Archive for the ‘Production’ Category

IBC 2013 und 4K Frage

IBC, war dieses Jahr für mich eine Achterbahnfahrt. Ob ich dabei erfolgreich war wird sich noch zeigen. Ich habe viel Licht, darunter die erste Fluoreszenzlampe mit Akkubetrieb, die Square One von Photon Beard, gesehen. Zudem konnte ich die neue Steadicam Solo sehen. Diese Produkte werden wir umgehend in unseren Shop aufnehmen.

Das Highlight der IBC 2013 war für mich der Blackmagic Stand. Diese Firma ist der absolute Hammer. Im Grunde mit Apple vergleichbar, was die Vision und auch die Umsetzung angeht. Sei es die 4K-Kamera, die natürlich noch nicht lieferbar ist. Oder all die Bausteine, wie z.B. Wandler oder Bildmischer. Blackmagic setzt komplett neue Preispunkte (deutlich günstiger) für modernste Technik. Gerüchteweise hört man, dass Blackmagic mit Kameras noch kein Geld verdient hat. Hoffen wir mal, dass sich da niemand verhebt Aber im Grunde ist es auch klar, die Entwicklungszeit für soetwas ist immer länger als geplant. Weil immer etwas dazwischen kommt! In der Zwischenzeit ist natürlich die Nachfrage gestiegen und es gibt Backorder. Dementsprechend lange dauert es auch bis jemand die 4K Kamera erhalten kann.

Blackmagic Pocket Cinema Camera

Blackmagic Pocket Cinema Camera with lens

4K, so ist meine Ansage, kommmt schneller als wir uns das alle vorstellen. Und 4K kommt diesmal nicht über die Sendeanstalten sondern über das Internet, über Spiele, Video on demand und über neue Verbreitungswege. Ganz frech behaupte ich: das dauert gerade mal 3 Jahre bis der Umstieg vollzogen ist. Um diese Behauptung zu hinterfragen, habe ich während der IBC sehr viele darauf angesprochen und die Mehrheit sieht dies ähnlich wie ich. Was ist Ihre Meinung dazu? Es würde mich sehr freuen eine Rückmeldung von Ihnen zu erhalten.

Fussball Bundesliga FC Bayern MŸnchen - Borussia Dortmund 09

Testlauf der Ultra Hd Kamera bei Sky


Lustig ist das heute wo dieser Artikel online geht auch noch eine Pressemeldung von SKY zum Thema kamm.
20.09.2013 – Und es geht weiter mit Hot News:
SKY CEO Sullivan im Reuters-Gespräch: “Sky Deutschland entwickelt ein Ultra-HD-Angebot, das voraussichtlich in 18 bis 24 Monaten an den Start gehen wird”, sagte Sullivan im Reuters-Gespräch.

Manche Messebesuche sind als ob man alte Freunde besucht. Und bei der Gelegenheit geht man dann auch einkaufen. Ich habe diesmal etwas Licht von der Messe mitgebracht. So viel ich eben tragen konnte. Und diese Lichter gibt es jetzt als IBC Special.

LED light with 312 LED's, comes as a complete package with all you need.

LED light with 312 LED’s, comes as a complete package with all you need.

Kostenlose Steadicam Workshops am 16 und 17. Juli in Köln. Es sind noch Plätze frei.

Wer schon immer mal lernen wollte mit einer Steadicam umzugehen ist hier bestens aufgehoben.

Steadicam Pilot

Steadicam Pilot

Es sind jeweils eintägige Workshops für die wir Robin Thwaites von Steadicam UK als Trainer gewonnen haben. Robin kennt die Produkte in und auswendig. Die Workshops werden in Englisch abgehalten. Gute Sprachkenntnisse sind Voraussetzung.
Auch Mitarbeiter von SCHNITTPUNKT werden diese Workshops besuchen. Diese können Sie jederzeit in Deutsch auf die Produkte ansprechen.
Es ist der Traum jedes Filmemachers, Kameramanns eine schwebende Kamera zu besitzen. Schritte mit dem dem Auf und Ab der Kamera nicht mehr sehen zu müßen, sondern die Kamera schwebt!
Verwirklicht wurde dieser Traum mit der Steadicam die heute genauso eine Marke ist wie z.B. Tempo. Das gesammelte Wissen von Steadicam kann von Robin erfragt werden. Nutzen Sie die Chance und melden sich an für unsere Workshops.
Und am 18. Juli bieten wir ein Open House, während der Zeit von 10:00 – 18:00 können Sie sich die Steadicam Produkte nochmals anschauen, Fragen stellen und auch zu Sonderkonditionen kaufen.

Anmeldung für den Staedicam Workshop

SCHNITTPUNKT UG – NAB News – Teil 4 – Rigs

Ganz klar einer der Trend dieser NAB waren Rigs. Inwischen schon weit etabliert, ist mir die Bedeutung dieser Geräte erst jetzt wirklich klar geworden. Es handelt sich nicht um einen Modetrick sondern Rigs und Cages werden uns noch lange begleiten. Geboren wurden sie aus der Notwendigkeit DSLR’s, mit denen man zwar gut filmen kann die aber doch nicht wirklich für diesen Zweck ausgelegt sind, mit dem notwendigen Zubehör versehen zu können. Jetzt hätte es ja sein können, dass wenn der DSLR-Hype abgeklungen ist auch die Cages oder Rigs verschwinden würden. Aber meine Erkenntnis auf der NAB in diesem Jahr war: Nein die verschwinden nicht.

Warum nicht? Nun ganz einfach die heutigen Kameras sehen anderst aus / haben eine andere Form / als die früheren Videokameras. Und diese Kästchenkameras brauchen ein Gerüst, das es dem Kameramann ermöglicht die Kamera zu bedienen. Und zudem haben die Rigs heute Zusatzfunktionen die ohne ein Rig nicht möglich wären. Also sind sie nicht mehr entbehrlich sondern notwendig. So wird in dem nächsten Bild ein Rig gezeigt welches eine GoPro als zweite Kamera und als Sicherheitskamera mitträgt.

Angefangen hat die Rig-Entwicklung, mit dem Wunsch wieder eine Schulterkamera zu haben und mit Cages. Was sind Cages? Käfige die viele Möglichkeiten bieten etwas festzumachen. An dem Cage selbst kann Licht und Ton festgemacht werden. Zudem bieten Cages aber auch die Möglichkeit 15 mm Rohre für Follow Fokus und Mattebox festzumachen und somit ein filmisches Arbeiten zu ermöglichen.

SP Cage 3D

SP Cage 3D

Hier sei ein kurzes abschweifen erlaubt. Ich bin wirklich erstaunt was viele Leute machen um diesen sogenannten Filmlook zu erreichen. Und da die Rigs aus dieser Bewegung kommen nur kurz. Filmlook heißt der Kameramann kann eine Tiefenschärfe erzielen oder besser gesagt er erzeugt Unschärfen. Die Videokameras mit ihren kleinen Chips zeigen das gesamte Bild scharf. Im 35 mm Film hingeben gab es Schärfe und Unschärfe und durch den bewußten Einsatz der Beiden wird eine Aussage getroffen! Jedem bekannt ist die Schärfeverlagerung von Person zu Person.

Die Canon 5D Mark II hat eine erdrutschartige Bewegung hin zu diesem Look ausgelöst. Und das lustige ist, dass auf einmal Profiequipment welches zuvor im Videobereich kaum eingesetzt wurde als notwendig angesehen wird. Follow Fokus zum Schärfe ziehen, Mattbox um Filter einzusetzen oder Lichteinstrahlungen zu vermeiden. Und die Dinge sind teuer, so teuer wie die Rigs selbst. Mir waren die Rigs lange zu teuer. Ein gutes Rig kostet locker 2.000 €. Für ein gutes Stück Feinmechanik ist das nicht OK aber im Verhältnis zum Preis der Kamera für ca. 2- 3.000 € fragte ich mich schon ob das nicht zu teuer ist. Deshalb haben wir uns bemüht preiswertere Lösungen zu finden. Fündig wurden wir seit einigen Monate mit dem SP Cage 3D. Eine einfache preiswerte Lösung die wir selbst auch weiterentwickeln werden.

SP Cage 3D (Rückanscht)

SP Cage 3D (Rückanscht)

Zudem bieten wir Schulterrigs von CINEVATE an. CINEVATE ist ein kanadischer Hersteller und SCHNITTPUNKT UG ist der deutschen Distributor. CINEVATE stellte auch auf der NAB aus und wir sind froh damit ein Rig mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis anbieten zu können.

DSLR Rig v3

DSLR Rig v3

Es ist klar, dass uns dieses Thema in Zukunft wesentlich stärker beschäftigen wird. Wir sind mit einigen Herstellern im Gespräch.

SCHNITTPUNKT UG – NAB News – Teil 3 – Licht

Auf der NAB 2013 gab es drei revolutionäre Produkte im Lichtbereich, die demnächst verfügbar sein sollen und von SCHNITTPUNKT UG distribuiert werden.

CycLight

CycLight

Hersteller Flolight – CycLight
Cyclight von FloLight – ist eine komplett neue Greenscreen Einheit und ermöglicht eine wesentlich einfachere Erstellung von Greenscreen Aufnahmen. Der Kern der Neuheit ist eine Lichtbox die durch ein patentiertes Verfahren den Hintergrund gleichmäßig grün ausleuchtet. Dabei wird immer mehr Licht in weiter von der Lichtbox entfernte Bereiche gelenkt. Das Ergebnis ist ein gleichmäßig, grün ausgeleuchteter Hintergrund. Und das mit einer Lichtquelle.

Diese gleichmäßige Ausleucghtung ist die Voraussetzung für eine gute Grünstanze. Jetzt noch den Vordergrund gut und richtig ausgeleuchtet und dafür gesorgt, dass kein Licht vom Vordergrund auf den Hintergrund fällt und hurra – wir haben es. Eine sauber ausgeleuchtete Szene für eine Grünstanze.

FloLight arbeitet schon seit Jahren an diesem Produkt. Wie uns aus verläßlichen Quellen mitgeteilt wurde ist nun die Planungs und Testphase vorbei und das Produkt geht in die Fertigung.

cyclight-on-green-screen

cyclight-on-green-screen

Hersteller Photon Beard – Plasmalicht – Nova Spot
Auch dieses Produkt geht nach einer langen Entwicklungszeit nun in die Fertigung. SCHNITTPUNKT zeigte den Nova Spot im letzten Jahr in München auf der Cinec. Dabei fand es eine sehr hohe Aufmerksamkeit. Deshalb freut es mich, dass wir demnächst ein fertiges Produkt anbieten können.
Der große Vorteil von Plasmalicht ist, es ist flickerfrei. Zudem wird es bei weitem nicht so warm wie andere Lichtquellen die viel Energie in Wärme umwandeln. Es handelt sich dabei um eine punktförmige Lichtquelle, da das Plasma sich in einem kleinen (sehr kleinen) Kolben befindet.

Einige technische Daten:
Farbtemperatur: 5300 K
CRI: 94
Größe in mm: 265b x 285h x 355t
Gewicht: 7,3 kg

Nova Spot - Plasma Light at Cinec

Nova Plasma Light at Cinec

The housing of the plasma light Nova stays cool

The housing of the plasma light Nova stays cool

Plasma lamp

Plasma lamp

Hersteller Photon Beard – “THE SQUARE ONE – Fluoreszenzlicht mit Akkulösung
Fluoreszenzlampen bietet ein schönes weiches Licht mit einem hohen CRI. Bislang war es schwierig dieses Licht im Außenbereich einzusetzen. Das kann sich dank der SQUARE ONE ändern. Den diese Lampe besitzt neben dem normalen Stromanschluß noch eine Option für den Betrieb mit V-Mount. Ja das kann man sich gerne auf dem Gaumen zergehen lassen. Akku – Fluoreszenz = weiches, schönes Licht im Außenbereich. Und auch dieses Produkt soll in der nächsten Zeit lieferbar sein.

Bemerkung: da es sich bei allen drei Produkten um Vorankündigungen handelt, möchten wir Sie bitten uns bei Interesse daran eine Mail zu schicken.

NAB 2013 – so many different cameras

Each year at NAB I think I have to take pictures of all the different cameras I see at the show.
I am an old school boy. That means, I know the times where there had been 50 cameras models (Sony, Panasonic, JVC and ARRI) on the market and thats all it gave. Now at NAB you see everywhere new manufacturer and camera combinations. It is such a varity of cameras.
So please have a look at my collection and if you have some photos of outstanding cameras to share send me the pictures please. (punkt@schnittpunkt.de)

Thanks to Thomas Grahl from Rheinklang Media GmbH who was also at NAB 2013 – This is a great picture:

Wooden Rig-at-NAB 2013

Wooden Rig-at-NAB 2013

AT NAB 2013, first we have a look in the pressroom and we meet there. A NEX-EA50.

The great thing about the NEX-EA50 is the use of extra lenses.

Wechseloptiken

Then we meet a UK team – Broadcastshow – , we meet before at BVE in London. They produce films also about NAB 2013.

UK-Team

The first modell from a 3D printer I ever have seen, it is the holder for an iPad mini.

iPad Mini

Most of the cameras are used to inform about the NAB 2013. Here we show an interview which is made with a Canon DSLR. The interviewer is an US-University and the cameraman use the strap around his neck as a stabilizer. Funny, isn’t it?
Clay Baker from Bodelin talks about the news from the ProPrompter line. New at Bodelin is a holder for the iPad mini for the the HDi Pro2.

Sometimes you see that “the world is really a village” (as we say in Germany). That happend for me at NAB 2013 when I met Thomas Grahl from Rheinklang. A customer of our rental house TNMD. They worked with the Canon C300 and produced at NAB films for some customers.

One of the camera highlights was the following example. The rig was special designed to work with it as it is. The GoPro is the second camera for another angle or for security reasons.

I asked the user if he can work with this rig? And August Reinhard (Head of Production – tpc / switz) told me, that he really likes it a lot.

Everywhere at the NAB 2013 you could see the GoPro

3D was no big theme, but you could see it.


Of course, the iPhone production should not be missed by us. This time we show a Japanese production company

iPhone Produktion

Or as part of a live streaming process.

IPhone Livestreaming

But you want to see the real cameras, the real, real camera you are going to use every day?

And if you don’t need the real camera any more……….

Wandernde Kamera

But if you need a camera and have no one.
You can rent one from us in Cologne, Germany.

You can rent
Sony PMW200
Sony PMW EX1R
Sony NEX-FS100EK
Sony HVR V1E
GoPro HD Hero
Canon EOS 5D Mark II and also Mark III

COPYRIGHT: Thomas Nowara / SCHNITTPUNKT UG

BVE 2013

BVE 2013

BVE 2013

Ende Februar fand in London die erste der großen Video- und Broadcasting-Messen statt. Ja nicht IBC in Amsterdam oder NAB in Las Vegas, sondern diesmal zog es mich nach London. Ich wollte einfach mal die Witterung aufnehmen und ein Gespür für den UK-Markt bekommen. Zudem wollte ich einige unserer Lieferanten und Händler besuchen. Und ich wollte sehen was es Neues in unserem Bereich gibt.

Und natürlich habe ich einiges Neues gesehen. So z.B. eine 360°-Live-Videosystem für Veranstaltungen. Es ist schon sehr beeindruckend, dass man dabei wirklich alles sehen kann und der „User“ die Blickrichtung und Bildausschnitt selbst bestimmen kann. Bislang wird das System bei Großveranstaltungen eingesetzt, aber auch bei Konzertübertragungen scheint es gut anzukommen. Die Musiker auf der Bühne werden nicht durch Kameramänner gestört, da das System einfach nur mit auf der Bühne steht. Und die Zuschauer können auswählen was sie sehen wollen.

Stark fand ich auch die 2KW LED-Fresnelscheinwerfer von „Litepanels“. Sie sind zwar noch sehr teuer und

A new Rig

A new Rig

verdammt schwer, aber sie zeigen das LED-Licht in hoher Intensität gebündelt werden kann.
Bei unserem Hersteller „Photon Beard“ gab es eine neue kleine Fluoreszenzlampe zu sehen. Noch ist sie ein Prototyp aber ab der NAB soll diese auch mit Akku zu betreibende Fluoreszenzlampe als fertiges Produkt erscheinen.

Doch bevor wir uns weitere Neuheiten anschauen, nenne ich Ihnen einige Informationen zur Messe. BVE wendet sich in der Hauptsache an TV- und Profi-Video-Kunden. Da diese dort auch direkt kaufen können ist die Messe sehr „busy“. Von der Größe her etwa so groß wie die CINEC, hat man in 1-2 Tagen alles auf der BVE gesehen.

London, Docks

London, Docks

Die Lage des Messegeländes (früheres Hafengebiet – London Docks) ist sehr schön und bietet ein Blick auf das neue futuristische London. Vom Flugplatz Heathrow mit der U-Bahn in ca. 2 Stunden zu erreichen.

Selbstverständlich habe ich neue Produkte für unsere Distribution gesucht und auch gefunden. In der nächsten Zeit werden wir klären ob es etwas wird mit der neuen Videofunkstrecke, die verzögerungsfrei arbeitet und weniger als 2.000 € kostet. Was ich sonst noch gefunden habe? Lassen Sie sich überraschen.

Auswirkungen auf die Medienindustrie und was heißt das für die Medienschaffenden? Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

In der heutigen Folge betrachten wir die Auswirkung der “technischen Endzeit” auf die Medienindustrie und deren Kunden.

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara
Diese Artikelserie ist entstanden aus der Überlegung, dass die Auflösung moderner Displays die des Auges übertrifft. Das sehen wir insbesondere an 8K Ultra HD. Dabei haben sich verschiedene Möglichkeiten der Weiterentwicklung gezeigt. So etwa das Ultra HD in zwei Ausführungen. Gerade haben wir, d.h. in diesem Fall Produzenten, Broadcaster und Consumer HD eingeführt und schon bringt die Industrie neue bessere Formate. Da sich die technische Bandbreite aus der örtlichen Auflösung und der Bildfrequenz zusammensetzt, kann der technische Spielraum auch für eine Erhöhung der Bildfrequenz genutzt werden. Deshalb ist insbesondere nach Ultra HD damit zu rechnen.
Wie sich nun diese Änderungen auf die Medienindustrie auswirkt ist nicht klar zusagen. Es gibt wiederstreitende Tendenzen. So das Zurückziehen von Firmen aus dem Medienbereich, da die Märkte kleiner werden (sagt man). Dazu folgende Meldung: Nicht nur die Fernsehsparten von Sony und Sharp arbeiten defizitär. Auch Deutschlands bekanntester TV-Gerätehersteller Loewe ist in die roten Zahlen gerutscht – und das noch deutlicher als erwartet. (Quelle: n-tv.de vom 28.01.2013) Aber auch die Möglichkeit durch einen schnellen Umstieg auf Ultra HD einen neuen Fernsehmarkt bedienen zu können. Oder wird am Ende alles in China produziert?

Norbert Bolewski
Der Medienbereich vergrößert sich meines Erachtens doch und wird nicht kleiner sondern größer. Der reine Broadcastmarkt wird vielleicht kleiner weil innovative Entwicklungen nicht mehr so stark kommen werden, aber der Medienmarkt als Absatz auch für Geräte? Wird der wirklich kleiner? Das würde ich doch gerne mal hinterfragen.

Thomas Nowara
Das betraf die Firma Sanyo. Diese hat ihren Vertrieb in Europa eingestellt. Immerhin kamen die besten Outdoor Monitore von Sanyo. Aber auch andere Firmen wie etwa JVC und damit auch JVC Prof. sind aufgekauft und mit Kennwood zu JVCKennwood verschmolzen. Wird es Sony und Panasonic bald ähnlich gehen?

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Firmenübernahmen, selbst Firmeninsolvenzen im Medienbereich können zu einer Konzentration und letztlich erhöhtem Absatz führen. Das eine schließt das andere nicht aus. Aber sicherlich wird es tendenziell logischerweise zu einem gewissen Grad an Marktsättigung führen, wenn nicht sehr innovative Impulse kommen, die den Verbraucher wieder animieren, etwas haben zu wollen. Ich sehe im Moment erst eine Abflachung des Konsumverhaltens auf hohen Niveau (zum Beispiel bei Smartphones, noch nicht bei Tablets). Prognosen, inwieweit der Verbraucher 4K-TVs annimmt, wie sich die Bedienungsfreundlichkeit (Apps?) verbessern lässt, wie die Akzeptanz von Social Media sich weiterentwickelt hin zum Second Screen usw. Das sind noch spannende Entwicklungen, die zur Zeit kein Mensch hinreichend seriös beantworten kann, sondern sind meist Spekulationen mit verkaufstechnischem Hintergrund.

Thomas Nowara
Ich denke vieles hängt davon ab wie schnell der Markt bereit ist von HD aus weiter zu gehen. Die Situation vor HD war ja dadurch geprägt, das jahrzehntelang die Auflösung nicht erhöht wurde. Nun wird alles viel schneller gehen. Wenn also HD, kaum einge- gleich weitergeführt wird dann sollten die Zeiten doch eher rosig werden. Wenn nicht, dann nicht.

Was heißt das für die Medienschaffenden?

Thomas Nowara

Sie müssen sich in ihren Produktionen immer weiter absetzen und höherwertig produzieren (2K, 4K, 8K). HD wird bereits auf dem Smartphone produziert. Das geht sehr preiswert. Auch die DSLR-Filmer arbeiten recht preiswert. Um sein Einkommen zu finden müssen sich Filmemacher absetzen.

Norbert Bolewski
Ich glaube, dass für das Fernsehen 2K noch sehr viele Jahre ausreicht, vielleicht mit einem DVB-S2-Standard (allerdings neuer Decoder oder Nachrüstung nötig) und dem neuen Kompressionsstandard HEVC bzw. H.265 (High Efficiency Video Coding = HEVC = H.265, doppelt so effektiv wie H.264) mit dem 1080p50 bei gleicher Bandbreite übertragen werden kann. 4K-Produktionen für TV, dafür gibt es zur Zeit noch sehr wenige Geräte und es scheint mir für die Produktion wirtschaftlich noch zu früh. Darüber hinaus ist alles hochspekulativ und deshalb sollte man doch in Ruhe die weiteren Entwicklungen abwarten.
Beim Digital Cinema wird das Gros der Filme für 2K mit 24 B/s bleiben, besondere Produktionen mit computergenerierten bzw. unterstützten Bildern werden mit 48 B/s aufgenommen und wiedergegeben werden, mit 2K. 4K mit 48 B/s werden für besondere (Hollywood-)Produktionen in Premierenkinos kommen, wenn die Digital-Cinema-Anlagen so hochgerüstet sind, dass sie die hohe Datenrate verarbeiten und die DCI-Spezifikation entsprechend ergänzt wird.

Ultra HD – Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Angestoßen durch meinen Artikel „Gedanken zum Jahresende“ hat sich eine Diskussion zwischen Norbert Bolewski (ehemaliger Chefredakteur der FKT) und Thomas Nowara entwickelt. Dabei stand im Zentrum meiner Überlegungen, dass die Menschheit erstmals Wiedergabemöglichkeiten besitzt, die das Vermögen des Auges übersteigen. Das wird auch deutlich in den neuen höheren Auflösungen. Nach HD kommt Ultra HD. Das ist nicht zu verwechseln mit 4K. Aber da wird bestimmt einiges in den nächsten Jahren verwechselt. Den es gibt Ultra HD als 4K Ultra HD und als 8K Ultra HD.
Das kleine Format entspricht 4 x einem 1080 Signal und das größere 16 mal 1080. Das größere Signal habe ich vor Jahren schon auf der NAB gesehen und WAUW das Bild ist hyperreal. Im kleineren Format hat Sky Deutschland schon eine Testsendung gefahren. Dabei soll der Videoschnitt interessant gewesen sein, weil man in diesem Format wohl noch kein ausgewachsenes Schnittsystem besitzt.

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Realistisch für die kommenden Jahre ist die UHD1 mit 3840×2160 Bildpunkten (das wird auch als 4K Ultra HD bezeichnet, 4K beim Digital Cinema sind 4096 x 2160 Bildpunkte). Aber auch da stellt sich die Frage, wie bringe ich die Auflösung zum Fernsehzuschauer und wo gibt es 4K Content. Die inzwischen erfolgte Standardisierung der beiden Systeme UHD1 und UHD2 war erst einmal ein guter Schritt. Aber in Zeiten knapper Kassen glaub ich nicht so schnell daran.

Thomas Nowara
Neben den üblichen Versuchen, wie bei der letzten Olympiade 2012 in London, incl. der Übertragung von Live Streams gibt es im Moment die Präsentation auf IBC und NAB. So soll Ultra HD auf der NAB 2013 präsentiert werden. Zudem wurde diese Verfahren aber auch schon von dem Privatsender Sky Deutschland getestet. Ich denke, dass da der Druck von den Privaten kommen könnte. Denn diese müssen ja beweisen, warum man sie in diesem Medienumfeld überhaupt braucht. Ich fand es toll als ich von den Versuchen von Sky Deutschland hörte.

Sky Ultra HD Testproduktion

Sky Ultra HD Testproduktion

Norbert Bolewski
Möglich, aber ich sehe das nicht so schnell. Noch sind die 4K-Fernseher nicht auf dem Markt, sie sollen noch um die 12.000 Dollar und mehr kosten. Es gibt defacto keinen Content außer den 4K-Filmen. Die TV-Studios werden nicht so schnell auf 4K umrüsten. Wie kommen die 4K Bandbreite zum Zuschauer? Es gibt eine große Anzahl an Fragen und vor allem Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen. Der optimale Abstand für die TV-Betrachtung bei 2K ist 3xH (H = Bildhöhe), bei 4K 1,5xH. Welcher Mensch will sich (optimal) sein Display im Wohnzimmer aus zum Beispiel 75 cm ansehen, 1,5 m reichen bei 2K (HDTV) und einer Bildhöhe von 50 cm und selbst diesen Abstand dürften die meisten Zuschauer als zu kurz empfinden (obwohl er korrekt wäre). Und, und, und. Ich könnte jetzt die Liste mit Unsicherheiten und vielen Fragen noch ziemlich lang werden lassen. Wie schnell sich das entwickeln wird ist reine Kaffeesatzleserei. Es ist gut, dass es den bzw. die Standards gibt, weil sie Sicherheit für eine wie auch immer geartete Roadmap für künftige technischen Weiterentwicklung bedeuten. Und den Rest sollten wir erst einmal abwarten und nicht wie bei 3D schon wieder in einen neuen Hype verfallen. Obwohl ich vermute, dass wir das zur IFA trotzdem erleben werden.

Thomas Nowara

Der Hype ist jetzt schon da. Die Pressemeldungen zur ISE 2013 verkünden von Gefen Ultra HD Produkte. Und zwar Splitter, Switcher und Matrix-Systeme für 4K Ultra HD. Andere Hersteller werden mitziehen.

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Selbstverständlich gibt es entsprechende Produkte, und das Angebot wird zunehmen. Einige Mischer für Studio TV sind auch bereits 4K-tauglich. Es soll ja auch Sky mit ersten Versuchssendungen über Satelliten starten. Das alles sagt aber gar nichts über eine allgemeine Einführung aus. Ich vermute, dass das frühestens (!) in fünf Jahren so weit sein könnte. Und auch das scheint mir noch sehr optimistisch. Natürlich kann man 4K auch soweit komprimieren, dass man mit der heutigen Übertragungsbandbreite hinkommt. Aber das wäre doch Unsinn. Vielleicht gibt es auch bald einige wenige Sender mit HEVC-Codierung (DVB-S2), wenn in den 4K-Geräten entsprechende Decoder eingebaut sind. Wir haben ja heute noch oft (meistens?) nicht HD, wenn auch auf der Senderkennung HD zu lesen ist. Wir sollten uns erst einmal darauf konzentrieren wirklich überall HD anbieten zu können. Wer will, wird sich sicher schon im nächsten Jahr einen 4K-Fernseher anschaffen können, um dann vor allem SD- und HD-Sendungen auf 4K hochgerechnet zu sehen. Mit BluRay gehts nicht. Der Fernseher wird dann vielleicht wieder zum Prestigeobjekt. Diese Zeit gab es schon mal in den 1960er Jahren.

Der Beitrag erscheint auch hier: multimedia-view.de

PS: Die Sky Testproduktion erfolgte mit der Kamera Sony F65 35mm-Kamera, die Produktion erfolgte zusammen mit der Produktionsfirma Kropac Media.

Pressemitteilung: Sky Deutschland testet erstmals revolutionäres Ultra HD

Testaufzeichnung des Fußballgipfels zwischen Bayern und Dortmund mit der innovativen Technologie

• Sky unterstreicht erneut seine große Innovationskraft: Erstmals in derdeutschen TV-Geschichte wird ein Live-Fußballspiel mit der neuen UltraHD-Technik aufgezeichnet
• Vierfache Full-HD-Auflösung: Die neue Technologie liefert die vierfache Auflösung des aktuellen HD-Standards und damit ein noch detailgetreueres Fernsehbild
• Zwei hochmoderne 4K-Kameras zeichnen zu internen Testzwecken aus der Allianz Arena einzigartige TV-Bilder des Topspiels auf Unterföhring,

Sky Ultra HD Testproduktion

Sky Ultra HD Testproduktion

30. November 2012 – Am Samstag, 1. Dezember, kommt es zum Bundesliga-Spitzenspiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund. Dieses
Gipfeltreffen nimmt Sky Deutschland zum Anlass, um erstmals ein Live-Fußballspiel in Ultra HD aufzuzeichnen und damit seine Stellung als Innovationsführer
im TV- und Entertainment-Bereich in Deutschland und Österreich zu unterstreichen.

Brian Sullivan, CEO von Sky Deutschland: „Ultra HD ist unglaublich spannend für uns und noch spannender für unsere Kunden. Bei Sky stellt Innovation eine der tragenden
Säulen des Unternehmens dar, die in den letzten Jahren maßgeblichen Anteil an unserer HD-Marktführung in Deutschland und Österreich hatte. Im Moment ist Ultra
HD noch Zukunftsmusik, aber bereits in diesem frühen Stadium sind die ersten Erfahrungen verblüffend. Die Testaufzeichnung am Samstag ist nur der erste von vielen
noch folgenden Schritten. Wir treiben die Entwicklung voran, um auch bei der nächsten TV-Revolution vorne dabei zu sein und unseren Kunden das bestmögliche Entertainment-
Erlebnis zu bieten. Wir können es kaum erwarten, den ersten Testlauf zu starten, und ich kann mir keinen besseren Anlass als am Samstagabend vorstellen,
wenn in der Allianz Arena mit Bayern und Dortmund zwei Top-Teams aus der besten Liga Europas aufeinander treffen.“

Sky Ultra HD Testproduktion

Sky Ultra HD Testproduktion

Ultra HD entspricht der vierfachen Auflösung des Full-HD-Bildes und sorgt mit enormer Bildschärfe, verbesserter und detailgetreuer Tiefendarstellung sowie brillanteren
Farben und höheren Kontrasten für ein noch realistischeres Fernsehbild. Die ersten Fernseher, die Ultra HD darstellen können, kommen in diesen Tagen in den Handel.
Noch fehlt es allerdings an entsprechenden Inhalten. Um für die Zukunft bestens vorbereitet zu sein, testet Sky nun erstmals das neue Verfahren und zeichnet mit zwei 4KKameras
das komplette Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern und Dortmund auf. Die Produktion wird zusammen mit der Produktionsfirma Kropac Media aus Ingolstadt
umgesetzt und dient vorerst internen Entwicklungszwecken. Eine TV-Ausstrahlung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant. Nach der Live-Übertragung von exklusiven
Events in 3D und dem Launch des ersten deutschen 3D-Senders ist Sky damit erneut
Wegbereiter für innovatives Fernsehen.

Über Sky Deutschland:
Die Sky Deutschland AG ist mit mehr als drei Millionen Kunden das führende Abo-TVUnternehmen in Deutschland und Österreich. Sky bietet über 70 Sender mit Live-Sport,
aktuellen Filmen, preisgekrönten Serien, Kindersendungen und Dokumentationen. Sky Abonnenten können bis zu 61 Sender in einzigartiger HD-Qualität inklusive eines 3DSenders
sehen. Dank der Innovationen Sky Go und Sky Anytime ist das Programm auch unterwegs sowie auf Abruf zu empfangen.

Höhere Bildrate – Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Angestoßen durch meinen Artikel „Gedanken zum Jahresende“ hat sich eine Diskussion zwischen Norbert Bolewski (ehemaliger Chefredakteur der FKT) und Thomas Nowara entwickelt. Dabei stand im Zentrum meiner Überlegungen, dass die Menschheit erstmals Wiedergabemöglichkeiten besitzt die das Vermögen des Auges übersteigen. Eine weitere Verbesserung der Qualität bringt dem Zuschauer erst einmal nichts. Deshalb fragte ich mich, wie wird sich diese Tatsache auf technische Entwicklungen aber auch auf die Produktion und den Konsum auswirken?

Höhere Bildrate

Thomas Nowara
Ich habe in 2012 schon das Ende der technischen Entwicklung für die Film- und Fernsehindustrie gesehen. Wenn die Auflösung des Auges erreicht ist kann die Technik nicht besser werden. Aber siehe da, die Techniker und Filmemacher sind nun in der Lage neben der örtlichen Auflösung die sich in 2K, 4K oder höher wiederspiegelt nun sich der zeitlichen Auflösung, also höheren Bildrate zu widmen. Was das bringt? Eine immer bessere Abbildung der Wirklichkeit. Bild und das Abzubildende sind in der Qualität immer ähnlicher.

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Höhere Bildrate: Eine immer bessere Abbildung der Wirklichkeit?
Nach den Versuchen bei Arri und nach dem Urteil einiger, die Versuchsaufnahmen mit 24 und 48 B/s gemacht haben, soll es sogar eine bemerkenswerte Verbesserung sein. Steht aber eigentlich im Gegensatz zu bisherigen traditionellen Erkenntnissen, dass gerade für die Bewegungsdarstellung eine gewisse Verschleifung der Bewegung (Bewegungsunschärfe) wichtig ist – bei realen Bilder. Ganz anders bei Computer Graphics oder “Einzelbild-Trickfilm”. Hier war die höhere Bildfrequenz immer schon richtiger, eben weil es keine Bewegungsverschleifung gab.
Übrigens bin ich beim Hobbit-Film unsicher. Meinen die 48 B/s mit 2K, das sieht ja die DCI-Spezifikation (vor allem im Hinblick auf 3D) vor. Bei 4K sieht die Norm nur 24 B/s vor. Natürlich lässt sich solch eine Norm erweitern, aber die Übertragungsrate verdoppelt sich dann von 250 auf 500 Mbit/s. Das ist nicht mehr normgerecht mit der Konsequenz, dass die Digital-Cinema-Anlagen in die Knie gehen (können). Wird der Hobbit bei uns mit 48 B/s mit 2K abgespielt oder so wie er aufgenommen wurde, in 4K. Ich weiß es im Moment nicht.

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara
Ich denke das sich hier ein neues Forschungsfeld ergibt. Das sind jetzt begründete Vermutungen, die auch auf der von mir mitbetreuten Diplomarbeit über Bewegung beruhen. Ich denke wir brauchen bei niedrigen zeitlichen Auflösungen wie im Film, also bei 24 Bilder pro Sekunde die durch die Flügelblende verdoppelt wird, da brauchen wir die Unschärfen um ein fließenden Übergang von Bild zu Bild zu erzeugen. Und wir erzeugen so den heißgeliebten Kino-Look. Gehen wir höher (50-100 B/s) werden wir zunächst nicht wirklich glücklich, weil die Bildfrequenz nicht Fleisch noch Fisch ist. Dann wieder bei 150 oder mehr sehen wir eine neuartige Verschmelzung die auch ein neuartiges Bild (sehr real und scharf) erzeugt. Aber wie gesagt das ist eine begründete Vermutung, die ich gerne im Rahmen einer Diplomarbeit (oder ähnliches) getestet sehen würde.
Zudem wäre es gut an dieser Stelle den Hobbit Film genauer anzusehen. Ich kann nur sagen ich war drin und mir ist nichts aufgefallen.

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Nichts aufgefallen, also auch nicht die 48 B/s? Es scheint mir aber durchaus möglich, dass 48 B/s generell bei Bewegungen besser wirken. Beim Film stellte sich die Frage in der Realität nicht (obwohl es auch schon entsprechende Versuchsfilme gab). Grund war die sich ergebende Verdoppelung der Menge des Aufnahmematerials und vor allem der Kopienlänge (statt rund 3000 m für einen Spielfilm ergäben sich dann 6000) Das gäbe abgesehen von der Wirtschaftlichkeit auch deutlich größere Probleme beim Handling im Vorführraum. Bei der Digitalen Kopie ergibt sich natürlich die doppelte Datenmenge, aber das wäre heute wohl ohne größere Probleme handhabbar. Auch die Datenrate bei der Übertragung der Daten vom Server zum Projektor stellt heute kein wirkliches Problem dar, aber die Anlagen müssen dazu in der Lage und zertifiziert sein. Ich glaube aber auch, dass hier noch einige Untersuchungen nötig sind, um die tatsächlichen technisch-qualitativen Verbesserungen abschätzen und in Relation zur Wirtschaftlichkeit zu stellen. Aber es wäre sehr viel leichter realisierbar als beim Film, zumal ja auch die DCI-Kopie bereits datenkomprimiert ist und modernere Komprimierungsmethoden anwendbar wären. Aber Vorsicht bei einer Aufweichung des Standards, sonst landen wir irgendwann wie beim Fernsehen auf zig unterschiedlichen Komprimierungsverfahren und das wäre höchst kontraproduktiv.

Thomas Nowara
Manchmal genügt es sich nochmal anzuschauen was man schon einmal gemacht hat. In dem Buch von Anjo Steber, Prof.Thomas Bonse und mir wird die zeitliche Auflösung sehr gut auf den Seiten 48ff beschrieben. Dabei wird zum einen auf eine Untersuchung von Douglas Trumbull verwiesen der sagt: „das für den menschlichen Verstand 60 Bilder pro Sekunde die ideale Bildfrequenz ist“. Zum anderen wurden selbst praktische Versuche gemacht die aufzeigen, dass bei einer Erhöhung der Bildfrequenz die dargestellte Person (ein Sportler) deutlicher zu erkennen ist.
Der Unterschied zwischen Auge und Kamera ist das wir einen kontinuierlichen Bilderstrom sehen und bei der Kamera immer eine Austastlücke sein muß. Diese ist z.B. notwendig um die Ladungen des Bildchips zu verschieben oder den Filmstreifen zu transportieren. D.h. Film und Auge werden immer unterschiedlich funktionieren, aber die Abbildung gewinnt durch die höhere Bildfrequenz. Da bin ich mir sicher.

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