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Oxytocin – das Liebesspray – neue Forschungsergebnisse

Oxytocin kannte ich bislang als den Stoff der, im Raum versprüht, hilft Verhandlungen mit einem positiven Ergebniss zu Ende zu führen. Ein Stoff der so manchem Männchen zu seinem Weibchen und umgekehrt auch den Weibchen zu den Männchen verhilft. In wieweit diese Wirkungen von Oxytocin der Wirklichkeit entsprechen ist noch nicht 100% klar. Aber die Monogamie der Menschen kann wohl jetzt damit erklärt werden. Achten Sie in Zukunft darauf wenn jemand in Ihrer Nähe eine Sprühdose betätigt.
Neue Erkenntnisse wünscht

Thomas Nowara

Oxytocin macht monogam
Forscher des Uniklinikums Bonn: Hormon stimuliert beim Anblick der Partnerin das Belohnungssystem im Gehirn

Wie wird die Bindung zwischen Liebenden aufrecht erhalten? Wissenschaftler des Bonner Universitätsklinikums haben nun einen biologischen Mechanismus entdeckt, der die Anziehungskraft zwischen Liebespaaren erklären könnte: Verabreicht man Männern Oxytocin und zeigt ihnen Bilder ihrer Partnerin, stimuliert das Bindungshormon das Belohnungszentrum im Gehirn, erhöht die Attraktivität der Partnerin und stärkt die Monogamie. Die Ergebnisse sind in den “Proceedings of the National Academy of Sciences” (PNAS) veröffentlicht.

Monogamie ist bei Säugetieren nicht sehr verbreitet, der Mensch bildet da eine Ausnahme. Vergleichsweise viele Paare des Homo sapiens haben in einer Liebesbeziehung keine weiteren Partner. Seit Langem rätselt deshalb die Wissenschaft, welche unbekannten Kräfte Liebespaare zur Treue veranlassen. „Eine wichtige Rolle bei der Partnerbindung spielt das Hormon Oxytocin, das im Gehirn ausgeschüttet wird“, sagt Prof. Dr. René Hurlemann, Leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn. Ein Wissenschaftlerteam der Universität Bonn hat unter Leitung von Prof. Hurlemann und unter Beteiligung von Forschern der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Chengdu (China) die Wirkung des „Bindungshormons“ genauer untersucht.

Mit Oxytocin wirkt die Partnerin attraktiver

Die Forscher zeigten insgesamt 40 heterosexuellen Männern, die in einer festen Beziehung lebten, Bilder von ihren Partnerinnen und zum Vergleich von fremden Frauen. Die Probanden bekamen zuerst eine Oxytocin-Dosis mit einem Nasenspray verabreicht und erhielten bei einem weiteren Termin ein Placebo. Darüber hinaus untersuchten die Wissenschaftler die Gehirnaktivität der Probanden mit Hilfe funktioneller Magnetresonanztomographie. „Erhielten die Männer Oxytocin anstatt des Placebos, war ihr Belohnungssystem im Gehirn beim Anblick der Partnerin sehr aktiv und sie empfanden sie auch als attraktiver als die fremden Frauen“, sagt Erstautor Dirk Scheele.

In einer weiteren Untersuchungsreihe testeten die Forscher, ob Oxytocin die Aktivierung des Belohnungszentrums nur beim Anblick der Partnerin verstärkt, oder ob es einen ähnlichen Effekt bei Bildern von langjährigen Bekannten und Arbeitskolleginnen gibt. „Die Aktivierung des Belohnungssystem mit Hilfe von Oxytocin wirkte sehr selektiv mit den Bildern der Partnerinnen“, sagt der Psychologe Dirk Scheele. „Diesen Effekt verzeichneten wir nicht, wenn es sich um Bilder von langjährigen Bekannten handelte.“ Nach diesen Ergebnissen reicht also bloße Vertrautheit nicht aus, um den Bindungseffekt zu stimulieren. Es müsse sich schon um Liebespaare handeln, sind die Wissenschaftler überzeugt.

Biologischer Mechanismus der Zweisamkeit wirkt wie eine Droge

Insgesamt zeigten die Daten, dass Oxytocin das Belohnungssystem aktiviert, dadurch die Bindung zwischen den Liebenden aufrecht erhält und die Monogamie fördert. „Dieser biologische Mechanismus der Zweisamkeit ist einer Droge sehr ähnlich“, sagt Prof. Hurlemann. Sowohl in der Liebe als auch beim Konsum von Drogen strebten Menschen nach der Stimulation des Belohnungssystems im Gehirn. „Dies könnte auch erklären, warum Menschen nach einer Trennung von ihrem Partner in eine Depression oder tiefe Trauer verfallen: Das Belohnungssystem ist mangels Oxytocin-Ausschüttung unterstimuliert und quasi auf Entzug“, sagt Prof. Hurlemann. Allerdings wäre eine Therapie mit dem Bindungshormon möglicherweise kontraproduktiv: Oxytocin-Gaben könnten das Leiden eventuell noch verstärken, weil die Sehnsucht nach dem geliebten Partner dadurch nur noch größer würde.

Auf den ersten Blick hat Monogamie keinen großen Sinn. Aus klassischer Sicht der Evolutionsbiologie haben Männer einen Vorteil, wenn sie ihre Gene durch viele verschiedene Partnerinnen möglichst stark verbreiten. Doch spielt auch ein anderer Aspekt eine große Rolle: „Wenn Oxytocin die Paarbindung stärkt, wächst dadurch die Stabilität der Ernährer und damit die Überlebenschance des Nachwuchses“, erläutert Prof. Hurlemann. Und über die Kinder werden wiederum die eigenen Gene weiterverbreitet.

Publikation: Oxytocin enhances brain reward system responses in men viewing the face of their female partner, PNAS, DOI: 10.1073/pnas.1314190110

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. René Hurlemann
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn
Tel. 0228/28719124
E-Mail: r.hurlemann@gmail.com

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Der Ursprung des Hepatitis C Virus

Wer sich schon einmal mit dieser Krankheit beschäftigt hat wird wissen, dass wir hier wirklich eine Geisel Gottes vor uns haben. Wenn sich nun die Entwicklung eines Impstoffes oder der allererste Schritt dahin abzeichnet ist dies ein wichtiger Fortschritt für die Menschheit. Hut ab.

Unter Federführung des Bonner Uniklinikums entdecken Forscher Hepatitisviren in Nagetieren

Hepatitis C Viren sind für Infektionen von über 185 Millionen Menschen auf der Welt verantwortlich, die unbehandelt zum Tod führen können. Der Ursprung des Erregers lag bislang im Dunkeln. Ein internationales Forscherteam unter Federführung von Virologen des Bonner Universitätsklinikums hat in einer aufwendigen evolutionsbiologischen Studie nun die mögliche Herkunft der Erreger in Nagetieren und Fledermäusen ausgemacht. Mit diesem Befund ergeben sich neue Ansätze für die Entwicklung eines Tiermodells, das dringend zur Entwicklung eines Impfstoffs gebraucht wird. Die Ergebnisse werden in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals „PLOS Pathogens“ vorgestellt.

Infektionen mit Hepatitis C Viren können zu schweren Leberschädigungen führen. „Diese Infektionskrankheit gehört zu den großen Killern auf der Welt“, sagt Erstautor Dr. Jan Felix Drexler vom Institut für Virologie des Universitätsklinikums Bonn. Weltweit sind etwa 185 Millionen Menschen mit dem Hepatitis C Virus infiziert, in Deutschland sind es mehrere Hunderttausend. Der Erreger wird vor allem über das Blut übertragen. Bislang gibt es zwar Therapien, aber keine Möglichkeit, sich durch eine Impfung vor einer Infektion zu schützen. „Bisher ist die Impfstoffentwicklung vor allem daran gescheitert, dass kein einziges Labortier mit Hepatitis C zu infizieren war“, berichtet Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn.

Tests im noch nicht dagewesenen Umfang

Die Herkunft des Erregers lag im Dunkeln. Unter Federführung der Virologen des Bonner Universitätsklinikums forschte ein internationales Wissenschaftlerteam weltweit nach dem Ursprung des Hepatitis C Virus. In einem bislang nicht erreichten Umfang nahmen die Forscher Proben von insgesamt 4.770 Nagetieren und 2.939 Fledermäusen. „Sowohl Nager als auch Fledermäuse leben in Kolonien mit engem Kontakt der Tiere zueinander, wodurch Infektionen begünstigt werden“, sagt Dr. Drexler. Da auch Haustiere als eine Quelle für die Viren vermutet wurden, testeten die Wissenschaftler außerdem 210 Pferde sowie 858 Katzen und Hunde.

In den Nagetieren stießen die Forscher auf zahlreiche Varianten an Hepatitis C verwandten Viren. In den Fledermäusen fanden die Virologen Antikörper gegen den Erreger. „Dies ist ein klarer Hinweis darauf, dass sich diese Virusfamilie im Lauf der Evolution in Kleinsäugern entwickelt hat und dann möglicherwiese auf den Menschen oder andere Tiere übergesprungen ist“, fasst Dr. Drexler die Resultate zusammen. Bei Hunden und Katzen wurden keine Viren gefunden, wohl aber bei den untersuchten Pferden. „Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass diese Viren eine direkte Gefahr für den Menschen darstellen“, erläutert Dr. Drexler.

Neue Ansätze für Impfstudien gegen den Hepatitis C-Virus

Die Forscher sehen nun die Chance, mit ihren Ergebnissen die Grundlage für die Entwicklung eines Impfstoffs geschaffen zu haben. Die Befunde geben den entscheidenden Hinweis, wie man möglicherweise zu einem Tiermodell für die Infektion kommen und daran Impfstudien durchführen könnte. „Die Nagetiere, in denen wir das Virus gefunden haben, lassen sich gut im Labor halten“, sagt Prof. Drosten. Zudem verursachen die Viren in Nagetieren ebenfalls eine Infektion der Leber, ähnlich wie das Hepatitis C Virus beim Menschen. Insbesondere Rötelmäuse, in denen besonders viele Hepatitis C verwandte Viren gefunden wurden, sind schon in vielen Laboren vorhanden. Das liegt unter anderem daran, dass diese Tiere in Deutschland auch für andere Viren von Bedeutung sind, zum Beispiel Hantaviren.

Weiterführende Publikation in Englisch

SCHNITTPUNKT UG

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