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GigaPan für Einsteiger

GigaPan EPIC PRO SET COMPLETE

GigaPan EPIC PRO SET COMPLETE

Vor kurzem hatte ich dann endlich selbst die Gelegenheit das GigaPan zu testen. Vorab sei gesagt, dass ich weit davon entfernt bin ein Foto-Profi zu sein. Dementsprechend war es also ein Härtetest für die GigaPan in Sachen Verständlichkeit und Anwenderfreundlichkeit.

Beim Aufbau selbst kommt es, zumindest bei der hier genutzen Version (GigaPan Epic Pro), zu keinerlei größeren Schwierigkeiten. Man sollte jedoch darauf achten ein entsprechend tragfähiges Stativ für ein solches Projekt zu verwenden, da je nach Gewicht des Objektives bei einer DSLR, zusammen mit dem Roboter selbst, schnell mal 5-6 kg erreicht sind. Wir konnten auf ein Manfrotto 504 zurückgreifen.

Für fast alle handelsüblichen Kameras nahmhafter Hersteller sind Verbindungskabel beigelegt, um die aufgesetzte Kamera durch die GigaPan auslösen zu lassen. Die Software selbst ist sehr eingänglich und einfach zu verstehen, auch wenn hier und da noch gefeilt werden könnte, aber: Das ist Meckern auf hohem Niveau. Wer die übersichtliche Bedienungsanleitung in die Hand nimmt und sich daran hält, vermeidet nahezu alle Fehler, die man bei der Einrichtung noch begehen könnte. Und selbst dann wird man vor der Aufnahme eines Panoramas von der Software noch einmal freundlich, aber bestimmt dazu aufgefordert, einige Einstellungen vorzunehmen.

Allerdings sollte man sich in einer Hinsicht vorbereiten: Die Aufnahme extrem großer Bilder verlangt einiges von den Akkus, sowohl der Kameras als auch der GigaPan. Es gibt nichts schlimmeres als 2 Stunden zu seinem Traumpanorama zu fahren und die Aufnahme zu starten, nur um dann anschließend bei der Hälfte der geschossenen Bilder feststellen zu müssen, dass man keinen Ersatz-Akku mit dabei hat und die Kamera/die GigaPan jegliche weitere Zusammenarbeit verweigert.

Bei Nahbereichpanoramen sollte man darauf achten, den Nodalpunkt richtig einzustellen. Das heißt: Den Einfallpunkt des Lichtes in der Hauptebene des Objektives mit dem mechanischen Drehzentrum der GigaPan gleich zu setzen, um Parallaxenverschiebungen vorzubeugen. Aber auch dafür findet sich ein Hinweis zur Vorgehensweise im Handbuch.

Und ein letzter Punkt: Die GigaPan erfragt vom Benutzer die linke obere und die untere Rechte Ecke des Zielbildes als Anhaltspunkt. Dementsprechend sollte man natürlich darauf achten, dass man bei höheren Objekten in der Bildmitte die Eckpunkte entsprechend anpasst.

Insgesamt jedoch ist das System intuitiv und vom Preis-Leistungs-Verhältnis mit Sicherheit zur Zeit eines der Besten am Markt. Die GigaPan lohnt sich sowohl für den Einstieg in den Bereich der GigaPixel- und Panoramafotografie, als auch für den professionellen Anwender.

Und wer sich bereits am Anfang gefragt hat, was die NASA mit diesem Projekt erreichen wollte, der sollte sich einmal die GigaPixelbilder der Marssonde “Curiosity” anschauen, die ebenfalls auf gigapan.com zu finden sind.

GigaPan – eine romantische Geschichte

 

GigaPan Epic ProIm Traumland der Panoramen

Viele von Ihnen kennen die folgende Situation: Man ist im Urlaub und findet sich beim Umherstreifen in den bisher unbekannten Gefilden plötzlich an einer Stelle, an der sich die Straßen weiten/der Wald lichtet/ die Bergkette den Blick frei gibt auf ein wunderschönes Panorama. Stillschweigend bestaunt man die Szenerie und versucht sich diesen besonderen Moment für immer im Gedächtnis zu erhalten.

So schön diese Erinnerungen auch sein mögen, so schwer ist diese anschaulich mit anderen zu teilen. Kunst und Fotografie helfen diese Momente einzufangen und für andere fest zu halten. Doch bis vor ein paar Jahren gab es für den Hobbyfotografen kaum eine Möglichkeit auf recht einfache Weise ein sehr gutes Panorama zu schießen.

Das änderte sich allerdings, als sich Google, die Carnegie Mellon University und die Roboter-Gruppe der NASA für das Projekt “GigaPan” zusammenschlossen. Ziel des Projektes war es, es jedem zu ermöglichen, mit einer geeigneten Digitalkamera unter Zuhilfenahme einer einfachen, automatisierten Plattform zum Schwenken und Kippen der Kamera, Bilder mit einer Auflösung im Gigapixel-Bereich zu erzeugen.

Um solche Informationen in ein Bild zu verpacken ist es nötig, je nach gewünschtem Detailgrad des Zielbildes, mehrere Einzebilder zu schießen. Dabei kommen ganz schnell mal mehrere hundert Fotos zusammen.

Da sich diese Fotos natürlich nicht von selbst zu einem Gesamtbild zusammensetzen wurde im Rahmen des Projektes auch an einer Software gearbeitet, welche die Einzeblider “stitched”, also zu einem Gesamtblid zusammensetzt.

Und zu guter Letzt müssen diese Bilder verfügbar gemacht werden. Diese kann man auf den Server des Projektes hochladen und sind dann mittels eines Flashplayers über das Internet verfügbar. Mittlerweile sind über 40.000 Panoramen unterschiedlicher Qualität auf der Projektseite zu betrachten.

 

Ich selbst kam mit dieser Art der Fotografie in Kontakt, als Thomas Nowara mir davon erzählte. Wirkliches Interesse entstand kurz darauf, als sich sein Neffe, Rico, daran machte, ein GigaPixel-Panorama des schönen Heidelberg zu schießen. Aber bilden Sie sich doch einfach selbst eine Meinung:

Oh Heidelberg, du Schöne…

Autor: Sebastian Borck