Auswirkungen auf die Medienindustrie und was heißt das für die Medienschaffenden? Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

In der heutigen Folge betrachten wir die Auswirkung der “technischen Endzeit” auf die Medienindustrie und deren Kunden.

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara
Diese Artikelserie ist entstanden aus der Überlegung, dass die Auflösung moderner Displays die des Auges übertrifft. Das sehen wir insbesondere an 8K Ultra HD. Dabei haben sich verschiedene Möglichkeiten der Weiterentwicklung gezeigt. So etwa das Ultra HD in zwei Ausführungen. Gerade haben wir, d.h. in diesem Fall Produzenten, Broadcaster und Consumer HD eingeführt und schon bringt die Industrie neue bessere Formate. Da sich die technische Bandbreite aus der örtlichen Auflösung und der Bildfrequenz zusammensetzt, kann der technische Spielraum auch für eine Erhöhung der Bildfrequenz genutzt werden. Deshalb ist insbesondere nach Ultra HD damit zu rechnen.
Wie sich nun diese Änderungen auf die Medienindustrie auswirkt ist nicht klar zusagen. Es gibt wiederstreitende Tendenzen. So das Zurückziehen von Firmen aus dem Medienbereich, da die Märkte kleiner werden (sagt man). Dazu folgende Meldung: Nicht nur die Fernsehsparten von Sony und Sharp arbeiten defizitär. Auch Deutschlands bekanntester TV-Gerätehersteller Loewe ist in die roten Zahlen gerutscht – und das noch deutlicher als erwartet. (Quelle: n-tv.de vom 28.01.2013) Aber auch die Möglichkeit durch einen schnellen Umstieg auf Ultra HD einen neuen Fernsehmarkt bedienen zu können. Oder wird am Ende alles in China produziert?

Norbert Bolewski
Der Medienbereich vergrößert sich meines Erachtens doch und wird nicht kleiner sondern größer. Der reine Broadcastmarkt wird vielleicht kleiner weil innovative Entwicklungen nicht mehr so stark kommen werden, aber der Medienmarkt als Absatz auch für Geräte? Wird der wirklich kleiner? Das würde ich doch gerne mal hinterfragen.

Thomas Nowara
Das betraf die Firma Sanyo. Diese hat ihren Vertrieb in Europa eingestellt. Immerhin kamen die besten Outdoor Monitore von Sanyo. Aber auch andere Firmen wie etwa JVC und damit auch JVC Prof. sind aufgekauft und mit Kennwood zu JVCKennwood verschmolzen. Wird es Sony und Panasonic bald ähnlich gehen?

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Firmenübernahmen, selbst Firmeninsolvenzen im Medienbereich können zu einer Konzentration und letztlich erhöhtem Absatz führen. Das eine schließt das andere nicht aus. Aber sicherlich wird es tendenziell logischerweise zu einem gewissen Grad an Marktsättigung führen, wenn nicht sehr innovative Impulse kommen, die den Verbraucher wieder animieren, etwas haben zu wollen. Ich sehe im Moment erst eine Abflachung des Konsumverhaltens auf hohen Niveau (zum Beispiel bei Smartphones, noch nicht bei Tablets). Prognosen, inwieweit der Verbraucher 4K-TVs annimmt, wie sich die Bedienungsfreundlichkeit (Apps?) verbessern lässt, wie die Akzeptanz von Social Media sich weiterentwickelt hin zum Second Screen usw. Das sind noch spannende Entwicklungen, die zur Zeit kein Mensch hinreichend seriös beantworten kann, sondern sind meist Spekulationen mit verkaufstechnischem Hintergrund.

Thomas Nowara
Ich denke vieles hängt davon ab wie schnell der Markt bereit ist von HD aus weiter zu gehen. Die Situation vor HD war ja dadurch geprägt, das jahrzehntelang die Auflösung nicht erhöht wurde. Nun wird alles viel schneller gehen. Wenn also HD, kaum einge- gleich weitergeführt wird dann sollten die Zeiten doch eher rosig werden. Wenn nicht, dann nicht.

Was heißt das für die Medienschaffenden?

Thomas Nowara

Sie müssen sich in ihren Produktionen immer weiter absetzen und höherwertig produzieren (2K, 4K, 8K). HD wird bereits auf dem Smartphone produziert. Das geht sehr preiswert. Auch die DSLR-Filmer arbeiten recht preiswert. Um sein Einkommen zu finden müssen sich Filmemacher absetzen.

Norbert Bolewski
Ich glaube, dass für das Fernsehen 2K noch sehr viele Jahre ausreicht, vielleicht mit einem DVB-S2-Standard (allerdings neuer Decoder oder Nachrüstung nötig) und dem neuen Kompressionsstandard HEVC bzw. H.265 (High Efficiency Video Coding = HEVC = H.265, doppelt so effektiv wie H.264) mit dem 1080p50 bei gleicher Bandbreite übertragen werden kann. 4K-Produktionen für TV, dafür gibt es zur Zeit noch sehr wenige Geräte und es scheint mir für die Produktion wirtschaftlich noch zu früh. Darüber hinaus ist alles hochspekulativ und deshalb sollte man doch in Ruhe die weiteren Entwicklungen abwarten.
Beim Digital Cinema wird das Gros der Filme für 2K mit 24 B/s bleiben, besondere Produktionen mit computergenerierten bzw. unterstützten Bildern werden mit 48 B/s aufgenommen und wiedergegeben werden, mit 2K. 4K mit 48 B/s werden für besondere (Hollywood-)Produktionen in Premierenkinos kommen, wenn die Digital-Cinema-Anlagen so hochgerüstet sind, dass sie die hohe Datenrate verarbeiten und die DCI-Spezifikation entsprechend ergänzt wird.

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