Archive for the ‘Production’ Category

Battle 2014 /// Kampf der TV-Kulturen: Klassisches Fernsehen versteht nichts vom Internet

Autor: Gunnar Sohn

Beim Jedermann-TV via Hangout on Air, dem Einsatz von Smartphones im mobilen Journalismus und bei der Experimentierfreudigkeit der Youtube-Szene ist es klar, was Thomas Nowara von Schnittpunkt in unserem kleinen Medien-Battle zum Ausdruck bringt: Viele alte Hasen der Medienbranche haben Angst um ihren Job, “auch weil viele neue Marktteilnehmer mit guten Ideen auf den Markt drängen und sich damit auch durchsetzen werden.”

Und dabei geht es gar nicht um das technische Equipment: Viel entscheidender, lieber Thomas, sind die kulturellen Unterschiede, die auch beim zweiten Bewegtbild-Stammtisch im Kölner Startplatz deutlich wurden: TV-Leute, die Internet machen oder machen wollen, können es nicht und die Youtube-Szene, die im Internet abgefeiert wird, will mit den Fernsehleuten nichts zu tun haben, wie es Friedhelm Bixschlag, Geschäftsführer der Kölner MMC-Studios, in seinem Vortrag deutlich sagte. Hier gibt es einen großen Spagat, der einfach von den TV-Produzenten nicht verstanden wird:

Casting-Gedöns und Beton-Verkäufer

“Die Internet-Plattformen brauchen das Fernsehen nicht, aber das Fernsehen braucht das Internet”, so Bixschlag. Der Kostendruck auf der Produktionsseite im klassischen Fernsehen sei gewaltig. Man braucht sich ja nur die Infrastruktur von MMC anschauen. Ein 15-Hektar-Gelände mit 19 Studios und über 26.000 Quadratmetern Studiofläche. Eine Produktion wie die Live-Shows von DSDS verlangt den Einsatz von bis zu 25 Kameras und 150 bis 200 Mitarbeitern. Und nur die großen Shows lasten diese Studios wirklich aus. Content-Innovationen, die über das Casting-Gedöns hinausgehen, sind im TV-Geschäft eher Mangelware. Experimentierfreudigkeit und Geduld bei der Entwicklung von neuen Formaten sind im Privatfernsehen kaum vorhanden. Bixschlag muss seinen Beton (Formulierung stammt vom MMC-Geschäftsführer) – also seine Studios – in ein neues Zeitalter bringen. Es müsse mehr Geld in wirklich guten Content gesteckt werden. Die Qualität der Internet-Produktionen, die Christoph Krachten von MediakraftNetworks beim Bewegtbild-Stammtisch präsentierte, habe ihn beeindruckt, so Bixschlag.

Vor allem im Vergleich zu den Moderationen, die in seinen Studios über die Bühne gehen. Krachten skizzierte die neuesten Youtube-Trends und die gehen in Richtung Information sowie Nachrichten. Etwa die Videos von LeFloid. Herzerfrischend finde ich seine Attacke gegen die GEMA:

Sehr vielen klassischen Fernsehmachern fehlt das Mindset, um die richtigen Antworten für die Graswurzel-Bewegung des Netzes zu finden, so Markus Hündgen vom Webvideopreis. Es sei mehr als ein Handwerk nötig, um Bewegtbild zu produzieren. Es sei eine andere Herangehensweise, eine andere Denke und ein anderes Feeling, die bei den Youtube-Stars zum Ausdruck kommen. Warum wandern millionenfach junge Menschen zu Plattformen wie Twitch.tv ab, um sich live die Pro-Gamer von „Starcraft” oder „League of Legends” anzuschauen? Auf dem StreamCamp in Köln gaben Constantin Sohn (der Sohn vom Sohn) und Dominik Warwass eine deftige Antwort.

„Wetten, dass..?”-Fernsehen vor der Ablösung

Die Pläne von ARD und ZDF zur Gründung eines neuen Jugendsenders seien nur noch Verzweiflungstaten. In der Gaming-Szene hätten diese Sender eh nichts zu bestellen. Serien, Filme oder Berichte über Computerspiele schauen die beiden Twitch.tv-Experten schon lange nicht mehr in der Flimmerkiste. Hier steht das „Wetten, dass..?”-Fernsehen vor der Ablösung.

Veränderungen sieht man auch in der Unternehmenskommunikation, wie Agrarblogger Hannes Schleeh mit dem kleinsten Ü-Wagen der Welt auf der größten Hallenmesse Agritechnica unter Beweis stellte. „Messemarketing mit bewegten Live-Bildern wird immer wichtiger, aber auch einfacher. Wo früher riesige Übertragungswagen mit mannshohen Satellitenschüsseln und enorm teures Equipment im Einsatz waren, genügt heute ein schneller Internetzugang über LAN, WLAN oder LTE, um die Livebilder ins Internet zu stremmen.”

Die Sendungen fanden im Stundentakt statt und wurden direkt auf der Startseite der Messe eingebettet. Schon nach drei Tagen hatten die YouTube-Clips über 40.000 Abrufe erreicht. Mit schwerer Technik ist das nicht machbar.

Wer beim Weckdienst für Echtzeit-Kommunikation dabei sein möchte, ist herzlich eingeladen, beim StreamCamp14 mitzumachen – am 15. und 16. November 2014 in München.

Gunnar Sohn auf Twitter folgen: www.twitter.com/gsohn

SCHNITTPUNKT UG

SCHNITTPUNKT UG

Battle 2014 Autonome Missverständnisse

Autor: Thomas Nowara

Die Geschichte der Videotechnik der letzten 20 Jahre steckt voller Revolutionen und anderer Schlagwörter. Jetzt sind es die Autonomen, und auch ich habe diesen Begriff das erste Mal in Deinem Artikel gelesen, lieber Gunnar.
Als Autonome werden heute Mitglieder bestimmter unabhängiger linksradikal-libertärer beziehungsweise anarchistischer Bewegungen bezeichnet. Autonome Gruppen sind in Bezugsgruppen organisiert. Untereinander bestehen lose Verbindungen und Netzwerke. Die Autonomen streben danach, auch unabhängig von der bestehenden Gesellschaftsordnung, selbstbestimmte Freiräume zu schaffen. Im Allgemeinen verfolgen sie antiautoritäre, sozialrevolutionäre und dem Anarchismus nahestehende Ideale. (Quelle: Wikipedia)
Auch ich habe den Begriff der Revolution schon oft benutzt. Als Ausrede könnte ich anführen, dass wir auch schon extreme Veränderungen gesehen haben, der Wechsel von analog zu digital, Betcam SP zu DV aber auch die iPhone Produktion. Und auch die jetzige Begrifflichkeit kann ich verstehen, habe ich doch ein Bootcamp über Livestreaming besucht und die sogenannten Autonome kennengelernt.

Kameramann Rainer Friedrich_Teleprompterr

Kameramann Rainer Friedrich_Teleprompter

Missverständnisse
Es gibt zum einen die alteingesessenen Medienschaffenden, Kameraleute, Regisseur, Tonmeister- oder assisten, usw. Und nun gibt es Menschen die als Quereinsteiger die Bühne betreten und ihre Geschäftsideen umsetzen möchten: Liveübertragung, früher ein teurer Job der mit viel Aufwand betrieben wurde. Personalintensiv und mit der deutschen Telekom als Zulieferer. Google hat mit dem Hang Out alles verändert, nun ist Live Streaming für ganz kleines Geld möglich.

SCHNITTPUNKT OpenHouse

SCHNITTPUNKT OpenHouse

Und es ist klar, dass viele alten Hasen Angst um ihren Job bekommen und gleichzeitig viele neue Marktteilnehmer mit guten Ideen auf den Markt drängen und sich damit auch durchsetzen werden.
Was nun SCHNITTPUNKT und mich angelangt. Ich bin stolz darauf ein innovatives Unternehmen zu führen.

OpenHouse_Google Hang Out

OpenHouse_Google Hang Out

Wir haben nicht jeden Trend richtig eingeschätzt, aber die Video-Produktion auf dem iPhone begleiten wir seit dem iPhone 3, wir sind also seit ca. vier Jahren dabei. Als Journalist habe ich darüber geschrieben. Legendär ist der Artikel: Neuland betreten, erschienen in Videofilmen 2/2011. Als Trainer habe ich darüber Seminare abgehalten und Medienmenschen in zwei Tagen die Erstellung von Filmen beigebracht. Als Filmemacher habe ich Filme damit erstellt und Praktikanten die komplette Produktion auf dem iPhone gezeigt sowie Broadcaster auf den richtigen Weg gebracht. Und als Distributor haben wir unterschiedliche, wegweisende Produkte nach Deutschland gebracht. Beispiele dafür sind, iPro Lens von Schneider Optics, aktuell die besten Optiken für das iPhone. Oder der EnCinema Adapter – ein 35mm Filmadapter für das iPhone. Ja wirklich Kino auf dem iPhone. Also wir sind OLD and NEW SCHOOL.

iPhone Produktionseinheit

iPhone Produktionseinheit

Und wenn ich jetzt bei der Livegeschichte nicht in grenzenlosen Jubel ausbreche, dann deswegen weil wir diese Studios heute schon planen und anbieten. Und dabei sehe ich, dass wir in Grenzbereiche kommen die wir bisher nicht betreten haben. Und das auch aus guten Gründen. Kunden die bei uns ein System kaufen, sollen ein robustes, langlebiges Studio erhalten. Und da sind wir an den kritischen Punkten oder wie man sagt: Der Teufel steckt im Detail. Da ist die Consumerkamera bildmäßig vielleicht genauso gut wie die Profi. Aber die Anschlüsse gehen 10 x so schnell kaputt. Der Profi Anschluss für HDSDI ist ein BNC, der gesteckt und verriegelt wird. HDMI wird einfach gesteckt. Etwas Zug auf beide Anschlüsse ausgeübt hat unterschiedliche Ergebnisse zur Folge. Der BNC-Anschluss ist unkritisch, beim HDMI-Anschluss ist damit zu rechnen, dass er entweder einfach nur rausgezogen wird. Schlimmer ist, die Kamera geht defekt. Findet dann die Übertragung nicht statt, gibt es bestimmt Ärger. Das muß man wissen, dann kann man sich darauf einstellen und wird die Kamera (mit HDMI-Anschluss) eben möglichst nicht bewegen.
Mein Fazit
Ich kann verstehen wenn man möglichst viel Geld bei der Anschaffung von Produktionsmittel sparen will. Zudem kann man mit absoluten Low Cost Equipment produzieren. Vielleicht mit mehr Fehlern. Ob man sich das leisten kann, wird jeder für sich entscheiden müssen. Was SCHNITTPUNKT anbelangt, wir bieten eine breite Pallete an i- und Smartphone Produkten an. Und im Livebereich bieten wir Komplettstudios aber auch Zubehör wie etwa Greenscreen, Kameras, Stative und alles was zur Ausstattung nötig ist.
Um keine weiteren Mißverständnisse aufkommen zu lassen. Wir planen nach Kundenwunsch. Wenn der Kunde etwas preiswert möchte, bekommt er es preiswert. Wenn er unsere Beratung will, dann gibt es die dazu. Vielleicht hört er auch einmal einen Satz den er nicht hören will, aber besser am Anfang ehrlich beraten als später viel Ärger für den Kunden und damit auch für uns.
Gunnar, wir sind gerne bereit spezielle Technik-Pakete für die Livestreaming-Szene auf zu nehmen. Zudem möchte ich die Szene bitten sich mit Produktvorschlägen an uns zu wenden, wir arbeiten gerne mit Euch zusammen.

verleih-vertrieb

Battle 2014 /// Vorankündigung: Buch über Live Produktion

Gestern (4.2.2014) erreichte mich folgende Mail meines aktuellen Kontrahenten, Gunnar Sohn. HERZLICHE GRATULATION!

Heute kam die Benachrichtigung des Verlages.

Da werden wir in den nächsten Wochen und Monate einige Experteninterviews führen – das schon mal als “Vorwarnung”. Wir würden uns natürlich über Anregungen und offene Türen für Fragen sehr freuen.

In den nächsten Wochen gibt es noch konkretere Infos über Inhalte. Hier schon mal die Verlags-Ankündigung (es geht natürlich um mehr, virtuelle Pressekonferenzen, Netzwerk-Effekte in der Kundenkommunikation, mobiler Journalismus, gibt es einen Trend zur neuen Mündlichkeit und Visualisierung und, und, und):

Web TV wird gegenüber dem klassischen TV mehr und mehr autonom. Mit Streaming-Diensten wie Hangout on Air steht nun die technische Basis für „Jedermann-TV“ bereit. Es sind vor allem die Journalisten und die Profis aus der Kommunikationsbranche, die die Vorteile des Live TV für sich entdecken: Themen und Infos in Echtzeit übers Internet zu übertragen.

Was in der Streaming-Wundertüte alles steckt, zeigen Ihnen die Streaming-Experten Hannes Schleeh und Gunnar Sohn in diesem Ratgeber. Aus ihrer Praxis beschreiben sie, wie Sie als Medienprofi professionelle Live-Sendungen mit Google Hangout On Air erstellen können. Verschiedene Einsatzszenarien werden Ihnen Ideen vermitteln, wie Sie eigene Formate entwickeln und umsetzen. Die Techniken werden ausführlich erklärt, genauso wie Inhalte und Themen. Beispiele von Live-Sendungen, Schritt für Schritt-Anleitungen, Tipps und Checklisten helfen Ihnen bei der Umsetzung.

– Web TV: das neue starke Medium

– Google Hangout On Air: die Basis für Technik, Veröffentlichung und Verbreitung

– Ratgeber für die Erstellung professioneller Live-Sendungen

– Mit Beispielen, Schritt für Schritt-Anleitungen, Tipps und Checklisten

– Geschrieben von den Szene-Stars Hannes Schleeh und Gunnar Sohn (die müssen halt ein wenig übertreiben, gs)

Einige Recherchen und Experten-Interviews machen wir natürlich live via Hangout on Air.

Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse wird das Opus im Handel sein.

SCHNITTPUNKT UG

SCHNITTPUNKT UG

Battle 2014 /// Du solltest Technik für die TV-Autonomen anbieten, Thomas #Schnittpunkt

Ich sag mal
Fernando Savater: Das Leben ist zu kurz, um sich nicht zum Eklektizismus zu bekennen, zur Freiheit des Auswählens und Verwerfens.

Erwiderung von Gunnar Sohn der hier direkt zu erreichen ist:

Preiswertes Live Video Studio von Gunnar Sohn

Preiswertes Live Video Studio von Gunnar Sohn

Im Meinungsstreit über Medientrends 2014 mit Thomas Nowara, versucht der Schnittpunkt-Kontrahent die Livestreaming-Szene ein wenig auf den Boden der Realität zurückzuholen. Netter Versuch, aber leider ein wenig das Thema verfehlt. So schreibt Thomas:

“Über Trends kann man phantasieren. Wenn man aber wie SCHNITTPUNKT Livestudios verkauft anbietet, dann wird es real. Denn diese müssen unter den härtesten Produktionsbedingungen funktionieren – LIVE. Und die Erwartungshaltung ist da, für wenig Geld so etwas realisieren zu können. Da wir den Einsatz eines solchen Studios zu verantworten haben, lohnt es sich, ein paar Gedanken zum Thema Consumertechnik im professionellen Einsatz zu machen. Wir haben aktuell zu wenig Erfahrung, um ein abschliessendes Urteil abzugeben. Aber wir haben Bauchschmerzen wenn es z.B. um die Verwendung von HDMI-Kabel geht. Im robusten Einsatz werden HDMI-Kabel eher defekt sein als BNC-Kabel, da sie für diesen Einsatz nicht gedacht sind. An dieser Stelle sollten die Anwender zumindest über die Grenzen ihres Studios informiert sein und ihren Umgang mit der Technik darauf einstellen…Und nach dem ersten Totalausfall werden die Akteure wieder nach einer professionellen Lösung fragen. Natürlich kann so ein Livestreaming-Studio sehr preiswert zusammengestellt werden – aber ob sich das lohnt, weiß ich nicht. Wenn die ersten Schritte in diese neue Welt preiswert sein sollen und eine Geschäftsidee getestet wird, ja dann ist dieser Weg sinnvoll. Ansonsten sind wir in einem Jahr schlauer.”

So lange würde ich nicht warten, Thomas, sonst verpennst Du einen Trend, der auch für Schnittpunkt interessant sein könnte. Was sich beim Jedermann-TV abspielt, hätte man vor zwei oder drei Jahren nicht prognostizieren können. Mit relativ günstiger Ausstattung aus dem Stand Live-Sendungen auf die Beine zu stellen, Live-Schaltungen zu realisieren und ohne Ü-Wagen von unterwegs mit dem Smartphone zu berichten. Die Geräte sind robust und mit ein wenig Übung verbessern sich Ton und Bild in einer fast fernsehtauglichen Qualität. Und der Hangout on Air-Dienst ist auch noch kostenlos. Selbst die professionellen TV-Journalisten experimentieren mit diesem Equipment.

Geht es um die schnelle Übertragung von Bewegtbildern für kurze Nachrichtenfilme, so setzen auch die Fernsehanstalten immer mehr auf die Möglichkeiten des mobilen Videojournalismus im Taschenformat.

Der freie WDR-Fernsehjournalist Kai Rüsberg hat das eindrucksvoll in unserer Bloggercamp.tv-Sendung und auf dem Besser Online-Kongress des DJV skizziert.

Er nennt das OneShotVideos. Hier geht es nicht nur um die Etablierung einer neuen Filmsprache, sondern auch um die Online-First-Strategie der Sendeanstalten. Zumindest auf den eigenen Web-Präsenzen sollen TV-Nachrichten in Twitter-Länge schneller auflaufen – auch Livestreaming via Skype spielt dabei eine Rolle. So wurde eine „Handyreporter-App“ für die ARD-Sendeanstalten entwickelt. Das Programm versteckt sich in der Tagesschau-App als Unterfunktion und ist nur für die ARD-Reporter zugänglich. Über einen On Air Live-Button öffnet sich automatisch das Videoprogramm von Skype und sendet das Live-Signal auf einen NDR-Server. Vier Livestreams sind parallel möglich, die über iOS- oder Android-Geräte aufgenommen werden können. Was sagst Du nun, lieber Thomas?

Hannes und ich hatten im Vorfeld des StreamCamps bei Händlern nachgefragt, ob sie spezielle Technik-Pakete für die Livestreaming-Szene ins Programm nehmen würden, wie das auch in der Podcasting-Pionierzeit der Fall war. Kein Interesse. Das solltest Du ändern. Hannes kann Dir sagen, was die TV-Autonomen brauchen. 12 Monate würde ich an Deiner Stelle nicht warten, dann machen das andere.

SCHNITTPUNKT UG

SCHNITTPUNKT UG

Passend dazu gibt es von SCHNITTPUNKT UG unser erstes Streaming Studio Angebot.

Battle 2014 /// Livestreaming und andere Trends

Bevor ich zum Livestreaming komme, möchte ich noch auf einen anderen Trend hinweisen. Und zwar weil dieser sehr eng mit Streaming in Verbindung steht oder besser die Basis der Veränderung des Streaming Marktes ist.

Das Zusammenwachsen der Märkte

Jahrelang herbeigeredet und dann sind die meisten Marktteilnehmer doch überfordert wenn es Wirklichkeit wird. Heute sind bereits viele früher getrennte Technikbereiche zusammen gewachsen. Foto und Video, früher zwei Gebiete sind dabei immer mehr eins zu werden. Interessanterweise musste dabei die Videotechnik auf die großen Chips der Fotoindustrie reagieren. Consumer- und Profikameras sind über die Jahre zusammengewachsen, heute erreichen Consumerkameras teilweise bessere technische Werte und der Unterschied betrifft oft Handling und Anschlüße. Ein Profi braucht eben „noch“ mechanisch, stabile XLR- oder SDI-Anschlüße.

iPhone Produktionskoffer

iPhone Produktionskoffer

Telefonie, Fotografie und Filmen sind mit dem Smartphone eins geworden. Video- und PC-Technik sind heute schon so weit verschmolzen, dass oft eine Kamera bereits im Laptop integriert ist. Mit dieser Kamera kann der Anwender über Google Hang Out einen Livestreaming fahren. Wo ist das Problem? Es gibt keines und das ist das Problem! Den diese leistungsfähige Consumertechnik weckt auf der Anwenderseite enorm hohe Erwartungen und auf der Seite der Video Profis erzeugt es Angst. Angst um den Arbeitsplatz. Wird die Videobranche dem Print in den Ruin folgen und jeder macht seinen Film demnächst selbst? Auch hier bin ich optimistisch. Es kommt eine sehr große Veränderung auf uns alle zu. Und in 2014 geht dieser Prozess mit großen Schritten weiter. Aber der geht nicht in die Richtung weniger sondern sie führt zu mehr Video. Es wäre sehr interessant wenn man die Anzahl der Grafiker / Grafischen Büros vor der Einführung von Desktop Publishing und heute kennen würde. Sicher erstellen viele heute ihre Broschüren und Flyer selbst, aber die Profis im graphischen Bereich wurden nicht weniger.

Live is Life

Noch vor wenigen Jahren war Liveübertragung ein Thema nur für Experten. Doch aktuell drängt einer neuer, „frecher“ Produzentenkreis in den Ring und will, oft mit möglichst geringsten Kosten, dieses für sie neue Feld ausprobieren. Da gibt es Produzenten für „Sibirisches Schattenboxen“, Unternehmen die sich die Technik anschaffen um Firmenveranstaltung oder Messeauftritte live zu übertragen, bis zur Liveübertragung aus dem Münchner Dom. Allen gemein ist, das sie das Einzigartige des Moments nutzen um ihre Botschaft zu übertragen.

When the feeling of the people
Is the feeling of the band.
(Live is Life – Song von der Band Opus 1983)

Genau darum geht es durch die zeitliche Synchronität des Akteurs und Zuschauers zu einem gemeinsamen Gefühl zu kommen. Dann ist live, life. Den die Messe im Dom genauso wie der Boxkampf haben eine zeitlich begrenzte Dauer mit Anfang und Ende.

Google Hang Out

Für mich war das eine der wichtigsten technische Entdeckungen in 2013 und das wird in 2014 zur Wirkung kommen. Ich streife das Thema nur kurz und möchte Gunnar bitten, das vorzustellen und zu kommentieren.

Frank

Google Hang out – was ist das? Traditionell gab es bei dem SCHNITTPUNKT UG Open House Neues zu sehen. Frank Schulz ist Spezialist in diesem Bereich und kooperiert mit SCHNITTPUNKT.

An dieser Stelle ist es nur wichtig zu wissen, das Google eine Software zur Verfügung stellt die sowohl Livestreaming- als auch Konferenzsoftware ist und – das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen – die Liveübertragungen werden etwas zeitversetzt auf YouTube direkt zur Verfügung gestellt. Da steht dann wie durch Zauberhand der fertige Clip des Events sofort nach Beendigung desselben auf YouTube zur Verfügung.

When we all get the Power
We all give the best.
(Aus Live is Life, song von Opus 1983)

Livestreaming Hardware

Willkommen in der Realität. Über Trends kann man phantasieren. Wenn man aber wie SCHNITTPUNKT Livestudios verkauft anbietet, dann wird es real. Denn diese müssen unter den härtesten Produktionsbedingungen funktionieren – LIVE. Und die Erwartungshaltung ist da für wenig Geld so etwas realisieren zu können.
Da wir den Einsatz eines solchen Studios zu verantworten haben, lohnt es sich ein paar Gedanken, zum Thema Consumertechnik im professionellen Einsatz zu machen. Wir haben aktuell zu wenig Erfahrung um ein abschliessendes Urteil abzugeben. Aber wir haben Bauchschmerzen wenn es z.B. um die Verwendung von HDMI-Kabel geht. Im robusten Einsatz werden HDMI-Kabel eher defekt sein als BNC-Kabel, da sie für diesen Einsatz nicht gedacht sind. An dieser Stelle sollten die Anwender zumindest über die Grenzen Ihres Studios informiert sein und ihren Umgang mit der Technik darauf einstellen. Sonst werden die Folgeneine Beschädigungen der Kameras und eine höhere Gesamtfehlerrate sein. Und nach dem erstenTotalausfall werden die Akteure wieder nach einer professionellen Lösung fragen.
Natürlich kann so ein Livestreaming Studio sehr preiswert zusammengestellt werden aber ob sich das lohnt, weiß ich nicht. Wenn die ersten Schritte in diese neue Welt preiswert sein sollen und eine Geschäftsidee getestet wird, ja dann ist dieser Weg sinnvoll. Ansonsten sind wir in einem Jahr schlauer.
Hier sehen Sie ein Beispielsangebot der SCHNITTPUNKT UG

Battle 2014 /// TV kaputt, es lebe das Internet?

Erwiderung auf den Artikel von Gunnar Sohn:. „Vom Tod des Dalli-Dalli-Fernsehens – Jeder ist sein eigener Programmdirektor“

Wird Fernsehen sterben oder nicht? Wenn diese Frage einfach zu beantworten wäre, dann würde ich als das Orakel von Köln firmieren. Klar ist, dass ein deutlicher Wandel jetzt nicht geschieht, aber im Hintergrund viele TV-Verantwortliche über Veränderungen nachdenken. Warum muss sich das Fernsehen ändern? Das Durchschnittsalter des ZDF-Sehers beträgt 61 Jahre. Die Jugend schaut Bewegtbilder nicht mehr im Fernsehen sondern im Internet und darauf haben Private- und Öffentlich Rechtliche Sendeanstalten keine Antwort. Warum nicht? Weil sie keine wissen! Jetzt haben die jahrzehntelang nach Quote produziert und wissen immer noch nicht was ihre Kunden wollen!
Ebenfalls auf der Negativseite sind technische Entwicklungen wie 4K. Das wird nach meiner Einschätzung eher durch das Internet als durch Sendeanstalten (Ausnahme Sky Deutschland) kommen.

Sky Ultra HD Testproduktion

Sky Ultra HD Testproduktion

Aber Totgesagte leben länger oder auch:

All we hear is
Radio Gaga
Radio Goo Goo

(Song von Queen, Radio Ga Ga thematisiert die historische Bedeutung des Radios vor dem Aufkommen des Fernsehens – Wikipedia.)

You had your time.
You had your power.
You have yet to have
Your finest hour.

Die „finest hour“ war 1983, als dieser Song geschrieben wurde, schon lange vorbei. Den Höhepunkt des Radios gab es 1938 mit dem Hörspiel „Krieg der Welten“. Laut Wikipedia war die Wirkung wie folgt: „Das Hörspiel führte Zeitungsberichten zufolge zu heftigen Irritationen bei der Bevölkerung von New York, die teilweise das Hörspiel für eine authentische Reportage hielt und einen tatsächlichen Angriff Außerirdischer befürchtete.“
Radio hat sehr deutlich an Bedeutung verloren, jedoch in Nischen ist es immer noch mächtig.

Wann war die mächtigste Stunde des Fernsehens? Leider war dies der 11. September 2001. An diesem Tag schauten Millionen oder Milliarden Menschen schreckliche Bilder und wurden massengeschockt. An diesem Ereignis können wir zwei wesentliche Vorteile des Fernsehens sehen. Erstens der Übertragungsweg der Ausstrahlung erreicht auf recht einfachem Weg ein Millionen- bis Milliardenpublikum. Das heutige Internet würde über diese Datenmengen zusammenbrechen. Welcher technische Leiter eines Senders würde die Fußball-WM nur über das Internet verbreiten wollen? Ich denke KEINER!
Zweitens ist Fernsehen, auch heute noch, ein Massenmedium. Es erreicht dauerhaft, die größte Zuschaueranzahl, aller Medien. Hier haben wir die Besonderheit und die „Power“. Und es gibt viele Interessenverbände die gerne daran festhalten möchten. Die Generation 50+, die es so gewohnt ist und nichts ändern will. Die Fernsehschaffenden sowieso, sei es beim Sender, als Freier oder Auftragnehmer. Im letzten Jahr wurde mit den neuen Fernsehgebühren das öffentlich rechtliche System zementiert. Aber auch die Werbeindustrie und Politik wollen Massenmedien und werden sich für deren Erhalt einsetzen.

Also die Frage: Warum stehen Fernsehen und die handelnden Personen vor dem Aus? Diese Frage, gibt es für die nächsten Jahre nicht. Richtig ist, jetzt ist die Weichenstellung für die Mediennutzung der nächsten 10 Jahre. Doch selbst wer einfach weitermacht, als wäre nichts geschehen, wird – zunächst – am Fernsehleben erhalten. Und doch ist die Frage (Warum stehen Fernsehen und die handelnden Personen vor dem Aus?) berechtigt und eine mögliche Antwort ist: weil es keine Faszination mehr ausübt, weil die Bedürfnisse nicht getroffen werden.

Thomas Nowara (im roten Hemd) beim SCHNITTPUNKT UG Open House 2013

Thomas Nowara (im roten Hemd) beim SCHNITTPUNKT UG Open House 2013

Ich träume von einem Gerät das beides kann. Vielleicht weiß einer der Leser, ob es so ein Gerät jetzt schon gibt? Wenn ich so ein Gerät finde, wieviel meiner Zeit werde mit Fernsehen verbringen und wie schnell verliere ich die Geduld und bin es leid durch die Kanäle zu zappen und etwas für mich passendes zu suchen. Wie schnell bin ich bei Google und sage denen wofür ich mich interessiere?

Das Internet ist kein anderer Fernsehsender und Social Media besteht nicht nur aus 3 minütiges Webvideos. Aber §1 der Videoproduktion gilt auch im Netz: Du darfst nicht langweilen! Und auch wenn Social Net mit dem richtigen Mind Set betrieben wird und die Zuschauer verdammt viel schlechte Produktionsqualität ertragen, so gibt es auch hier eine Grenze wo es dann doch zu schlecht wird. Die Abwägung was will jeder einzelne noch ertragen muss jeder Zuschauer selbst fällen. So steht dann jedem Programmdirektor ein Empfangsdirektor gegenüber und Erfolg in dem neuen Medium geht dann doch wieder über das Handwerk, zu wissen was man tut, aber risikofreudiger, lebendiger vielleicht?

Radio
someone still loves you

Dem Thema Livestream werde ich einen extra Artikel widmen, der kommt schnellstmöglich. Versprochen!

Battle 2014 – Die Zukunft der Medien

Liebe Medienschaffende,
kaum eine Branche ist so wie unsere durch ständige Verbesserungen und Veränderungen geprägt wie unsere. Um diese Veränderungen einschätzen zu können, fordere ich einmal im Jahr – zum Jahresanfang – einen anderen Profi zu einer Battle heraus. Dabei sollen die aktuelen wesentlichen Trends, die langsam wirkenden aber wesentlichen Veränderungen behandelt werden. In diesem Jahr ist es ein Blogger, Gunnar Sohn, jemand der eine ganz andere Sicht auf die Dinge hat als ich.

Gunnar Sohn

Gunnar Sohn

Gunnar Sohn, Jahrgang 1961; Berliner, der seit 1989 in Bonn lebt. Blogger: www.ichsagmal.com, Wirtschaftspublizist, Moderator von Bloggercamp.tv, Kolumnist und Nachrichtenkorrespondent.

Einer der uns Medienschaffende zeigt was andere über unseren Bereich denken. Gunnar startet mit einem Paukenschlag und sagt den Tod des Fernsehens voraus.

In diesem Sinne

Thomas Nowara

Medientrend 2013 und ein Ausblick auf 2014: Vom Tod des Dalli-Dalli-Fernsehens – Jeder ist sein eigener Programmdirektor

Webvideos haben sich in den vergangenen sieben Jahren zu einem Massenphänomen entwickelt, so Markus Hündgen aka Videopunk bei der Präsentation des neuen Buches “Einfach fernsehen” vom Grimme-Institut in Köln. Das sei kein Hype und das ist auch keine Internet-Blase, wie im Jahr 2000. Als Beleg für seine These verweist Hündgen auf die Popularität des Webvideopreises, der 2011 erstmalig vergeben wurde. Die Idee dabei: Webvideo kills the TV-Star.

„Eine Revolution von ganz unten. Zwei Jahre weiter – wir sind alle ein bisschen erwachsener geworden – spiegelt der Deutsche Webvideopreis den kulturellen Umbruch in der Gesellschaft wider. Gekürt werden die besten Werke und ihre Macher aus dem Vorjahr, eine Retrospektive fernab agentur-verseuchter Viral-Hits und medial-geschwängerter Schluckaufe. In den vier Monaten des Wettbewerbs 2013 nahmen fast eine Millionen Menschen teil. Sie reichten Lieblingsvideos ein, stimmten für ihre Favoriten – oder sich selbst (hat Konrad Adenauer ja auch gemacht, gs)”, schreibt Hündgen gemeinsam mit Dimitrios Argirakos für den Sammelband des Grimme-Instituts. Die Autoren verweisen auf das Credo des amerikanischen Kulturwissenschaftlers Tom Sherman, der noch vor dem Youtube-Siegeszug ein radikales Umdenken forderte: Nicht nur sei der Zuschauer der neue Programmchef, er habe auch die Aufgabe, einem neuen Mediengenre neue Deutungen zu geben. Video müsse eine eigene Sprache finden, um sich von der TV-Vergangenheit zu emanzipieren.

Davon lässt sich auch Borja Schwember – in Webvideo-Kreisen als Dr. Allwissend bekannt – treiben. Er grenzt sich ein wenig von Katrin Bauernfeind ab. Sie mache im Fernsehen nichts anderes als im Netz. Ihre Web-Show war nichts anderes als klassische Moderation. “Was viele Leute auf Youtube machen, ist ein bisschen mehr. Es ist die Interaktion und der Dialog mit dem Publikum. Was wir machen, ist mehr Social Media als Fernsehen.

Gunnar Sohn undTechnik im Einsatz.

Gunnar Sohn undTechnik im Einsatz.

Ob die neuen technologischen Möglichkeiten wie Livestreaming, Google Glass oder OneShot-Videojournalismus auch von professionellen Fernsehjournalisten für neue Medienexperimente genutzt werden können, sieht Markus Hündgen kritisch. Warum stehen Fernsehen und die handelnden Personen vor dem Aus? Hündgen stört die Haltung vieler Akteure, Produktionen, die man für das Fernsehen nicht vermarkten kann, im Netz unterzubringen. Mit dem Netz müsse man anders umgehen:

„Das ist Social Media, wie Borja das sagt. Das begreifen viele dieser TV-Stars nicht. Sie meinen, jetzt mit Hangouts anzufangen oder irgendetwas zu twittern oder zum Twittern noch ein Team einzusetzen und halten das für einen starken Auftritt im Netz.” Sie würden vielleicht ihre Fernseh-Reichweite ins Internet mitnehmen – mehr nicht. Am Ende des Tages passe das Mind-Set nicht zum Social Web. Das sei nicht kompatibel. „Das ist auch nicht kompatibel zu einer neuen Generation von Medienproduzenten im Alter von zehn bis achtzehn Jahren, wo das einfach nicht mehr zusammenpasst”, sagt Hündgen. Damit setzen sich die Etablierten nicht auseinander. Es sei mehr als ein Handwerk, um Bewegtbild zu produzieren. Es sei eine andere Herangehensweise, eine andere Denke und ein anderes Feeling, die in der Webvideo-Bewegung zum Ausdruck kommt. Das würde den meisten professionellen TV-Machern abgehen. Was Markus ausführt, gilt sicherlich für die selbstgefälligen Großkaliber des TV-Geschäftes, nicht jedoch für TV-Journalisten wie Kai Rüsberg, die sehr offen sind für Medienexperimente.

Rund um das Thema Live Streaming wird es regen Wissensaustausch und Tipps von Profis geben - egal ob Audio oder Video und egal über welche Plattform! Weitere Infos und den genauen Ablauf zum Streamcamp gibt es hier: http://streamcamp.de/ — mit Thomas Riedel, Ali Mokhtari, Ben Sufiani und Gunnar Sohn hier: STARTPLATZ.

Rund um das Thema Live Streaming wird es regen Wissensaustausch und Tipps von Profis geben – egal ob Audio oder Video und egal über welche Plattform! Weitere Infos und den genauen Ablauf zum Streamcamp gibt es hier: http://streamcamp.de/ — mit Thomas Riedel, Ali Mokhtari, Ben Sufiani und Gunnar Sohn hier: STARTPLATZ.

Livestreaming als Experimentierlabor

Spannend dürfte es sein, was die Webvideo-Szene an neuen Formaten und Ausdrucksformen fürs Livestreaming an den Start bringt. Denn hier steht man noch in den Kinderschuhen, wie beim Start von Youtube vor sieben Jahren. Nicht nur der Mitherausgeber des Grimme-Buches Lars Gräßer zählt das zu den interessantesten Entwicklungen, die aktuell ablaufen. Auch Dr. Allwissend sieht das Livestreaming als Grundlage für experimentelle Webvideos. Die Technik biete tolle Möglichkeiten und auch aus dem kulturellen Blickwinkel heraus könnte da was entstehen – aber was genau, wird man noch sehen müssen. Und genau hier sehe ich den wichtigsten Medientrend für 2014. Selbst für bewegte Bilder, die live übertragen werden, steht das Handwerkszeug für den digitalen Autodidakten bereit, der heute ohne Ü-Wagen, ohne Ausbildung zum Kameramann oder zur Kamerafrau und ohne schweres technisches Gerät Fernsehen machen kann. Zu jeder Zeit, an jedem Ort. Streaming-Dienste wie Hangout on Air sind die technische Basis für Jedermann-TV. Die massenmediale Bastion des klassischen Fernsehens ist vor der Eigendynamik der autonomen TV-Produzenten nicht mehr sicher. Was bewirkt die Graswurzel-Talkultur? Bislang wird ja das so genannte Social TV in der Kategorie des “Second Screen” gesehen – also als Begleitmedium für TV-Sendungen, wo etwa über Twitter „Wetten, dass” mit Markus Lanz hoch und runter kommentiert wird. In der Streaming-Wundertüte steckt mehr drin.

Für diesen Beitrag herzlichen Dank an Gunnar und ich werde darauf schnellstmöglich antworten.

Thomas Nowara beim SCHNITTPUNKT UG Open House 2013

Thomas Nowara beim SCHNITTPUNKT UG Open House 2013

Tonseminar bei TNMD – Kritik

Die Tonangel ist scheinbar zu weit weg und in die falsche Richtung zeigend.[/caption]Wir veranstalten bei TNMD Audioseminare und verwenden für die Beschreibung des Seminars ein Bild welches Mißverständnisse erzeugte.

Die Tonangel ist scheinbar zu weit weg und in die falsche Richtung zeigend.

Die Tonangel ist scheinbar zu weit weg und in die falsche Richtung zeigend.


Ein Besucher unserer Homepage schrieb dazu:
“Wenn ich sehe, wie die Assistentin die Angel hält, würde sie bei mir niemals einen Job bekommen. Selbst mit einem 416er wäre der Ton so viel zu unsauber.”

Da die Assistentin unsere Seminarleiterin, Marion Ahrens, ist, habe ich natürlich Sie um eine Stellungsnahme gebeten. Und da diese tontechnisch sehr interessant ist,
wird sie hier veröffentlicht:

Sehr geehrter Herr Kritiker,
ich freue mich über jede, und somit auch über diese, Kritik. Denn das bedeutet, dass sich jemand mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Mein Kommentar dazu:
Wenn ich nur das Bild zu sehen bekäme, hätte ich einen ähnlichen Kommentar abgegeben. Da kann ich der Kritik nur zustimmen. Aber, das Ausschlaggebende für den “Ort” an dem sich das Mikrofon befindet, ist nicht zu sehen. Das angehängte Foto klärt auf, Kamera und Ton verfolgen unterschiedliche Ziele:

Ton- und Bildaufnahme gehen getrennte Wege.

Ton- und Bildaufnahme gehen getrennte Wege.


Der Redakteur stellte seine Fragen aus dem OFF (beim angehängten Foto ist rechts sein Knie und Schuh noch zu sehen). Die Antworten kamen von den 4 Protagonisten links im Bild, die kreuz und quer abwechselnd oder gleichzeitig redeten. Das Ziel für mich war also, dieses Gespräch in einer für das Ohr einigermaßen gleichbleibenden Akustik einzufangen. Darum habe ich das Richtmikro so ausgerichtet, dass keiner speziell leise oder ausgesprochen laut im Verhältnis zu den Anderen wirkte. Wie erwartet, mußte ich mich dazu etwas mehr auf den Mund der Polizistin ausrichten als zu den Schallquellen ihren männlichen Kollegen. Nur: wirklich nah an die Schallquellen konnte ich nicht ran, sonst hätte ich bei Halbtotalen wieder hoch gemußt und es war wieder nix mit einigermaßen gleichbleibendem Pegel.
Die Kamerafrau verfolgte ein anderes Ziel, nämlich dieses Gespräch zu bebildern. Da nur bei einer fest eingestellten Totalen immer alle Antworten im ON sind, war klar, dass etliche Teile des Gesprächs aus dem OFF kommen.
Marion Ahrens

Marion Ahrens


Wäre ich der Kamera “tonlich” strikt gefolgt, hätte mich der Redakteur im Nachhinein erschlagen, denn er hätte in der Post einen ständig “springenden Ton” zu hören bekommen. Er erwartete aber zu Recht eine Aufzeichnung bei der er das zuhören bekommt, was er beim Dreh wahrgenommen hat, nämlich 4 Menschen die gemeinsam die Fragen beantworten. (Der Japaner auf der anderen Spur hätte den Unterschied hörbar gemacht, denn der hat ja mit gepinselt.) – Wäre das was Anderes als ein aktuelles Stück für die Lokalzeit Dortmund gewesen, hätte ich anders geangelt. Wäre diese Gesprächsrunde nicht ad hoc zustande gekommen, wäre mir noch einiges dazu eingefallen.

Also zum Ursprung zurück: die Kamera pickt sich Ausschnitte raus, das Mikrofon muß durchgängig alle auch im OFF befindlichen Teilnehmer einfangen.

Also wieder nix mit “What you see is what you get”. Bilder lügen. Das sollte bekannt sein.

Zusatz: ich würde Sie, Herr ……, gerne mal zum weiteren Gedankenaustausch treffen. Das ist ernst gemeint und ohne jede Polemik. – Denn, was gibt es besseres als Jemanden der nicht nur hinguckt, sonder auch tatsächlich was sieht und zur Steigerung auch noch Ohren hat. – Und ich lerne immer gerne was dazu.

Gruß
Marion Ahrens

Direkter Link zum Tonseminar mit Marion Ahren

Neue Geschäftsmodelle für die Filmbranche

Dieser Artikel wurde mir in Form einer e-mail über den Verteiler der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm zugesandt. Da ich ihn gelesen und für interessant befunden habe, teile ich ihn hier. Die Links sollte man sich anschauen.
Was ich an dem Text interessant finde ist:
Ich gehe ja bislang davon aus, dass sich die Inhalte expotential verhalten. Der Gedanke, dass sich die Technik ebenso verhält ist neu für mich aber sicherlich interessant.

Wo ich wiederspreche ist bei der Aussage:
“Automatische Übersetzungen tragen dazu bei, dass Sprachunterschiede keine Barrieren mehr darstellen.”
Das ist für die nächsten 10-20 Jahre nur ein Traum. Wir haben gerade mal wieder jemanden am übersetzen hier bei uns, …….

Verhindern ist kein Zukunftsmodell – sehr interessante Aussagen.

Am 01.07.2013 veranstaltete ich (Michael Augustin Rechtsanwalt) im Rahmen des Münchner Filmfestes ein Symposium zum Thema “Neue Geschäftsmodelle für die Filmbranche”, wozu ich Gerd Leonhard zu einer Keynote einlud, einen der nach dem Wall Street Journal weltweit führenden Futuristen im Medienbereich. Nun konnte ich endlich das Video seines Vortrages fertigstellen und auf Youtube hochladen, so dass Sie es unter dem folgenden Link sehen und natürlich gerne auch in Ihren jeweiligen Netzwerken weiterleiten und besprechen können:

Der Rest dieser Veranstaltung wurde ebenfalls aufgezeichnet und wird veröffentlicht, sobald die einzelnen Teile fertig geschnitten sind.

Im Folgenden fasse ich Ihnen aus diesem Video vorab die 5 wichtigsten Entwicklungen zur Zukunft der Filmbranche zusammen:

1. Die technologische Entwicklung vollzieht sich exponentiell
Smartphones und Tabletcomputer werden immer günstiger. Internetverbindungen werden immer leistungsstärker. Die technischen Entwicklungen vollziehen sich nicht linear, sondern exponentiell, d.h. die Neuerungen steigen in einer nach oben zeigenden steilen Kurve, nicht „nur“ in einer gerade verlaufenden Linie. In absehbarer Zeit hat fast jeder weltweit ein Smartphone oder einen Tabletcomputer und benutzt dieses nicht nur als „externes Gehirn“, sondern auch zum Konsum von Filmen, Musik, Apps, ebooks usw.

2. Digital ist der neue Standard, Konsumenten werden radikal ermächtigt
Filme, Musik usw. werden standardmäßig in digitaler Form konsumiert. Digitale Werke können ohne Qualitätsverluste kopiert und von den Konsumenten selbst – ggf. auch illegal – an andere weitergegeben werden. Technische Kopierschutzvorrichtungen und Abmahnungen von Rechtsanwälten können dies nicht verhindern.

3. Alles geht in die Cloud
Der traditionelle TV- und Internetkonsum nähern sich immer weiter aneinander an. Der Trend geht von zentral zu vernetzt zu dezentral, so dass die sozialen Netzwerke unsere neuen Sender werden. Die Vertriebskosten sinken, weil die Werke über das Internet verbreitet werden. Gleichzeitig steigt die Reichweite. Automatische Übersetzungen tragen dazu bei, dass Sprachunterschiede keine Barrieren mehr darstellen. Künftig werden alle weltweit auch in der Vergangenheit geschaffenen Werke im Internet verfügbar sein.

4. Verhindern ist kein Zukunftsmodell, es braucht Gründe für den Kauf
Weil die illegale Verbreitung der Werke über das Internet nicht verhindert werden kann, müssen den Konsumenten Gründe für die Bezahlung gegeben werden („PayWILL statt Paywall“). Solche Gründe können sein: Praktische Benutzeroberfläche, ansprechendes Design, Verfügbarkeit vieler Werke in hervorragender Qualität, Hintergrundinformationen, Relevanz, soziale Vernetzung, Personalisierung, schnelle Verbindung usw.

5. Der Wert liegt nicht mehr (nur) in der Kopie, sondern in der Relevanz, der Aufmerksamkeit und dem Kontext
Die Anzahl der jährlich produzierten Filme steigt weltweit stetig an. Auch die großen Marken haben bereits begonnen, eigene Branded Content/ Entertainment TV-Kanäle über das Internet zu verbreiten. Direct-to-Fan Marketing wird immer wichtiger, zumal die Filme um die Aufmerksamkeit der Konsumenten konkurrieren. Der noch bestehende eine große Massenmarkt wird durch eine Masse an Nischen ersetzt.

Ansonsten darf ich Sie auf den folgenden Link hinweisen, unter dem Sie meine nächsten Veranstaltungen einsehen können. Darunter zwei Vorträge im Bayerischen Filmzentrum im Geiselgasteig und ein Lehrauftrag an der Filmakademie in Ludwigsburg:

RA Michael Augustin

RA Michael Augustin

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer Projekte und stehe für Rückfragen sehr gerne zur Verfügung!

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Augustin
Rechtsanwalt

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MICHAEL AUGUSTIN | Rechtsanwalt
Dessauer Straße 6
80992 München | Germany
Tel | + 49 89 12 02 142 – 25
Tel | + 49 176 56 700 439
Fax | + 49 89 12 02 142 – 29
Mail | ra@michaelaugustin.de

Web | www.ra.michaelaugustin.de

SKY gibt Gas bei 4K und das zusammen mit Samsung

Testlauf der Ultra Hd Kamera bei Sky mit CEO Brian Sullivan

Wie schon ausgeführt denke ich nicht, dass die Sendeanstalten Taktgeber bei der Einführung von 4K sein werden. Außer SKY. Sky kann sich durch die Unterstützung von 4K einen deutlichen Vorteil im Markt verschaffen. Der Bezahlsender der ewig Miese einfuhr wird zum Treiber der neuen Technik. Und SKY scheint dies auch konsequent zu tun. Leider hatte ich auf der IBC keine Zeit mich näher damit zu beschäftigen aber heute kam dann gleich nachfolgende Pressemitteilung herein.

Doch zunächst – Hot News:
SKY CEO Sullivan im Reuters-Gespräch: “Sky Deutschland entwickelt ein Ultra-HD-Angebot, das voraussichtlich in 18 bis 24 Monaten an den Start gehen wird”, sagte Sullivan im Reuters-Gespräch.

Sky Deutschland und Samsung schließen strategische Partnerschaft: Gemeinsame Vorreiterrolle im Ultra HD-Markt

– Kombination von Ultra HD Know-how: Sky und Samsung bauen Vorreiterrolle bei der Entwicklung von Ultra HD aus
– Gemeinsam in die Zukunft des Fernsehens: Kommunikation am POS und im TV
– Umfangreiche Vermarktungskooperation

Unterföhring / Schwalbach/Ts., 19. September 2013 – Eine neue Dimension des Fernsehens, Bilder in nie dagewesener Schärfe und ein völlig neues Seherlebnis – dafür steht Ultra High Definition, der Standard der nächsten Generation, der in der TV-Branche aktuell eine rasante Entwicklung nimmt. Mit einer neuen strategischen Partnerschaft kombinieren Samsung Electronics und Sky Deutschland ihr Know-how in Sachen Hardware und Content-Produktion, um das Wachstum von Ultra HD zu beschleunigen. In einer umfassenden Kommunikationskampagne auf Sky und am POS wird über das neue TV-Erlebnis informiert. Die Zusammenarbeit beinhaltet eigens von Sky produzierte Clips, die die überragende Bildqualität der Ultra HD-Technologie demonstrieren. Im ersten Schritt wird ein Ultra HD Showcase-Trailer bereits bald auf Samsung Ultra HD-TVs im Handel zu sehen sein. Samsung Spots werden zudem die TV-Revolution auf den verschiedenen Sky HD-Kanälen auch zuhause erlebbar machen. Zusätzliche exklusive Inhalte wird Samsung aus seinen vielfältigen Engagements im Sportbereich, wie etwa bei den Olympischen Spielen, beisteuern.

Fussball Bundesliga FC Bayern MŸnchen - Borussia Dortmund 09

Testlauf der Ultra Hd Kamera bei Sky

“Die UHD-Technologie bietet viermal schärfere Bilder mit faszinierender Tiefenwirkung – diese Inhalte werden den Fernsehmarkt neu beleben. Bei der Entwicklung von UHD-Inhalten ist Sky ein echter Vorreiter. Daher freut es mich sehr, dieses Projekt gemeinsam voranzutreiben und unseren Kunden damit nicht nur technologische, sondern auch inhaltliche Exzellenz zu bieten”, so Georg R. Rötzer, Vice President Corporate Marketing Samsung Electronics GmbH.

Oliver Lewis, Vice President Strategy bei Sky Deutschland: “Samsung und Sky vereint die Leidenschaft für ein besseres Fernseherlebnis und herausragende Innovationen. Um das zukünftige Potential der nächsten großen TV-Revolution zu demonstrieren, haben wir den idealen Partner in Samsung gefunden – den Marktführer im Smart-TV-Segment.”

Weitere Informationen dazu hier.

Über Sky Deutschland:
Die Sky Deutschland AG ist mit rund 3,5 Millionen Kunden das führende
Abo-TV-Unternehmen in Deutschland und Österreich. Sky bietet
Live-Sport, aktuelle Filme, preisgekrönte Serien, Kindersendungen und Dokumentationen. Sky Abonnenten können bis zu 71 Sender in einzigartiger HD-Qualität inklusive eines 3D-Senders sehen. Dank der Innovationen Sky Go und Sky Anytime ist das Programm auch unterwegs sowie auf Abruf zu empfangen.