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Kreativität und Holografie – Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

Das Gespräch abschließend wäre noch die Frage zu klären, wie es denn weiter geht. Bietet die neue Technik mehr Kreativität und werden wir nicht künftig zu ganz neuen Bilderlebnissen konfrontiert werden?


Steigerung der Kreativität durch Zeiteffekte

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara
Neuerungen bringen auch einen höheren Kreativitätspool. D.h. es gibt z.B. mehr Möglichkeiten an der Uhr zu drehen und Zeiteffekte wie etwa SloMos einzusetzen.

Norbert Bolewski
Na ja, ob SlowMotion, schon seit Opas Zeiten bekannt, die Kreativität erhöht, wage ich zu bezweifeln.

Thomas Nowara
Die einfache Verfügbarkeit dieser Zeiteffekte – auch durch Kameras wie die Sony NEX-FS700 – wird zunächst zu einem starken Anstieg derselben führen. Ob das schön ist oder nicht. Auf Dauer werden diese Effekte normal werden und werden uns weiterhin begleiten. In vielen Fällen wird das gut sein und helfen komplexe oder langwierige Vorgänge zu verstehen.

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Zeitraffer- und Zeitlupeneffekte lassen sich mit den heutigen Kameras einfacher realisieren. Deswegen werden sie wahrscheinlich auch häufiger eingesetzt, vor allem in der Werbung. Aber wie Du schon schriebst, alle solche Effekte nutzen sich doch schnell ab, wenn kein konkreter Sinn dahinter steht.


Holografie – Medium der Zukunft?

Thomas Nowara
Und dann – und diese Idee ist alt und neu zugleich. Dann kommt eben die Holografie und wird die Fotografie / das Filmen wo immer es geht ersetzen.

Norbert Bolewski
Vielleicht, aber das erleben wir beide nicht mehr und ich bin wenn man sich mit Holographie beschäftigt, bin ich mir gar nicht sicher, ob diese Technik je die konventionelle Technik ablösen kann. Ich wüsste schon allein gedanklich nicht, wie die holographische Aufnahme eines Fluges über die Alpen beispielsweise zu realisieren wäre.

Thomas Nowara
Bei allem was mir dazu einfällt bin ich mir nicht sicher ob es dafür schon ein Patent gibt. Auf jeden Fall kann ich mir einen holografischen Flug über die Alpen denken.


Norbert Bolewski

Mir ist nur bekannt, dass bei der Holografie ein Interferenzmuster erzeugt werden muss und die Szene oder der aufzunehmende Gegenstand deshalb mit kohärentem Licht beleuchtet wird, das eigentlich nur von einem Laser kommen kann. Deshalb habe ich das Beispiel mit dem Flug über die Alpen gewählt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man mit einem Laser über die Alpen fliegt, den Interferenzlichtstrahl aufzeichnet und das dann holographisch wiedergeben will. Bisher hab ich nur Hologramme als Einzelbilder von irgendwelchen kleinen Gegenständen gesehen oder per Computer generierte virtuelle Hologramme. Aber vielleicht gibt ja auch andere Methoden. Wer weiß, es gibt ja Menschen, die an Zeitmaschinen glauben. Ich nicht, auch wenn es reizvoll wäre.

Auswirkungen auf die Medienindustrie und was heißt das für die Medienschaffenden? Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

In der heutigen Folge betrachten wir die Auswirkung der “technischen Endzeit” auf die Medienindustrie und deren Kunden.

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara
Diese Artikelserie ist entstanden aus der Überlegung, dass die Auflösung moderner Displays die des Auges übertrifft. Das sehen wir insbesondere an 8K Ultra HD. Dabei haben sich verschiedene Möglichkeiten der Weiterentwicklung gezeigt. So etwa das Ultra HD in zwei Ausführungen. Gerade haben wir, d.h. in diesem Fall Produzenten, Broadcaster und Consumer HD eingeführt und schon bringt die Industrie neue bessere Formate. Da sich die technische Bandbreite aus der örtlichen Auflösung und der Bildfrequenz zusammensetzt, kann der technische Spielraum auch für eine Erhöhung der Bildfrequenz genutzt werden. Deshalb ist insbesondere nach Ultra HD damit zu rechnen.
Wie sich nun diese Änderungen auf die Medienindustrie auswirkt ist nicht klar zusagen. Es gibt wiederstreitende Tendenzen. So das Zurückziehen von Firmen aus dem Medienbereich, da die Märkte kleiner werden (sagt man). Dazu folgende Meldung: Nicht nur die Fernsehsparten von Sony und Sharp arbeiten defizitär. Auch Deutschlands bekanntester TV-Gerätehersteller Loewe ist in die roten Zahlen gerutscht – und das noch deutlicher als erwartet. (Quelle: n-tv.de vom 28.01.2013) Aber auch die Möglichkeit durch einen schnellen Umstieg auf Ultra HD einen neuen Fernsehmarkt bedienen zu können. Oder wird am Ende alles in China produziert?

Norbert Bolewski
Der Medienbereich vergrößert sich meines Erachtens doch und wird nicht kleiner sondern größer. Der reine Broadcastmarkt wird vielleicht kleiner weil innovative Entwicklungen nicht mehr so stark kommen werden, aber der Medienmarkt als Absatz auch für Geräte? Wird der wirklich kleiner? Das würde ich doch gerne mal hinterfragen.

Thomas Nowara
Das betraf die Firma Sanyo. Diese hat ihren Vertrieb in Europa eingestellt. Immerhin kamen die besten Outdoor Monitore von Sanyo. Aber auch andere Firmen wie etwa JVC und damit auch JVC Prof. sind aufgekauft und mit Kennwood zu JVCKennwood verschmolzen. Wird es Sony und Panasonic bald ähnlich gehen?

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Firmenübernahmen, selbst Firmeninsolvenzen im Medienbereich können zu einer Konzentration und letztlich erhöhtem Absatz führen. Das eine schließt das andere nicht aus. Aber sicherlich wird es tendenziell logischerweise zu einem gewissen Grad an Marktsättigung führen, wenn nicht sehr innovative Impulse kommen, die den Verbraucher wieder animieren, etwas haben zu wollen. Ich sehe im Moment erst eine Abflachung des Konsumverhaltens auf hohen Niveau (zum Beispiel bei Smartphones, noch nicht bei Tablets). Prognosen, inwieweit der Verbraucher 4K-TVs annimmt, wie sich die Bedienungsfreundlichkeit (Apps?) verbessern lässt, wie die Akzeptanz von Social Media sich weiterentwickelt hin zum Second Screen usw. Das sind noch spannende Entwicklungen, die zur Zeit kein Mensch hinreichend seriös beantworten kann, sondern sind meist Spekulationen mit verkaufstechnischem Hintergrund.

Thomas Nowara
Ich denke vieles hängt davon ab wie schnell der Markt bereit ist von HD aus weiter zu gehen. Die Situation vor HD war ja dadurch geprägt, das jahrzehntelang die Auflösung nicht erhöht wurde. Nun wird alles viel schneller gehen. Wenn also HD, kaum einge- gleich weitergeführt wird dann sollten die Zeiten doch eher rosig werden. Wenn nicht, dann nicht.

Was heißt das für die Medienschaffenden?

Thomas Nowara

Sie müssen sich in ihren Produktionen immer weiter absetzen und höherwertig produzieren (2K, 4K, 8K). HD wird bereits auf dem Smartphone produziert. Das geht sehr preiswert. Auch die DSLR-Filmer arbeiten recht preiswert. Um sein Einkommen zu finden müssen sich Filmemacher absetzen.

Norbert Bolewski
Ich glaube, dass für das Fernsehen 2K noch sehr viele Jahre ausreicht, vielleicht mit einem DVB-S2-Standard (allerdings neuer Decoder oder Nachrüstung nötig) und dem neuen Kompressionsstandard HEVC bzw. H.265 (High Efficiency Video Coding = HEVC = H.265, doppelt so effektiv wie H.264) mit dem 1080p50 bei gleicher Bandbreite übertragen werden kann. 4K-Produktionen für TV, dafür gibt es zur Zeit noch sehr wenige Geräte und es scheint mir für die Produktion wirtschaftlich noch zu früh. Darüber hinaus ist alles hochspekulativ und deshalb sollte man doch in Ruhe die weiteren Entwicklungen abwarten.
Beim Digital Cinema wird das Gros der Filme für 2K mit 24 B/s bleiben, besondere Produktionen mit computergenerierten bzw. unterstützten Bildern werden mit 48 B/s aufgenommen und wiedergegeben werden, mit 2K. 4K mit 48 B/s werden für besondere (Hollywood-)Produktionen in Premierenkinos kommen, wenn die Digital-Cinema-Anlagen so hochgerüstet sind, dass sie die hohe Datenrate verarbeiten und die DCI-Spezifikation entsprechend ergänzt wird.