thema nur für Experten. Doch aktuell drängt einer neuer, „frecher“ Produzentenkreis in den Ring und will, oft mit möglichst geringsten Kosten, dieses für sie neue Feld ausprobieren. Da gibt es Produzenten für „Sibirisches Schattenboxen“, Unternehmen die sich die Technik anschaffen um Firmenveranstaltung oder Messeauftritte live zu übertragen, bis zur Liveübertragung aus dem Münchner Dom. Allen gemein ist, das sie das Einzigartige des Moments nutzen um ihre Botschaft zu übertragen.

When the feeling of the people
Is the feeling of the band.
(Live is Life – Song von der Band Opus 1983)

Genau darum geht es durch die zeitliche Synchronität des Akteurs und Zuschauers zu einem gemeinsamen Gefühl zu kommen. Dann ist live, life. Den die Messe im Dom genauso wie der Boxkampf haben eine zeitlich begrenzte Dauer mit Anfang und Ende.

Google Hang Out

Für mich war das eine der wichtigsten technische Entdeckungen in 2013 und das wird in 2014 zur Wirkung kommen. Ich streife das Thema nur kurz und möchte Gunnar bitten, das vorzustellen und zu kommentieren.

Frank

Google Hang out – was ist das? Traditionell gab es bei dem SCHNITTPUNKT UG Open House Neues zu sehen. Frank Schulz ist Spezialist in diesem Bereich und kooperiert mit SCHNITTPUNKT.

An dieser Stelle ist es nur wichtig zu wissen, das Google eine Software zur Verfügung stellt die sowohl Livestreaming- als auch Konferenzsoftware ist und – das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen – die Liveübertragungen werden etwas zeitversetzt auf YouTube direkt zur Verfügung gestellt. Da steht dann wie durch Zauberhand der fertige Clip des Events sofort nach Beendigung desselben auf YouTube zur Verfügung.

When we all get the Power
We all give the best.
(Aus Live is Life, song von Opus 1983)

Livestreaming Hardware

Willkommen in der Realität. Über Trends kann man phantasieren. Wenn man aber wie SCHNITTPUNKT Livestudios verkauft anbietet, dann wird es real. Denn diese müssen unter den härtesten Produktionsbedingungen funktionieren – LIVE. Und die Erwartungshaltung ist da für wenig Geld so etwas realisieren zu können.
Da wir den Einsatz eines solchen Studios zu verantworten haben, lohnt es sich ein paar Gedanken, zum Thema Consumertechnik im professionellen Einsatz zu machen. Wir haben aktuell zu wenig Erfahrung um ein abschliessendes Urteil abzugeben. Aber wir haben Bauchschmerzen wenn es z.B. um die Verwendung von HDMI-Kabel geht. Im robusten Einsatz werden HDMI-Kabel eher defekt sein als BNC-Kabel, da sie für diesen Einsatz nicht gedacht sind. An dieser Stelle sollten die Anwender zumindest über die Grenzen Ihres Studios informiert sein und ihren Umgang mit der Technik darauf einstellen. Sonst werden die Folgeneine Beschädigungen der Kameras und eine höhere Gesamtfehlerrate sein. Und nach dem erstenTotalausfall werden die Akteure wieder nach einer professionellen Lösung fragen.
Natürlich kann so ein Livestreaming Studio sehr preiswert zusammengestellt werden aber ob sich das lohnt, weiß ich nicht. Wenn die ersten Schritte in diese neue Welt preiswert sein sollen und eine Geschäftsidee getestet wird, ja dann ist dieser Weg sinnvoll. Ansonsten sind wir in einem Jahr schlauer.
Hier sehen Sie ein Beispielsangebot der SCHNITTPUNKT UG

Battle 2014 /// TV kaputt, es lebe das Internet?

Erwiderung auf den Artikel von Gunnar Sohn:. „Vom Tod des Dalli-Dalli-Fernsehens – Jeder ist sein eigener Programmdirektor“

Wird Fernsehen sterben oder nicht? Wenn diese Frage einfach zu beantworten wäre, dann würde ich als das Orakel von Köln firmieren. Klar ist, dass ein deutlicher Wandel jetzt nicht geschieht, aber im Hintergrund viele TV-Verantwortliche über Veränderungen nachdenken. Warum muss sich das Fernsehen ändern? Das Durchschnittsalter des ZDF-Sehers beträgt 61 Jahre. Die Jugend schaut Bewegtbilder nicht mehr im Fernsehen sondern im Internet und darauf haben Private- und Öffentlich Rechtliche Sendeanstalten keine Antwort. Warum nicht? Weil sie keine wissen! Jetzt haben die jahrzehntelang nach Quote produziert und wissen immer noch nicht was ihre Kunden wollen!
Ebenfalls auf der Negativseite sind technische Entwicklungen wie 4K. Das wird nach meiner Einschätzung eher durch das Internet als durch Sendeanstalten (Ausnahme Sky Deutschland) kommen.

Sky Ultra HD Testproduktion

Sky Ultra HD Testproduktion

Aber Totgesagte leben länger oder auch:

All we hear is
Radio Gaga
Radio Goo Goo

(Song von Queen, Radio Ga Ga thematisiert die historische Bedeutung des Radios vor dem Aufkommen des Fernsehens – Wikipedia.)

You had your time.
You had your power.
You have yet to have
Your finest hour.

Die „finest hour“ war 1983, als dieser Song geschrieben wurde, schon lange vorbei. Den Höhepunkt des Radios gab es 1938 mit dem Hörspiel „Krieg der Welten“. Laut Wikipedia war die Wirkung wie folgt: „Das Hörspiel führte Zeitungsberichten zufolge zu heftigen Irritationen bei der Bevölkerung von New York, die teilweise das Hörspiel für eine authentische Reportage hielt und einen tatsächlichen Angriff Außerirdischer befürchtete.“
Radio hat sehr deutlich an Bedeutung verloren, jedoch in Nischen ist es immer noch mächtig.

Wann war die mächtigste Stunde des Fernsehens? Leider war dies der 11. September 2001. An diesem Tag schauten Millionen oder Milliarden Menschen schreckliche Bilder und wurden massengeschockt. An diesem Ereignis können wir zwei wesentliche Vorteile des Fernsehens sehen. Erstens der Übertragungsweg der Ausstrahlung erreicht auf recht einfachem Weg ein Millionen- bis Milliardenpublikum. Das heutige Internet würde über diese Datenmengen zusammenbrechen. Welcher technische Leiter eines Senders würde die Fußball-WM nur über das Internet verbreiten wollen? Ich denke KEINER!
Zweitens ist Fernsehen, auch heute noch, ein Massenmedium. Es erreicht dauerhaft, die größte Zuschaueranzahl, aller Medien. Hier haben wir die Besonderheit und die „Power“. Und es gibt viele Interessenverbände die gerne daran festhalten möchten. Die Generation 50+, die es so gewohnt ist und nichts ändern will. Die Fernsehschaffenden sowieso, sei es beim Sender, als Freier oder Auftragnehmer. Im letzten Jahr wurde mit den neuen Fernsehgebühren das öffentlich rechtliche System zementiert. Aber auch die Werbeindustrie und Politik wollen Massenmedien und werden sich für deren Erhalt einsetzen.

Also die Frage: Warum stehen Fernsehen und die handelnden Personen vor dem Aus? Diese Frage, gibt es für die nächsten Jahre nicht. Richtig ist, jetzt ist die Weichenstellung für die Mediennutzung der nächsten 10 Jahre. Doch selbst wer einfach weitermacht, als wäre nichts geschehen, wird – zunächst – am Fernsehleben erhalten. Und doch ist die Frage (Warum stehen Fernsehen und die handelnden Personen vor dem Aus?) berechtigt und eine mögliche Antwort ist: weil es keine Faszination mehr ausübt, weil die Bedürfnisse nicht getroffen werden.

Thomas Nowara (im roten Hemd) beim SCHNITTPUNKT UG Open House 2013

Thomas Nowara (im roten Hemd) beim SCHNITTPUNKT UG Open House 2013

Ich träume von einem Gerät das beides kann. Vielleicht weiß einer der Leser, ob es so ein Gerät jetzt schon gibt? Wenn ich so ein Gerät finde, wieviel meiner Zeit werde mit Fernsehen verbringen und wie schnell verliere ich die Geduld und bin es leid durch die Kanäle zu zappen und etwas für mich passendes zu suchen. Wie schnell bin ich bei Google und sage denen wofür ich mich interessiere?

Das Internet ist kein anderer Fernsehsender und Social Media besteht nicht nur aus 3 minütiges Webvideos. Aber §1 der Videoproduktion gilt auch im Netz: Du darfst nicht langweilen! Und auch wenn Social Net mit dem richtigen Mind Set betrieben wird und die Zuschauer verdammt viel schlechte Produktionsqualität ertragen, so gibt es auch hier eine Grenze wo es dann doch zu schlecht wird. Die Abwägung was will jeder einzelne noch ertragen muss jeder Zuschauer selbst fällen. So steht dann jedem Programmdirektor ein Empfangsdirektor gegenüber und Erfolg in dem neuen Medium geht dann doch wieder über das Handwerk, zu wissen was man tut, aber risikofreudiger, lebendiger vielleicht?

Radio
someone still loves you

Dem Thema Livestream werde ich einen extra Artikel widmen, der kommt schnellstmöglich. Versprochen!

Battle 2014 – Die Zukunft der Medien

Liebe Medienschaffende,
kaum eine Branche ist so wie unsere durch ständige Verbesserungen und Veränderungen geprägt wie unsere. Um diese Veränderungen einschätzen zu können, fordere ich einmal im Jahr – zum Jahresanfang – einen anderen Profi zu einer Battle heraus. Dabei sollen die aktuelen wesentlichen Trends, die langsam wirkenden aber wesentlichen Veränderungen behandelt werden. In diesem Jahr ist es ein Blogger, Gunnar Sohn, jemand der eine ganz andere Sicht auf die Dinge hat als ich.

Gunnar Sohn

Gunnar Sohn

Gunnar Sohn, Jahrgang 1961; Berliner, der seit 1989 in Bonn lebt. Blogger: www.ichsagmal.com, Wirtschaftspublizist, Moderator von Bloggercamp.tv, Kolumnist und Nachrichtenkorrespondent.

Einer der uns Medienschaffende zeigt was andere über unseren Bereich denken. Gunnar startet mit einem Paukenschlag und sagt den Tod des Fernsehens voraus.

In diesem Sinne

Thomas Nowara

Medientrend 2013 und ein Ausblick auf 2014: Vom Tod des Dalli-Dalli-Fernsehens – Jeder ist sein eigener Programmdirektor

Webvideos haben sich in den vergangenen sieben Jahren zu einem Massenphänomen entwickelt, so Markus Hündgen aka Videopunk bei der Präsentation des neuen Buches “Einfach fernsehen” vom Grimme-Institut in Köln. Das sei kein Hype und das ist auch keine Internet-Blase, wie im Jahr 2000. Als Beleg für seine These verweist Hündgen auf die Popularität des Webvideopreises, der 2011 erstmalig vergeben wurde. Die Idee dabei: Webvideo kills the TV-Star.

„Eine Revolution von ganz unten. Zwei Jahre weiter – wir sind alle ein bisschen erwachsener geworden – spiegelt der Deutsche Webvideopreis den kulturellen Umbruch in der Gesellschaft wider. Gekürt werden die besten Werke und ihre Macher aus dem Vorjahr, eine Retrospektive fernab agentur-verseuchter Viral-Hits und medial-geschwängerter Schluckaufe. In den vier Monaten des Wettbewerbs 2013 nahmen fast eine Millionen Menschen teil. Sie reichten Lieblingsvideos ein, stimmten für ihre Favoriten – oder sich selbst (hat Konrad Adenauer ja auch gemacht, gs)”, schreibt Hündgen gemeinsam mit Dimitrios Argirakos für den Sammelband des Grimme-Instituts. Die Autoren verweisen auf das Credo des amerikanischen Kulturwissenschaftlers Tom Sherman, der noch vor dem Youtube-Siegeszug ein radikales Umdenken forderte: Nicht nur sei der Zuschauer der neue Programmchef, er habe auch die Aufgabe, einem neuen Mediengenre neue Deutungen zu geben. Video müsse eine eigene Sprache finden, um sich von der TV-Vergangenheit zu emanzipieren.

Davon lässt sich auch Borja Schwember – in Webvideo-Kreisen als Dr. Allwissend bekannt – treiben. Er grenzt sich ein wenig von Katrin Bauernfeind ab. Sie mache im Fernsehen nichts anderes als im Netz. Ihre Web-Show war nichts anderes als klassische Moderation. “Was viele Leute auf Youtube machen, ist ein bisschen mehr. Es ist die Interaktion und der Dialog mit dem Publikum. Was wir machen, ist mehr Social Media als Fernsehen.

Gunnar Sohn undTechnik im Einsatz.

Gunnar Sohn undTechnik im Einsatz.

Ob die neuen technologischen Möglichkeiten wie Livestreaming, Google Glass oder OneShot-Videojournalismus auch von professionellen Fernsehjournalisten für neue Medienexperimente genutzt werden können, sieht Markus Hündgen kritisch. Warum stehen Fernsehen und die handelnden Personen vor dem Aus? Hündgen stört die Haltung vieler Akteure, Produktionen, die man für das Fernsehen nicht vermarkten kann, im Netz unterzubringen. Mit dem Netz müsse man anders umgehen:

„Das ist Social Media, wie Borja das sagt. Das begreifen viele dieser TV-Stars nicht. Sie meinen, jetzt mit Hangouts anzufangen oder irgendetwas zu twittern oder zum Twittern noch ein Team einzusetzen und halten das für einen starken Auftritt im Netz.” Sie würden vielleicht ihre Fernseh-Reichweite ins Internet mitnehmen – mehr nicht. Am Ende des Tages passe das Mind-Set nicht zum Social Web. Das sei nicht kompatibel. „Das ist auch nicht kompatibel zu einer neuen Generation von Medienproduzenten im Alter von zehn bis achtzehn Jahren, wo das einfach nicht mehr zusammenpasst”, sagt Hündgen. Damit setzen sich die Etablierten nicht auseinander. Es sei mehr als ein Handwerk, um Bewegtbild zu produzieren. Es sei eine andere Herangehensweise, eine andere Denke und ein anderes Feeling, die in der Webvideo-Bewegung zum Ausdruck kommt. Das würde den meisten professionellen TV-Machern abgehen. Was Markus ausführt, gilt sicherlich für die selbstgefälligen Großkaliber des TV-Geschäftes, nicht jedoch für TV-Journalisten wie Kai Rüsberg, die sehr offen sind für Medienexperimente.

Rund um das Thema Live Streaming wird es regen Wissensaustausch und Tipps von Profis geben - egal ob Audio oder Video und egal über welche Plattform! Weitere Infos und den genauen Ablauf zum Streamcamp gibt es hier: http://streamcamp.de/ — mit Thomas Riedel, Ali Mokhtari, Ben Sufiani und Gunnar Sohn hier: STARTPLATZ.

Rund um das Thema Live Streaming wird es regen Wissensaustausch und Tipps von Profis geben – egal ob Audio oder Video und egal über welche Plattform! Weitere Infos und den genauen Ablauf zum Streamcamp gibt es hier: http://streamcamp.de/ — mit Thomas Riedel, Ali Mokhtari, Ben Sufiani und Gunnar Sohn hier: STARTPLATZ.

Livestreaming als Experimentierlabor

Spannend dürfte es sein, was die Webvideo-Szene an neuen Formaten und Ausdrucksformen fürs Livestreaming an den Start bringt. Denn hier steht man noch in den Kinderschuhen, wie beim Start von Youtube vor sieben Jahren. Nicht nur der Mitherausgeber des Grimme-Buches Lars Gräßer zählt das zu den interessantesten Entwicklungen, die aktuell ablaufen. Auch Dr. Allwissend sieht das Livestreaming als Grundlage für experimentelle Webvideos. Die Technik biete tolle Möglichkeiten und auch aus dem kulturellen Blickwinkel heraus könnte da was entstehen – aber was genau, wird man noch sehen müssen. Und genau hier sehe ich den wichtigsten Medientrend für 2014. Selbst für bewegte Bilder, die live übertragen werden, steht das Handwerkszeug für den digitalen Autodidakten bereit, der heute ohne Ü-Wagen, ohne Ausbildung zum Kameramann oder zur Kamerafrau und ohne schweres technisches Gerät Fernsehen machen kann. Zu jeder Zeit, an jedem Ort. Streaming-Dienste wie Hangout on Air sind die technische Basis für Jedermann-TV. Die massenmediale Bastion des klassischen Fernsehens ist vor der Eigendynamik der autonomen TV-Produzenten nicht mehr sicher. Was bewirkt die Graswurzel-Talkultur? Bislang wird ja das so genannte Social TV in der Kategorie des “Second Screen” gesehen – also als Begleitmedium für TV-Sendungen, wo etwa über Twitter „Wetten, dass” mit Markus Lanz hoch und runter kommentiert wird. In der Streaming-Wundertüte steckt mehr drin.

Für diesen Beitrag herzlichen Dank an Gunnar und ich werde darauf schnellstmöglich antworten.

Thomas Nowara beim SCHNITTPUNKT UG Open House 2013

Thomas Nowara beim SCHNITTPUNKT UG Open House 2013

iPro Lens von Schneider Optics unterstüzt iPhone 5S, iPad Mini und Samsung Galaxy S4

Neu: iPro Lens von Schneider Optics unterstützt iPhone 5S
Einige Veränderungen mussten bei iPro Lens vorgenommen werden um es optimal auf das iPhone 5s anzupassen. Insbesondere der neue Blitz des Smartphones erforderte eine Modifikation. Das iPro 5S Starter Packet kostet 54 € und das Pro 5S Trio Kit 238 € // alle Preise inkl. MwSt.

iPro Lens series2kit

iPro Lens series2kit

Neu: iPad Mini Clip
Der iPro Mini Clip ist ein genialer Zusatz zu Ihrem iPad Mini. Aufgesteckt, bietet er die Möglichkeit die iPro Objektive für das iPad Mini zu nutzen. Und das sowohl für die FaceTime- als auch iSight Kamera. Der iPad Mini Clip kostet 29 € inkl. MwSt.

Neu: iPro Lens auch für Samsung Galaxy S4
Schneider Optics bietet sein hochwertiges Linsensystem nun auch Android-Usern an.
Erstmals gibt es iPro Lens Serie 2 nun auch für das Samsung Galaxy S4. Das iPro S4 Starter Packet kostet 54 € und das Pro 5S Trio Kit 238 € // Preise inkl. MwSt.

iPro Lens von Schneider Optics wird in Deutschland von SCHNITTPUNKT UG vertrieben. SCHNITTPUNKT hat sich auf i- und Smartphone Gadgets spezialisiert. Professionelles iPhone-Mikroskop, 35mm Adapter (Kinofilm), Teleprompter, i- und Smartphone Angel sind alles Produkte die sie bei dem Spezialisten aus der Domstadt Köln erhalten.

Oxytocin – das Liebesspray – neue Forschungsergebnisse

Oxytocin kannte ich bislang als den Stoff der, im Raum versprüht, hilft Verhandlungen mit einem positiven Ergebniss zu Ende zu führen. Ein Stoff der so manchem Männchen zu seinem Weibchen und umgekehrt auch den Weibchen zu den Männchen verhilft. In wieweit diese Wirkungen von Oxytocin der Wirklichkeit entsprechen ist noch nicht 100% klar. Aber die Monogamie der Menschen kann wohl jetzt damit erklärt werden. Achten Sie in Zukunft darauf wenn jemand in Ihrer Nähe eine Sprühdose betätigt.
Neue Erkenntnisse wünscht

Thomas Nowara

Oxytocin macht monogam
Forscher des Uniklinikums Bonn: Hormon stimuliert beim Anblick der Partnerin das Belohnungssystem im Gehirn

Wie wird die Bindung zwischen Liebenden aufrecht erhalten? Wissenschaftler des Bonner Universitätsklinikums haben nun einen biologischen Mechanismus entdeckt, der die Anziehungskraft zwischen Liebespaaren erklären könnte: Verabreicht man Männern Oxytocin und zeigt ihnen Bilder ihrer Partnerin, stimuliert das Bindungshormon das Belohnungszentrum im Gehirn, erhöht die Attraktivität der Partnerin und stärkt die Monogamie. Die Ergebnisse sind in den “Proceedings of the National Academy of Sciences” (PNAS) veröffentlicht.

Monogamie ist bei Säugetieren nicht sehr verbreitet, der Mensch bildet da eine Ausnahme. Vergleichsweise viele Paare des Homo sapiens haben in einer Liebesbeziehung keine weiteren Partner. Seit Langem rätselt deshalb die Wissenschaft, welche unbekannten Kräfte Liebespaare zur Treue veranlassen. „Eine wichtige Rolle bei der Partnerbindung spielt das Hormon Oxytocin, das im Gehirn ausgeschüttet wird“, sagt Prof. Dr. René Hurlemann, Leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn. Ein Wissenschaftlerteam der Universität Bonn hat unter Leitung von Prof. Hurlemann und unter Beteiligung von Forschern der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Chengdu (China) die Wirkung des „Bindungshormons“ genauer untersucht.

Mit Oxytocin wirkt die Partnerin attraktiver

Die Forscher zeigten insgesamt 40 heterosexuellen Männern, die in einer festen Beziehung lebten, Bilder von ihren Partnerinnen und zum Vergleich von fremden Frauen. Die Probanden bekamen zuerst eine Oxytocin-Dosis mit einem Nasenspray verabreicht und erhielten bei einem weiteren Termin ein Placebo. Darüber hinaus untersuchten die Wissenschaftler die Gehirnaktivität der Probanden mit Hilfe funktioneller Magnetresonanztomographie. „Erhielten die Männer Oxytocin anstatt des Placebos, war ihr Belohnungssystem im Gehirn beim Anblick der Partnerin sehr aktiv und sie empfanden sie auch als attraktiver als die fremden Frauen“, sagt Erstautor Dirk Scheele.

In einer weiteren Untersuchungsreihe testeten die Forscher, ob Oxytocin die Aktivierung des Belohnungszentrums nur beim Anblick der Partnerin verstärkt, oder ob es einen ähnlichen Effekt bei Bildern von langjährigen Bekannten und Arbeitskolleginnen gibt. „Die Aktivierung des Belohnungssystem mit Hilfe von Oxytocin wirkte sehr selektiv mit den Bildern der Partnerinnen“, sagt der Psychologe Dirk Scheele. „Diesen Effekt verzeichneten wir nicht, wenn es sich um Bilder von langjährigen Bekannten handelte.“ Nach diesen Ergebnissen reicht also bloße Vertrautheit nicht aus, um den Bindungseffekt zu stimulieren. Es müsse sich schon um Liebespaare handeln, sind die Wissenschaftler überzeugt.

Biologischer Mechanismus der Zweisamkeit wirkt wie eine Droge

Insgesamt zeigten die Daten, dass Oxytocin das Belohnungssystem aktiviert, dadurch die Bindung zwischen den Liebenden aufrecht erhält und die Monogamie fördert. „Dieser biologische Mechanismus der Zweisamkeit ist einer Droge sehr ähnlich“, sagt Prof. Hurlemann. Sowohl in der Liebe als auch beim Konsum von Drogen strebten Menschen nach der Stimulation des Belohnungssystems im Gehirn. „Dies könnte auch erklären, warum Menschen nach einer Trennung von ihrem Partner in eine Depression oder tiefe Trauer verfallen: Das Belohnungssystem ist mangels Oxytocin-Ausschüttung unterstimuliert und quasi auf Entzug“, sagt Prof. Hurlemann. Allerdings wäre eine Therapie mit dem Bindungshormon möglicherweise kontraproduktiv: Oxytocin-Gaben könnten das Leiden eventuell noch verstärken, weil die Sehnsucht nach dem geliebten Partner dadurch nur noch größer würde.

Auf den ersten Blick hat Monogamie keinen großen Sinn. Aus klassischer Sicht der Evolutionsbiologie haben Männer einen Vorteil, wenn sie ihre Gene durch viele verschiedene Partnerinnen möglichst stark verbreiten. Doch spielt auch ein anderer Aspekt eine große Rolle: „Wenn Oxytocin die Paarbindung stärkt, wächst dadurch die Stabilität der Ernährer und damit die Überlebenschance des Nachwuchses“, erläutert Prof. Hurlemann. Und über die Kinder werden wiederum die eigenen Gene weiterverbreitet.

Publikation: Oxytocin enhances brain reward system responses in men viewing the face of their female partner, PNAS, DOI: 10.1073/pnas.1314190110

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. René Hurlemann
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn
Tel. 0228/28719124
E-Mail: r.hurlemann@gmail.com

————————————————————–
Dezernat 8
Hochschulkommunikation

Leitung: Dr.Andreas Archut
Tel.: 0228/73-7647
Fax: 0228/73-7451
kommunikation@uni-bonn.de
Internet: www.uni-bonn.de
Meinhard-Heinze-Haus
Poppelsdorfer Allee 49
53115 Bonn