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Tonseminar bei TNMD – Kritik

Die Tonangel ist scheinbar zu weit weg und in die falsche Richtung zeigend.[/caption]Wir veranstalten bei TNMD Audioseminare und verwenden für die Beschreibung des Seminars ein Bild welches Mißverständnisse erzeugte.

Die Tonangel ist scheinbar zu weit weg und in die falsche Richtung zeigend.

Die Tonangel ist scheinbar zu weit weg und in die falsche Richtung zeigend.


Ein Besucher unserer Homepage schrieb dazu:
“Wenn ich sehe, wie die Assistentin die Angel hält, würde sie bei mir niemals einen Job bekommen. Selbst mit einem 416er wäre der Ton so viel zu unsauber.”

Da die Assistentin unsere Seminarleiterin, Marion Ahrens, ist, habe ich natürlich Sie um eine Stellungsnahme gebeten. Und da diese tontechnisch sehr interessant ist,
wird sie hier veröffentlicht:

Sehr geehrter Herr Kritiker,
ich freue mich über jede, und somit auch über diese, Kritik. Denn das bedeutet, dass sich jemand mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Mein Kommentar dazu:
Wenn ich nur das Bild zu sehen bekäme, hätte ich einen ähnlichen Kommentar abgegeben. Da kann ich der Kritik nur zustimmen. Aber, das Ausschlaggebende für den “Ort” an dem sich das Mikrofon befindet, ist nicht zu sehen. Das angehängte Foto klärt auf, Kamera und Ton verfolgen unterschiedliche Ziele:

Ton- und Bildaufnahme gehen getrennte Wege.

Ton- und Bildaufnahme gehen getrennte Wege.


Der Redakteur stellte seine Fragen aus dem OFF (beim angehängten Foto ist rechts sein Knie und Schuh noch zu sehen). Die Antworten kamen von den 4 Protagonisten links im Bild, die kreuz und quer abwechselnd oder gleichzeitig redeten. Das Ziel für mich war also, dieses Gespräch in einer für das Ohr einigermaßen gleichbleibenden Akustik einzufangen. Darum habe ich das Richtmikro so ausgerichtet, dass keiner speziell leise oder ausgesprochen laut im Verhältnis zu den Anderen wirkte. Wie erwartet, mußte ich mich dazu etwas mehr auf den Mund der Polizistin ausrichten als zu den Schallquellen ihren männlichen Kollegen. Nur: wirklich nah an die Schallquellen konnte ich nicht ran, sonst hätte ich bei Halbtotalen wieder hoch gemußt und es war wieder nix mit einigermaßen gleichbleibendem Pegel.
Die Kamerafrau verfolgte ein anderes Ziel, nämlich dieses Gespräch zu bebildern. Da nur bei einer fest eingestellten Totalen immer alle Antworten im ON sind, war klar, dass etliche Teile des Gesprächs aus dem OFF kommen.
Marion Ahrens

Marion Ahrens


Wäre ich der Kamera “tonlich” strikt gefolgt, hätte mich der Redakteur im Nachhinein erschlagen, denn er hätte in der Post einen ständig “springenden Ton” zu hören bekommen. Er erwartete aber zu Recht eine Aufzeichnung bei der er das zuhören bekommt, was er beim Dreh wahrgenommen hat, nämlich 4 Menschen die gemeinsam die Fragen beantworten. (Der Japaner auf der anderen Spur hätte den Unterschied hörbar gemacht, denn der hat ja mit gepinselt.) – Wäre das was Anderes als ein aktuelles Stück für die Lokalzeit Dortmund gewesen, hätte ich anders geangelt. Wäre diese Gesprächsrunde nicht ad hoc zustande gekommen, wäre mir noch einiges dazu eingefallen.

Also zum Ursprung zurück: die Kamera pickt sich Ausschnitte raus, das Mikrofon muß durchgängig alle auch im OFF befindlichen Teilnehmer einfangen.

Also wieder nix mit “What you see is what you get”. Bilder lügen. Das sollte bekannt sein.

Zusatz: ich würde Sie, Herr ……, gerne mal zum weiteren Gedankenaustausch treffen. Das ist ernst gemeint und ohne jede Polemik. – Denn, was gibt es besseres als Jemanden der nicht nur hinguckt, sonder auch tatsächlich was sieht und zur Steigerung auch noch Ohren hat. – Und ich lerne immer gerne was dazu.

Gruß
Marion Ahrens

Direkter Link zum Tonseminar mit Marion Ahren