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Ultra HD bei Saturn und auf thomas-nowara.com

Gestern habe ich den ersten Ultra HD Monitor bei Saturn gesehen. Es war ein Samsung UHD TV Gerät und zwar der UE 85. Am 24. Januar 2013 habe ich zusammen mit Norbert Boleski noch einen Artikel darüber geschrieben und nun ist das Realität. Doch auch damals schon fing die Diskussion zu diesem Thema an. Der Fernsehen kostet schlappe 34.999 €. Allerdings sind da 19% MwSt. schon enthalten.

UHD real

UHD real

Mein zu Besuch weilender Neffe, der nicht aus dem Medienbereich kommt, hat es klar auf den Punkt gebracht: “Saugeil – Jetzt gefallen mir normale Fernseher nicht mehr. das ist aus der Nähe betrachtet zuviel für die Augen, da bekommt man bestimmt Kopfschmerzen”.

Ja, da hat er einfach recht. Die Wohnzimmer müssen größer werden.

Samsung UHD TV

Samsung UHD TV

Also wer es sich leisten kann. Der Fernseher ist da und jetzt fehlen nur noch die Inhalte.
Wer mehr dazu lesen will, findet weitere Beiträge auf www.multimedia-view.com

4K (QFHD) im Wohnzimmer

Diese Antwort auf unsere Diskussion wurde ursprünglich an Multimedia-view.com gemailt, danke für die Übernahmemöglichkeit.

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

In meiner Antwort auf die Fragen von Thomas Nowara (Diskussion, Teil 3) hatte ich mich skeptisch über die Einführung von 4K geäußert. Dabei führte ich an, dass kein Programm da sein wird und der exorbitante Preis der 4K-Fernseher einer raschen Einführung entgegen steht. Ich schrieb, dass ich nicht vor fünf Jahren mit einem regulären Betrieb mit 4K rechne und somit auch erst dann mit einer generellen und bezahlbaren Einführung in die Haushalte. Hubertus Beckmann, Technischer Direktor der Lang AG ist da ganz anderer Ansicht und übermittelte mir dazu einen interessanten Statusbericht (siehe unten). Norbert Bolewski

Statusbericht zu 4K, Hubertus Beckmann, Technischer Direktor der Lang AG
Es gibt voraussichtlich ab April den Sharp PN-K321H im deutschen Markt (Foto unten). In Japan geht es ab Februar los, dort werden Verkaufspreise von 450.000 Yen (etwa 3600 EUR) gemeldet.
LG liefert für den Profibereich den 84WS70 aus. Sony hat ebenso einen 84 inch LCD mit LG-Panel inside nun im Markt. VK-Preise von unter 20.000 EUR sind zu hören. Ok, das ist für den Otto Normalverbraucher zu weit weg.

PN-K321 - 4K Fernseher

PN-K321 – 4K Fernseher

Aber der Sharp ist da schon deutlich greifbarer: Ist es ein Fernseher oder ein PC-Monitor? Ich würde sagen beides. Mit dem DisplayPort 1.2 Input kann QFHD (3840×2160 pix) mit einer Framerate bis 60p mit voller RGB-(aka 4:4:4)-Abtastung verarbeitet werden. Viele neue Grafikkarten verfügen bereits heute über eine Schnittstelle gemäß DP V 1.2. Darüber gehen vier sog. Lanes mit einer effektiven Datenrate von je 4,32 Gbit/s, was somit einer nutzbaren Gesamtrate von 17,3 Gbit/s entspricht und damit für QFHD in 8 Bit Tiefe, voller RGB-Abtastung und einer Framerate bis zu 60fps ausreicht (= etwa 12 Gbit/s). „Gamen“, Fotos schauen endlich in 8 Megapixel Auflösung, eine Alternative zum Doppel-Monitorbetrieb wie auf vielen Schreibtischen heute zu finden, ist somit schon sehr bald machbar. Das gibt es sogar schon seit Jahren von anderen Herstellern, aber eben für deutlich höhere Budgets.
Gerüchte zur Playstation 4 mit 4K Output noch in 2013 reißen nicht ab. Ich tippe, hier wird aber wohl noch die Verabschiedung des neuen HDMI2.0 Standards (Sommer 2013) abgewartet. Dieser Standard leistet dann ebenso QFHD bis 60fps. (HDMI1.4a bietet lediglich QFHD mit max. 30fps). Gerüchteweise wird man hier wohl ein 4:2:0 Chromasubsampling verabschieden. Für Konsumeransprüche sicher gut vertretbar. Für echtes HighEnd nunmal nicht.
Ein BluRay-Standard mit HEVC-Coding für 4K BluRays ist für mich gut vorstellbar. Ich wundere mich, dass es das noch nicht gibt.
4K Semiprofi-Camcorder gibt es schon mehrere im Markt. Sogar die kleine „GoPro Hero3 Black Edition“ kann in 4K aufzeichnen (wenn auch nur in 15fps). Und diese ist für unter 500 EUR heute verfügbar.

Fazit: 4K fürs Wohnzimmer/Arbeitszimmer muss überhaupt nicht auf den ersten Rundfunksender warten, der damit seinen Sendestart beginnt. Die Motivationen der Käufer gibt es reichlich an anderer Stelle, und erste echte akzeptable Angebote im Gerätemarkt gibt es schon im Frühjahr 2013.

Kreativität und Holografie – Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

Das Gespräch abschließend wäre noch die Frage zu klären, wie es denn weiter geht. Bietet die neue Technik mehr Kreativität und werden wir nicht künftig zu ganz neuen Bilderlebnissen konfrontiert werden?


Steigerung der Kreativität durch Zeiteffekte

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara
Neuerungen bringen auch einen höheren Kreativitätspool. D.h. es gibt z.B. mehr Möglichkeiten an der Uhr zu drehen und Zeiteffekte wie etwa SloMos einzusetzen.

Norbert Bolewski
Na ja, ob SlowMotion, schon seit Opas Zeiten bekannt, die Kreativität erhöht, wage ich zu bezweifeln.

Thomas Nowara
Die einfache Verfügbarkeit dieser Zeiteffekte – auch durch Kameras wie die Sony NEX-FS700 – wird zunächst zu einem starken Anstieg derselben führen. Ob das schön ist oder nicht. Auf Dauer werden diese Effekte normal werden und werden uns weiterhin begleiten. In vielen Fällen wird das gut sein und helfen komplexe oder langwierige Vorgänge zu verstehen.

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Zeitraffer- und Zeitlupeneffekte lassen sich mit den heutigen Kameras einfacher realisieren. Deswegen werden sie wahrscheinlich auch häufiger eingesetzt, vor allem in der Werbung. Aber wie Du schon schriebst, alle solche Effekte nutzen sich doch schnell ab, wenn kein konkreter Sinn dahinter steht.


Holografie – Medium der Zukunft?

Thomas Nowara
Und dann – und diese Idee ist alt und neu zugleich. Dann kommt eben die Holografie und wird die Fotografie / das Filmen wo immer es geht ersetzen.

Norbert Bolewski
Vielleicht, aber das erleben wir beide nicht mehr und ich bin wenn man sich mit Holographie beschäftigt, bin ich mir gar nicht sicher, ob diese Technik je die konventionelle Technik ablösen kann. Ich wüsste schon allein gedanklich nicht, wie die holographische Aufnahme eines Fluges über die Alpen beispielsweise zu realisieren wäre.

Thomas Nowara
Bei allem was mir dazu einfällt bin ich mir nicht sicher ob es dafür schon ein Patent gibt. Auf jeden Fall kann ich mir einen holografischen Flug über die Alpen denken.


Norbert Bolewski

Mir ist nur bekannt, dass bei der Holografie ein Interferenzmuster erzeugt werden muss und die Szene oder der aufzunehmende Gegenstand deshalb mit kohärentem Licht beleuchtet wird, das eigentlich nur von einem Laser kommen kann. Deshalb habe ich das Beispiel mit dem Flug über die Alpen gewählt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man mit einem Laser über die Alpen fliegt, den Interferenzlichtstrahl aufzeichnet und das dann holographisch wiedergeben will. Bisher hab ich nur Hologramme als Einzelbilder von irgendwelchen kleinen Gegenständen gesehen oder per Computer generierte virtuelle Hologramme. Aber vielleicht gibt ja auch andere Methoden. Wer weiß, es gibt ja Menschen, die an Zeitmaschinen glauben. Ich nicht, auch wenn es reizvoll wäre.

Auswirkungen auf die Medienindustrie und was heißt das für die Medienschaffenden? Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

In der heutigen Folge betrachten wir die Auswirkung der “technischen Endzeit” auf die Medienindustrie und deren Kunden.

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara
Diese Artikelserie ist entstanden aus der Überlegung, dass die Auflösung moderner Displays die des Auges übertrifft. Das sehen wir insbesondere an 8K Ultra HD. Dabei haben sich verschiedene Möglichkeiten der Weiterentwicklung gezeigt. So etwa das Ultra HD in zwei Ausführungen. Gerade haben wir, d.h. in diesem Fall Produzenten, Broadcaster und Consumer HD eingeführt und schon bringt die Industrie neue bessere Formate. Da sich die technische Bandbreite aus der örtlichen Auflösung und der Bildfrequenz zusammensetzt, kann der technische Spielraum auch für eine Erhöhung der Bildfrequenz genutzt werden. Deshalb ist insbesondere nach Ultra HD damit zu rechnen.
Wie sich nun diese Änderungen auf die Medienindustrie auswirkt ist nicht klar zusagen. Es gibt wiederstreitende Tendenzen. So das Zurückziehen von Firmen aus dem Medienbereich, da die Märkte kleiner werden (sagt man). Dazu folgende Meldung: Nicht nur die Fernsehsparten von Sony und Sharp arbeiten defizitär. Auch Deutschlands bekanntester TV-Gerätehersteller Loewe ist in die roten Zahlen gerutscht – und das noch deutlicher als erwartet. (Quelle: n-tv.de vom 28.01.2013) Aber auch die Möglichkeit durch einen schnellen Umstieg auf Ultra HD einen neuen Fernsehmarkt bedienen zu können. Oder wird am Ende alles in China produziert?

Norbert Bolewski
Der Medienbereich vergrößert sich meines Erachtens doch und wird nicht kleiner sondern größer. Der reine Broadcastmarkt wird vielleicht kleiner weil innovative Entwicklungen nicht mehr so stark kommen werden, aber der Medienmarkt als Absatz auch für Geräte? Wird der wirklich kleiner? Das würde ich doch gerne mal hinterfragen.

Thomas Nowara
Das betraf die Firma Sanyo. Diese hat ihren Vertrieb in Europa eingestellt. Immerhin kamen die besten Outdoor Monitore von Sanyo. Aber auch andere Firmen wie etwa JVC und damit auch JVC Prof. sind aufgekauft und mit Kennwood zu JVCKennwood verschmolzen. Wird es Sony und Panasonic bald ähnlich gehen?

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Firmenübernahmen, selbst Firmeninsolvenzen im Medienbereich können zu einer Konzentration und letztlich erhöhtem Absatz führen. Das eine schließt das andere nicht aus. Aber sicherlich wird es tendenziell logischerweise zu einem gewissen Grad an Marktsättigung führen, wenn nicht sehr innovative Impulse kommen, die den Verbraucher wieder animieren, etwas haben zu wollen. Ich sehe im Moment erst eine Abflachung des Konsumverhaltens auf hohen Niveau (zum Beispiel bei Smartphones, noch nicht bei Tablets). Prognosen, inwieweit der Verbraucher 4K-TVs annimmt, wie sich die Bedienungsfreundlichkeit (Apps?) verbessern lässt, wie die Akzeptanz von Social Media sich weiterentwickelt hin zum Second Screen usw. Das sind noch spannende Entwicklungen, die zur Zeit kein Mensch hinreichend seriös beantworten kann, sondern sind meist Spekulationen mit verkaufstechnischem Hintergrund.

Thomas Nowara
Ich denke vieles hängt davon ab wie schnell der Markt bereit ist von HD aus weiter zu gehen. Die Situation vor HD war ja dadurch geprägt, das jahrzehntelang die Auflösung nicht erhöht wurde. Nun wird alles viel schneller gehen. Wenn also HD, kaum einge- gleich weitergeführt wird dann sollten die Zeiten doch eher rosig werden. Wenn nicht, dann nicht.

Was heißt das für die Medienschaffenden?

Thomas Nowara

Sie müssen sich in ihren Produktionen immer weiter absetzen und höherwertig produzieren (2K, 4K, 8K). HD wird bereits auf dem Smartphone produziert. Das geht sehr preiswert. Auch die DSLR-Filmer arbeiten recht preiswert. Um sein Einkommen zu finden müssen sich Filmemacher absetzen.

Norbert Bolewski
Ich glaube, dass für das Fernsehen 2K noch sehr viele Jahre ausreicht, vielleicht mit einem DVB-S2-Standard (allerdings neuer Decoder oder Nachrüstung nötig) und dem neuen Kompressionsstandard HEVC bzw. H.265 (High Efficiency Video Coding = HEVC = H.265, doppelt so effektiv wie H.264) mit dem 1080p50 bei gleicher Bandbreite übertragen werden kann. 4K-Produktionen für TV, dafür gibt es zur Zeit noch sehr wenige Geräte und es scheint mir für die Produktion wirtschaftlich noch zu früh. Darüber hinaus ist alles hochspekulativ und deshalb sollte man doch in Ruhe die weiteren Entwicklungen abwarten.
Beim Digital Cinema wird das Gros der Filme für 2K mit 24 B/s bleiben, besondere Produktionen mit computergenerierten bzw. unterstützten Bildern werden mit 48 B/s aufgenommen und wiedergegeben werden, mit 2K. 4K mit 48 B/s werden für besondere (Hollywood-)Produktionen in Premierenkinos kommen, wenn die Digital-Cinema-Anlagen so hochgerüstet sind, dass sie die hohe Datenrate verarbeiten und die DCI-Spezifikation entsprechend ergänzt wird.

Ultra HD – Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Angestoßen durch meinen Artikel „Gedanken zum Jahresende“ hat sich eine Diskussion zwischen Norbert Bolewski (ehemaliger Chefredakteur der FKT) und Thomas Nowara entwickelt. Dabei stand im Zentrum meiner Überlegungen, dass die Menschheit erstmals Wiedergabemöglichkeiten besitzt, die das Vermögen des Auges übersteigen. Das wird auch deutlich in den neuen höheren Auflösungen. Nach HD kommt Ultra HD. Das ist nicht zu verwechseln mit 4K. Aber da wird bestimmt einiges in den nächsten Jahren verwechselt. Den es gibt Ultra HD als 4K Ultra HD und als 8K Ultra HD.
Das kleine Format entspricht 4 x einem 1080 Signal und das größere 16 mal 1080. Das größere Signal habe ich vor Jahren schon auf der NAB gesehen und WAUW das Bild ist hyperreal. Im kleineren Format hat Sky Deutschland schon eine Testsendung gefahren. Dabei soll der Videoschnitt interessant gewesen sein, weil man in diesem Format wohl noch kein ausgewachsenes Schnittsystem besitzt.

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Realistisch für die kommenden Jahre ist die UHD1 mit 3840×2160 Bildpunkten (das wird auch als 4K Ultra HD bezeichnet, 4K beim Digital Cinema sind 4096 x 2160 Bildpunkte). Aber auch da stellt sich die Frage, wie bringe ich die Auflösung zum Fernsehzuschauer und wo gibt es 4K Content. Die inzwischen erfolgte Standardisierung der beiden Systeme UHD1 und UHD2 war erst einmal ein guter Schritt. Aber in Zeiten knapper Kassen glaub ich nicht so schnell daran.

Thomas Nowara
Neben den üblichen Versuchen, wie bei der letzten Olympiade 2012 in London, incl. der Übertragung von Live Streams gibt es im Moment die Präsentation auf IBC und NAB. So soll Ultra HD auf der NAB 2013 präsentiert werden. Zudem wurde diese Verfahren aber auch schon von dem Privatsender Sky Deutschland getestet. Ich denke, dass da der Druck von den Privaten kommen könnte. Denn diese müssen ja beweisen, warum man sie in diesem Medienumfeld überhaupt braucht. Ich fand es toll als ich von den Versuchen von Sky Deutschland hörte.

Sky Ultra HD Testproduktion

Sky Ultra HD Testproduktion

Norbert Bolewski
Möglich, aber ich sehe das nicht so schnell. Noch sind die 4K-Fernseher nicht auf dem Markt, sie sollen noch um die 12.000 Dollar und mehr kosten. Es gibt defacto keinen Content außer den 4K-Filmen. Die TV-Studios werden nicht so schnell auf 4K umrüsten. Wie kommen die 4K Bandbreite zum Zuschauer? Es gibt eine große Anzahl an Fragen und vor allem Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen. Der optimale Abstand für die TV-Betrachtung bei 2K ist 3xH (H = Bildhöhe), bei 4K 1,5xH. Welcher Mensch will sich (optimal) sein Display im Wohnzimmer aus zum Beispiel 75 cm ansehen, 1,5 m reichen bei 2K (HDTV) und einer Bildhöhe von 50 cm und selbst diesen Abstand dürften die meisten Zuschauer als zu kurz empfinden (obwohl er korrekt wäre). Und, und, und. Ich könnte jetzt die Liste mit Unsicherheiten und vielen Fragen noch ziemlich lang werden lassen. Wie schnell sich das entwickeln wird ist reine Kaffeesatzleserei. Es ist gut, dass es den bzw. die Standards gibt, weil sie Sicherheit für eine wie auch immer geartete Roadmap für künftige technischen Weiterentwicklung bedeuten. Und den Rest sollten wir erst einmal abwarten und nicht wie bei 3D schon wieder in einen neuen Hype verfallen. Obwohl ich vermute, dass wir das zur IFA trotzdem erleben werden.

Thomas Nowara

Der Hype ist jetzt schon da. Die Pressemeldungen zur ISE 2013 verkünden von Gefen Ultra HD Produkte. Und zwar Splitter, Switcher und Matrix-Systeme für 4K Ultra HD. Andere Hersteller werden mitziehen.

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Selbstverständlich gibt es entsprechende Produkte, und das Angebot wird zunehmen. Einige Mischer für Studio TV sind auch bereits 4K-tauglich. Es soll ja auch Sky mit ersten Versuchssendungen über Satelliten starten. Das alles sagt aber gar nichts über eine allgemeine Einführung aus. Ich vermute, dass das frühestens (!) in fünf Jahren so weit sein könnte. Und auch das scheint mir noch sehr optimistisch. Natürlich kann man 4K auch soweit komprimieren, dass man mit der heutigen Übertragungsbandbreite hinkommt. Aber das wäre doch Unsinn. Vielleicht gibt es auch bald einige wenige Sender mit HEVC-Codierung (DVB-S2), wenn in den 4K-Geräten entsprechende Decoder eingebaut sind. Wir haben ja heute noch oft (meistens?) nicht HD, wenn auch auf der Senderkennung HD zu lesen ist. Wir sollten uns erst einmal darauf konzentrieren wirklich überall HD anbieten zu können. Wer will, wird sich sicher schon im nächsten Jahr einen 4K-Fernseher anschaffen können, um dann vor allem SD- und HD-Sendungen auf 4K hochgerechnet zu sehen. Mit BluRay gehts nicht. Der Fernseher wird dann vielleicht wieder zum Prestigeobjekt. Diese Zeit gab es schon mal in den 1960er Jahren.

Der Beitrag erscheint auch hier: multimedia-view.de

PS: Die Sky Testproduktion erfolgte mit der Kamera Sony F65 35mm-Kamera, die Produktion erfolgte zusammen mit der Produktionsfirma Kropac Media.

Höhere Bildrate – Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Angestoßen durch meinen Artikel „Gedanken zum Jahresende“ hat sich eine Diskussion zwischen Norbert Bolewski (ehemaliger Chefredakteur der FKT) und Thomas Nowara entwickelt. Dabei stand im Zentrum meiner Überlegungen, dass die Menschheit erstmals Wiedergabemöglichkeiten besitzt die das Vermögen des Auges übersteigen. Eine weitere Verbesserung der Qualität bringt dem Zuschauer erst einmal nichts. Deshalb fragte ich mich, wie wird sich diese Tatsache auf technische Entwicklungen aber auch auf die Produktion und den Konsum auswirken?

Höhere Bildrate

Thomas Nowara
Ich habe in 2012 schon das Ende der technischen Entwicklung für die Film- und Fernsehindustrie gesehen. Wenn die Auflösung des Auges erreicht ist kann die Technik nicht besser werden. Aber siehe da, die Techniker und Filmemacher sind nun in der Lage neben der örtlichen Auflösung die sich in 2K, 4K oder höher wiederspiegelt nun sich der zeitlichen Auflösung, also höheren Bildrate zu widmen. Was das bringt? Eine immer bessere Abbildung der Wirklichkeit. Bild und das Abzubildende sind in der Qualität immer ähnlicher.

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Höhere Bildrate: Eine immer bessere Abbildung der Wirklichkeit?
Nach den Versuchen bei Arri und nach dem Urteil einiger, die Versuchsaufnahmen mit 24 und 48 B/s gemacht haben, soll es sogar eine bemerkenswerte Verbesserung sein. Steht aber eigentlich im Gegensatz zu bisherigen traditionellen Erkenntnissen, dass gerade für die Bewegungsdarstellung eine gewisse Verschleifung der Bewegung (Bewegungsunschärfe) wichtig ist – bei realen Bilder. Ganz anders bei Computer Graphics oder “Einzelbild-Trickfilm”. Hier war die höhere Bildfrequenz immer schon richtiger, eben weil es keine Bewegungsverschleifung gab.
Übrigens bin ich beim Hobbit-Film unsicher. Meinen die 48 B/s mit 2K, das sieht ja die DCI-Spezifikation (vor allem im Hinblick auf 3D) vor. Bei 4K sieht die Norm nur 24 B/s vor. Natürlich lässt sich solch eine Norm erweitern, aber die Übertragungsrate verdoppelt sich dann von 250 auf 500 Mbit/s. Das ist nicht mehr normgerecht mit der Konsequenz, dass die Digital-Cinema-Anlagen in die Knie gehen (können). Wird der Hobbit bei uns mit 48 B/s mit 2K abgespielt oder so wie er aufgenommen wurde, in 4K. Ich weiß es im Moment nicht.

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara
Ich denke das sich hier ein neues Forschungsfeld ergibt. Das sind jetzt begründete Vermutungen, die auch auf der von mir mitbetreuten Diplomarbeit über Bewegung beruhen. Ich denke wir brauchen bei niedrigen zeitlichen Auflösungen wie im Film, also bei 24 Bilder pro Sekunde die durch die Flügelblende verdoppelt wird, da brauchen wir die Unschärfen um ein fließenden Übergang von Bild zu Bild zu erzeugen. Und wir erzeugen so den heißgeliebten Kino-Look. Gehen wir höher (50-100 B/s) werden wir zunächst nicht wirklich glücklich, weil die Bildfrequenz nicht Fleisch noch Fisch ist. Dann wieder bei 150 oder mehr sehen wir eine neuartige Verschmelzung die auch ein neuartiges Bild (sehr real und scharf) erzeugt. Aber wie gesagt das ist eine begründete Vermutung, die ich gerne im Rahmen einer Diplomarbeit (oder ähnliches) getestet sehen würde.
Zudem wäre es gut an dieser Stelle den Hobbit Film genauer anzusehen. Ich kann nur sagen ich war drin und mir ist nichts aufgefallen.

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Nichts aufgefallen, also auch nicht die 48 B/s? Es scheint mir aber durchaus möglich, dass 48 B/s generell bei Bewegungen besser wirken. Beim Film stellte sich die Frage in der Realität nicht (obwohl es auch schon entsprechende Versuchsfilme gab). Grund war die sich ergebende Verdoppelung der Menge des Aufnahmematerials und vor allem der Kopienlänge (statt rund 3000 m für einen Spielfilm ergäben sich dann 6000) Das gäbe abgesehen von der Wirtschaftlichkeit auch deutlich größere Probleme beim Handling im Vorführraum. Bei der Digitalen Kopie ergibt sich natürlich die doppelte Datenmenge, aber das wäre heute wohl ohne größere Probleme handhabbar. Auch die Datenrate bei der Übertragung der Daten vom Server zum Projektor stellt heute kein wirkliches Problem dar, aber die Anlagen müssen dazu in der Lage und zertifiziert sein. Ich glaube aber auch, dass hier noch einige Untersuchungen nötig sind, um die tatsächlichen technisch-qualitativen Verbesserungen abschätzen und in Relation zur Wirtschaftlichkeit zu stellen. Aber es wäre sehr viel leichter realisierbar als beim Film, zumal ja auch die DCI-Kopie bereits datenkomprimiert ist und modernere Komprimierungsmethoden anwendbar wären. Aber Vorsicht bei einer Aufweichung des Standards, sonst landen wir irgendwann wie beim Fernsehen auf zig unterschiedlichen Komprimierungsverfahren und das wäre höchst kontraproduktiv.

Thomas Nowara
Manchmal genügt es sich nochmal anzuschauen was man schon einmal gemacht hat. In dem Buch von Anjo Steber, Prof.Thomas Bonse und mir wird die zeitliche Auflösung sehr gut auf den Seiten 48ff beschrieben. Dabei wird zum einen auf eine Untersuchung von Douglas Trumbull verwiesen der sagt: „das für den menschlichen Verstand 60 Bilder pro Sekunde die ideale Bildfrequenz ist“. Zum anderen wurden selbst praktische Versuche gemacht die aufzeigen, dass bei einer Erhöhung der Bildfrequenz die dargestellte Person (ein Sportler) deutlicher zu erkennen ist.
Der Unterschied zwischen Auge und Kamera ist das wir einen kontinuierlichen Bilderstrom sehen und bei der Kamera immer eine Austastlücke sein muß. Diese ist z.B. notwendig um die Ladungen des Bildchips zu verschieben oder den Filmstreifen zu transportieren. D.h. Film und Auge werden immer unterschiedlich funktionieren, aber die Abbildung gewinnt durch die höhere Bildfrequenz. Da bin ich mir sicher.

Der Beitrag erscheint auch hier: multimedia-view.de

Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

Ausbildung von Videojournalisten auf dem iPhone

Ausbildung von Videojournalisten auf dem iPhone

Angestoßen durch meinen Artikel „Gedanken zum Jahresende“ hat sich eine Diskussion zwischen Norbert Bolewski (ehemaliger Chefredakteur der FKT) und Thomas Nowara entwickelt. Dabei stand im Zentrum meiner Überlegungen, dass die Menschheit erstmals Wiedergabemöglichkeiten besitzt die das Vermögen des Auges übersteigen. Eine weitere Verbesserung der Qualität bringt dem Zuschauer erst einmal nichts. Deshalb fragte ich mich, wie wird sich diese Tatsache auf technische Entwicklungen aber auch auf die Produktion und den Konsum auswirken?

Thomas Nowara
Schon oft habe ich versucht die Nase in den Wind zu heben, Witterung aufzunehmen und zu sehen was die zukünftigen Entwicklungen sein werden. Mit der Erhöhung der Bildrate (angewandt bei „Der kleine Hobbit“) haben wir uns schon im Jahre 2008 bei der Erstellung der Diplomarbeit „Bewegung in Film- und Fernsehen“ beschäftigt. Allerdings ist unser

Steckenpferd der letzten Jahre die iPhone-Filmerei.

Norbert Bolewski
Als Hobby OK, aber sonst bleibt zu definieren, was man damit machen will. Professionell wenig Chancen, warum auch?

Thomas Nowara

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Meine eigene Erfahrung sagt da etwas anderes. Wir haben die iPhone-Produktion getestet und gesehen, dass wir damit sehr schnell und effektiv arbeiten können. Deshalb möchte ich hier auf unsere eigenen Filme wie z.B. den Film über den Travel Light Dolly (Dieser leichte Dolly wurde von Schnittpunkt mitentwickelt), und das Interview mit mir bei Salve TV verweisen. Neben dem fachlichen ist auch einiges persönliches über Thomas Nowara zu erfahren.
An dieser Stelle ist auch die Schulung der Online-Chefredakteurin „Andrea Glos“ von Revue.lu zu nennen. Nach einer Zweitagesschulung „Professionelle Videoproduktion auf dem iPhone“ durch Thomas Nowara sprechen die Resultate für sich.
Ich sehe für die Smartphone-Filmerei eine große Zukunft im absoluten Low/No-Budgetbereich. Aber auch wie bei Revue.lu also bei Zeitschriften um den Online Content aufzuwerten und damit den Verfall aufzuhalten. Also den Videojournalisten in der Version2.
Genauso wie beim Lokalfernsehen im Bereich News. Ein ganz wesentlicher Grund dafür wird der sein: Ganz einfach weil es geht!

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Ich will Deine unzweifelhaft vorhandenen Erfahrungen auch nicht in Abrede stellen und auch die Qualität der Videos auf meinem iPhone 4S ist befriedigend bis gut, für meine privaten, familiären Ansprüche voll ausreichend. Die Videoqualitäten der Smartphones unterscheiden sich aber recht deutlich. Es werden unterschiedliche Encoder mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen benutzt. Selbst in den Manuals wird praktisch nie erwähnt, warum es eine meist deutlich erkennbare Reduzierung des Bildwinkels zwischen Video- und dem Fotobetrieb gibt. Der Grund ist einfach. Bei der Videoaufnahme wird das Bild gecroppt um Platz für die Bildstabilisation zu schaffen. Und Bildstabilisation beim Smartphone ist dringend nötig, verschlechtert aber grundsätzlich (wenn auch qualitativ unterschiedlich) die Bildqualität. Warum braucht man die Bildstabilisierung? Obwohl ein Smartphone zugegeben ein schönes Style hat frage ich mich, ob man das Design nennen darf. Denn der Begriff Design bedeutet funktional gestaltet. Und funktional gestaltet ist das Ding überhaupt nicht. Weder zum telefonieren, da rutscht es einem aus der Hand, noch zum Videofilmen, da ist nichts zu machen, es wackelt wie ein Lämmerschwanz. Also muss die Bildstabilisierung wenigstens das schlimmste verdecken. Jetzt kommst Du lieber Thomas ins Spiel und sagst wahrscheinlich, muss ja nicht sein, kauft doch meine Stativhilfen, Schulterstative, Spezialhandgriffe und was Du alles schönes in Deinem Programm hast. Ok, das ist sicherlich von der Sache nicht falsch, aber Du argumentierst andererseits, dass der Erfolg des Filmens mit dem Smartphone ja darin begründet ist, dass man es ständig sowieso bei sich trägt. Soll ich jetzt auch noch ständig mit Schulterstativ spazieren gehen? Vom Handling her gibt es nur ein festbrennweitiges leicht weitwinkliges Objektiv. Zum Glück muss man sagen, weil die optische Qualität einer Festbrennweite einigermaßen gut in den Griff zu bekommen ist und fast in die Nähe einer echten 2K-Auflösung kommt. Je weitwinkliger, desto geringer ist gleichzeitig die Verwackelung. Alles gut überlegt, und jetzt kommst Du wiede mit Deinen zusätzlich ansteckbaren Linsen im Portfolio, die längere Brennweiten bieten aber als „billiges“ Vorsatzobjektiv die Bildqualität verschlechtern.
Im übrigen habe ich mit einem Fachmann im Postpro-Bereich gesprochen, der schon mal Filmszenen von Smartphones bearbeitet hat. Das Ergebnis war technisch gerade noch akzeptabel bei erheblichem Arbeitsaufwand. Also was nützt ein „billiges Handy“, wenn die Postproduction dann deutlich teurer wird.
Also ich könnte noch viel schreiben aber das ändert nichts und es besteht auch nicht der geringste Grund, anderen Menschen die Lust am Videofilmen per Smartphone zu nehmen. Ich konstatiere, dass die Smartphones abgesehen vom Handling eine mit heutigen Amateur-Camcordern vergleichbare technische Bildqualität bieten können und dass das Videofilmen damit Spass machen kann. Aber ein professionelles Arbeiten verlangt auch professionelles Werkzeug – das weiß inzwischen jeder Heimwerker. Deshalb für professionelle Dokumentarfilme eigentlich ein klares nein – oder doch nicht so klar. Denn es gibt einen Vorteil, man kann die Aufnahme gut tarnen. Es gibt schon eigene Apps dafür, dass man sich scheinbar ganz harmlos seine Bilder auf dem Smartphone anschaut, während man in Wirklichkeit sein Gegenüber oder sein Umfeld filmt. Der Zweck heiligt die Mittel, und so sind auch Handyfilme in unseren alltäglichen Nachrichten akzeptabel, wenn die journalistische Sorgfaltspflicht so weit wie möglich angewendet wird und die Rechte von Personen gewahrt bleiben.

Thomas Nowara
Ich will genauso wenig die Lust am Videofilmen erzwingen und deshalb nur noch kurz erwähnen. Mit dem Film „Searching for Sugar Man“ wurde aktuell ein Film für den Oscar nominiert, der teilweise auf dem iPhone gedreht wurde. Zudem ist gerade eben ein Buch von Taz Goldstein über die iPhone Produktion erschienen. Taz ist das Label „Hand Held Hoolywood“, sein umfassendes Werk zeigt die revolutionäre Veränderung auf indem er darstellt wie das iPhone in alle (und damit meine ich wirklich alle) Bereiche der professionellen Videoproduktion hineinreicht. Er beschränkt sich nicht auf Aufnahme und Schnitt sondern er schreibt auch über das Drehbuchschreiben, Locationsuche, Teleprompter. Das wird ein Standardwerk und ich bin aktuell dabei die über 300 Seiten zu lesen.
Zudem ist noch wichtig zu sagen, dass der Lokalsender Salve TV dabei ist seinen News Bereich auf die iPhone Produktion umzustellen.

Der Beitrag erscheint auch hier: multimedia-view.de