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Battle 2014 /// Vorankündigung: Buch über Live Produktion

Gestern (4.2.2014) erreichte mich folgende Mail meines aktuellen Kontrahenten, Gunnar Sohn. HERZLICHE GRATULATION!

Heute kam die Benachrichtigung des Verlages.

Da werden wir in den nächsten Wochen und Monate einige Experteninterviews führen – das schon mal als “Vorwarnung”. Wir würden uns natürlich über Anregungen und offene Türen für Fragen sehr freuen.

In den nächsten Wochen gibt es noch konkretere Infos über Inhalte. Hier schon mal die Verlags-Ankündigung (es geht natürlich um mehr, virtuelle Pressekonferenzen, Netzwerk-Effekte in der Kundenkommunikation, mobiler Journalismus, gibt es einen Trend zur neuen Mündlichkeit und Visualisierung und, und, und):

Web TV wird gegenüber dem klassischen TV mehr und mehr autonom. Mit Streaming-Diensten wie Hangout on Air steht nun die technische Basis für „Jedermann-TV“ bereit. Es sind vor allem die Journalisten und die Profis aus der Kommunikationsbranche, die die Vorteile des Live TV für sich entdecken: Themen und Infos in Echtzeit übers Internet zu übertragen.

Was in der Streaming-Wundertüte alles steckt, zeigen Ihnen die Streaming-Experten Hannes Schleeh und Gunnar Sohn in diesem Ratgeber. Aus ihrer Praxis beschreiben sie, wie Sie als Medienprofi professionelle Live-Sendungen mit Google Hangout On Air erstellen können. Verschiedene Einsatzszenarien werden Ihnen Ideen vermitteln, wie Sie eigene Formate entwickeln und umsetzen. Die Techniken werden ausführlich erklärt, genauso wie Inhalte und Themen. Beispiele von Live-Sendungen, Schritt für Schritt-Anleitungen, Tipps und Checklisten helfen Ihnen bei der Umsetzung.

– Web TV: das neue starke Medium

– Google Hangout On Air: die Basis für Technik, Veröffentlichung und Verbreitung

– Ratgeber für die Erstellung professioneller Live-Sendungen

– Mit Beispielen, Schritt für Schritt-Anleitungen, Tipps und Checklisten

– Geschrieben von den Szene-Stars Hannes Schleeh und Gunnar Sohn (die müssen halt ein wenig übertreiben, gs)

Einige Recherchen und Experten-Interviews machen wir natürlich live via Hangout on Air.

Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse wird das Opus im Handel sein.

SCHNITTPUNKT UG

SCHNITTPUNKT UG

Battle 2014 – Die Zukunft der Medien

Liebe Medienschaffende,
kaum eine Branche ist so wie unsere durch ständige Verbesserungen und Veränderungen geprägt wie unsere. Um diese Veränderungen einschätzen zu können, fordere ich einmal im Jahr – zum Jahresanfang – einen anderen Profi zu einer Battle heraus. Dabei sollen die aktuelen wesentlichen Trends, die langsam wirkenden aber wesentlichen Veränderungen behandelt werden. In diesem Jahr ist es ein Blogger, Gunnar Sohn, jemand der eine ganz andere Sicht auf die Dinge hat als ich.

Gunnar Sohn

Gunnar Sohn

Gunnar Sohn, Jahrgang 1961; Berliner, der seit 1989 in Bonn lebt. Blogger: www.ichsagmal.com, Wirtschaftspublizist, Moderator von Bloggercamp.tv, Kolumnist und Nachrichtenkorrespondent.

Einer der uns Medienschaffende zeigt was andere über unseren Bereich denken. Gunnar startet mit einem Paukenschlag und sagt den Tod des Fernsehens voraus.

In diesem Sinne

Thomas Nowara

Medientrend 2013 und ein Ausblick auf 2014: Vom Tod des Dalli-Dalli-Fernsehens – Jeder ist sein eigener Programmdirektor

Webvideos haben sich in den vergangenen sieben Jahren zu einem Massenphänomen entwickelt, so Markus Hündgen aka Videopunk bei der Präsentation des neuen Buches “Einfach fernsehen” vom Grimme-Institut in Köln. Das sei kein Hype und das ist auch keine Internet-Blase, wie im Jahr 2000. Als Beleg für seine These verweist Hündgen auf die Popularität des Webvideopreises, der 2011 erstmalig vergeben wurde. Die Idee dabei: Webvideo kills the TV-Star.

„Eine Revolution von ganz unten. Zwei Jahre weiter – wir sind alle ein bisschen erwachsener geworden – spiegelt der Deutsche Webvideopreis den kulturellen Umbruch in der Gesellschaft wider. Gekürt werden die besten Werke und ihre Macher aus dem Vorjahr, eine Retrospektive fernab agentur-verseuchter Viral-Hits und medial-geschwängerter Schluckaufe. In den vier Monaten des Wettbewerbs 2013 nahmen fast eine Millionen Menschen teil. Sie reichten Lieblingsvideos ein, stimmten für ihre Favoriten – oder sich selbst (hat Konrad Adenauer ja auch gemacht, gs)”, schreibt Hündgen gemeinsam mit Dimitrios Argirakos für den Sammelband des Grimme-Instituts. Die Autoren verweisen auf das Credo des amerikanischen Kulturwissenschaftlers Tom Sherman, der noch vor dem Youtube-Siegeszug ein radikales Umdenken forderte: Nicht nur sei der Zuschauer der neue Programmchef, er habe auch die Aufgabe, einem neuen Mediengenre neue Deutungen zu geben. Video müsse eine eigene Sprache finden, um sich von der TV-Vergangenheit zu emanzipieren.

Davon lässt sich auch Borja Schwember – in Webvideo-Kreisen als Dr. Allwissend bekannt – treiben. Er grenzt sich ein wenig von Katrin Bauernfeind ab. Sie mache im Fernsehen nichts anderes als im Netz. Ihre Web-Show war nichts anderes als klassische Moderation. “Was viele Leute auf Youtube machen, ist ein bisschen mehr. Es ist die Interaktion und der Dialog mit dem Publikum. Was wir machen, ist mehr Social Media als Fernsehen.

Gunnar Sohn undTechnik im Einsatz.

Gunnar Sohn undTechnik im Einsatz.

Ob die neuen technologischen Möglichkeiten wie Livestreaming, Google Glass oder OneShot-Videojournalismus auch von professionellen Fernsehjournalisten für neue Medienexperimente genutzt werden können, sieht Markus Hündgen kritisch. Warum stehen Fernsehen und die handelnden Personen vor dem Aus? Hündgen stört die Haltung vieler Akteure, Produktionen, die man für das Fernsehen nicht vermarkten kann, im Netz unterzubringen. Mit dem Netz müsse man anders umgehen:

„Das ist Social Media, wie Borja das sagt. Das begreifen viele dieser TV-Stars nicht. Sie meinen, jetzt mit Hangouts anzufangen oder irgendetwas zu twittern oder zum Twittern noch ein Team einzusetzen und halten das für einen starken Auftritt im Netz.” Sie würden vielleicht ihre Fernseh-Reichweite ins Internet mitnehmen – mehr nicht. Am Ende des Tages passe das Mind-Set nicht zum Social Web. Das sei nicht kompatibel. „Das ist auch nicht kompatibel zu einer neuen Generation von Medienproduzenten im Alter von zehn bis achtzehn Jahren, wo das einfach nicht mehr zusammenpasst”, sagt Hündgen. Damit setzen sich die Etablierten nicht auseinander. Es sei mehr als ein Handwerk, um Bewegtbild zu produzieren. Es sei eine andere Herangehensweise, eine andere Denke und ein anderes Feeling, die in der Webvideo-Bewegung zum Ausdruck kommt. Das würde den meisten professionellen TV-Machern abgehen. Was Markus ausführt, gilt sicherlich für die selbstgefälligen Großkaliber des TV-Geschäftes, nicht jedoch für TV-Journalisten wie Kai Rüsberg, die sehr offen sind für Medienexperimente.

Rund um das Thema Live Streaming wird es regen Wissensaustausch und Tipps von Profis geben - egal ob Audio oder Video und egal über welche Plattform! Weitere Infos und den genauen Ablauf zum Streamcamp gibt es hier: http://streamcamp.de/ — mit Thomas Riedel, Ali Mokhtari, Ben Sufiani und Gunnar Sohn hier: STARTPLATZ.

Rund um das Thema Live Streaming wird es regen Wissensaustausch und Tipps von Profis geben – egal ob Audio oder Video und egal über welche Plattform! Weitere Infos und den genauen Ablauf zum Streamcamp gibt es hier: http://streamcamp.de/ — mit Thomas Riedel, Ali Mokhtari, Ben Sufiani und Gunnar Sohn hier: STARTPLATZ.

Livestreaming als Experimentierlabor

Spannend dürfte es sein, was die Webvideo-Szene an neuen Formaten und Ausdrucksformen fürs Livestreaming an den Start bringt. Denn hier steht man noch in den Kinderschuhen, wie beim Start von Youtube vor sieben Jahren. Nicht nur der Mitherausgeber des Grimme-Buches Lars Gräßer zählt das zu den interessantesten Entwicklungen, die aktuell ablaufen. Auch Dr. Allwissend sieht das Livestreaming als Grundlage für experimentelle Webvideos. Die Technik biete tolle Möglichkeiten und auch aus dem kulturellen Blickwinkel heraus könnte da was entstehen – aber was genau, wird man noch sehen müssen. Und genau hier sehe ich den wichtigsten Medientrend für 2014. Selbst für bewegte Bilder, die live übertragen werden, steht das Handwerkszeug für den digitalen Autodidakten bereit, der heute ohne Ü-Wagen, ohne Ausbildung zum Kameramann oder zur Kamerafrau und ohne schweres technisches Gerät Fernsehen machen kann. Zu jeder Zeit, an jedem Ort. Streaming-Dienste wie Hangout on Air sind die technische Basis für Jedermann-TV. Die massenmediale Bastion des klassischen Fernsehens ist vor der Eigendynamik der autonomen TV-Produzenten nicht mehr sicher. Was bewirkt die Graswurzel-Talkultur? Bislang wird ja das so genannte Social TV in der Kategorie des “Second Screen” gesehen – also als Begleitmedium für TV-Sendungen, wo etwa über Twitter „Wetten, dass” mit Markus Lanz hoch und runter kommentiert wird. In der Streaming-Wundertüte steckt mehr drin.

Für diesen Beitrag herzlichen Dank an Gunnar und ich werde darauf schnellstmöglich antworten.

Thomas Nowara beim SCHNITTPUNKT UG Open House 2013

Thomas Nowara beim SCHNITTPUNKT UG Open House 2013

Neue Geschäftsmodelle für die Filmbranche

Dieser Artikel wurde mir in Form einer e-mail über den Verteiler der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm zugesandt. Da ich ihn gelesen und für interessant befunden habe, teile ich ihn hier. Die Links sollte man sich anschauen.
Was ich an dem Text interessant finde ist:
Ich gehe ja bislang davon aus, dass sich die Inhalte expotential verhalten. Der Gedanke, dass sich die Technik ebenso verhält ist neu für mich aber sicherlich interessant.

Wo ich wiederspreche ist bei der Aussage:
“Automatische Übersetzungen tragen dazu bei, dass Sprachunterschiede keine Barrieren mehr darstellen.”
Das ist für die nächsten 10-20 Jahre nur ein Traum. Wir haben gerade mal wieder jemanden am übersetzen hier bei uns, …….

Verhindern ist kein Zukunftsmodell – sehr interessante Aussagen.

Am 01.07.2013 veranstaltete ich (Michael Augustin Rechtsanwalt) im Rahmen des Münchner Filmfestes ein Symposium zum Thema “Neue Geschäftsmodelle für die Filmbranche”, wozu ich Gerd Leonhard zu einer Keynote einlud, einen der nach dem Wall Street Journal weltweit führenden Futuristen im Medienbereich. Nun konnte ich endlich das Video seines Vortrages fertigstellen und auf Youtube hochladen, so dass Sie es unter dem folgenden Link sehen und natürlich gerne auch in Ihren jeweiligen Netzwerken weiterleiten und besprechen können:

Der Rest dieser Veranstaltung wurde ebenfalls aufgezeichnet und wird veröffentlicht, sobald die einzelnen Teile fertig geschnitten sind.

Im Folgenden fasse ich Ihnen aus diesem Video vorab die 5 wichtigsten Entwicklungen zur Zukunft der Filmbranche zusammen:

1. Die technologische Entwicklung vollzieht sich exponentiell
Smartphones und Tabletcomputer werden immer günstiger. Internetverbindungen werden immer leistungsstärker. Die technischen Entwicklungen vollziehen sich nicht linear, sondern exponentiell, d.h. die Neuerungen steigen in einer nach oben zeigenden steilen Kurve, nicht „nur“ in einer gerade verlaufenden Linie. In absehbarer Zeit hat fast jeder weltweit ein Smartphone oder einen Tabletcomputer und benutzt dieses nicht nur als „externes Gehirn“, sondern auch zum Konsum von Filmen, Musik, Apps, ebooks usw.

2. Digital ist der neue Standard, Konsumenten werden radikal ermächtigt
Filme, Musik usw. werden standardmäßig in digitaler Form konsumiert. Digitale Werke können ohne Qualitätsverluste kopiert und von den Konsumenten selbst – ggf. auch illegal – an andere weitergegeben werden. Technische Kopierschutzvorrichtungen und Abmahnungen von Rechtsanwälten können dies nicht verhindern.

3. Alles geht in die Cloud
Der traditionelle TV- und Internetkonsum nähern sich immer weiter aneinander an. Der Trend geht von zentral zu vernetzt zu dezentral, so dass die sozialen Netzwerke unsere neuen Sender werden. Die Vertriebskosten sinken, weil die Werke über das Internet verbreitet werden. Gleichzeitig steigt die Reichweite. Automatische Übersetzungen tragen dazu bei, dass Sprachunterschiede keine Barrieren mehr darstellen. Künftig werden alle weltweit auch in der Vergangenheit geschaffenen Werke im Internet verfügbar sein.

4. Verhindern ist kein Zukunftsmodell, es braucht Gründe für den Kauf
Weil die illegale Verbreitung der Werke über das Internet nicht verhindert werden kann, müssen den Konsumenten Gründe für die Bezahlung gegeben werden („PayWILL statt Paywall“). Solche Gründe können sein: Praktische Benutzeroberfläche, ansprechendes Design, Verfügbarkeit vieler Werke in hervorragender Qualität, Hintergrundinformationen, Relevanz, soziale Vernetzung, Personalisierung, schnelle Verbindung usw.

5. Der Wert liegt nicht mehr (nur) in der Kopie, sondern in der Relevanz, der Aufmerksamkeit und dem Kontext
Die Anzahl der jährlich produzierten Filme steigt weltweit stetig an. Auch die großen Marken haben bereits begonnen, eigene Branded Content/ Entertainment TV-Kanäle über das Internet zu verbreiten. Direct-to-Fan Marketing wird immer wichtiger, zumal die Filme um die Aufmerksamkeit der Konsumenten konkurrieren. Der noch bestehende eine große Massenmarkt wird durch eine Masse an Nischen ersetzt.

Ansonsten darf ich Sie auf den folgenden Link hinweisen, unter dem Sie meine nächsten Veranstaltungen einsehen können. Darunter zwei Vorträge im Bayerischen Filmzentrum im Geiselgasteig und ein Lehrauftrag an der Filmakademie in Ludwigsburg:

RA Michael Augustin

RA Michael Augustin

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer Projekte und stehe für Rückfragen sehr gerne zur Verfügung!

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Augustin
Rechtsanwalt

……………………………………..
MICHAEL AUGUSTIN | Rechtsanwalt
Dessauer Straße 6
80992 München | Germany
Tel | + 49 89 12 02 142 – 25
Tel | + 49 176 56 700 439
Fax | + 49 89 12 02 142 – 29
Mail | ra@michaelaugustin.de

Web | www.ra.michaelaugustin.de

Kreativität und Holografie – Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

Das Gespräch abschließend wäre noch die Frage zu klären, wie es denn weiter geht. Bietet die neue Technik mehr Kreativität und werden wir nicht künftig zu ganz neuen Bilderlebnissen konfrontiert werden?


Steigerung der Kreativität durch Zeiteffekte

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara
Neuerungen bringen auch einen höheren Kreativitätspool. D.h. es gibt z.B. mehr Möglichkeiten an der Uhr zu drehen und Zeiteffekte wie etwa SloMos einzusetzen.

Norbert Bolewski
Na ja, ob SlowMotion, schon seit Opas Zeiten bekannt, die Kreativität erhöht, wage ich zu bezweifeln.

Thomas Nowara
Die einfache Verfügbarkeit dieser Zeiteffekte – auch durch Kameras wie die Sony NEX-FS700 – wird zunächst zu einem starken Anstieg derselben führen. Ob das schön ist oder nicht. Auf Dauer werden diese Effekte normal werden und werden uns weiterhin begleiten. In vielen Fällen wird das gut sein und helfen komplexe oder langwierige Vorgänge zu verstehen.

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Zeitraffer- und Zeitlupeneffekte lassen sich mit den heutigen Kameras einfacher realisieren. Deswegen werden sie wahrscheinlich auch häufiger eingesetzt, vor allem in der Werbung. Aber wie Du schon schriebst, alle solche Effekte nutzen sich doch schnell ab, wenn kein konkreter Sinn dahinter steht.


Holografie – Medium der Zukunft?

Thomas Nowara
Und dann – und diese Idee ist alt und neu zugleich. Dann kommt eben die Holografie und wird die Fotografie / das Filmen wo immer es geht ersetzen.

Norbert Bolewski
Vielleicht, aber das erleben wir beide nicht mehr und ich bin wenn man sich mit Holographie beschäftigt, bin ich mir gar nicht sicher, ob diese Technik je die konventionelle Technik ablösen kann. Ich wüsste schon allein gedanklich nicht, wie die holographische Aufnahme eines Fluges über die Alpen beispielsweise zu realisieren wäre.

Thomas Nowara
Bei allem was mir dazu einfällt bin ich mir nicht sicher ob es dafür schon ein Patent gibt. Auf jeden Fall kann ich mir einen holografischen Flug über die Alpen denken.


Norbert Bolewski

Mir ist nur bekannt, dass bei der Holografie ein Interferenzmuster erzeugt werden muss und die Szene oder der aufzunehmende Gegenstand deshalb mit kohärentem Licht beleuchtet wird, das eigentlich nur von einem Laser kommen kann. Deshalb habe ich das Beispiel mit dem Flug über die Alpen gewählt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man mit einem Laser über die Alpen fliegt, den Interferenzlichtstrahl aufzeichnet und das dann holographisch wiedergeben will. Bisher hab ich nur Hologramme als Einzelbilder von irgendwelchen kleinen Gegenständen gesehen oder per Computer generierte virtuelle Hologramme. Aber vielleicht gibt ja auch andere Methoden. Wer weiß, es gibt ja Menschen, die an Zeitmaschinen glauben. Ich nicht, auch wenn es reizvoll wäre.

Auswirkungen auf die Medienindustrie und was heißt das für die Medienschaffenden? Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

In der heutigen Folge betrachten wir die Auswirkung der “technischen Endzeit” auf die Medienindustrie und deren Kunden.

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara
Diese Artikelserie ist entstanden aus der Überlegung, dass die Auflösung moderner Displays die des Auges übertrifft. Das sehen wir insbesondere an 8K Ultra HD. Dabei haben sich verschiedene Möglichkeiten der Weiterentwicklung gezeigt. So etwa das Ultra HD in zwei Ausführungen. Gerade haben wir, d.h. in diesem Fall Produzenten, Broadcaster und Consumer HD eingeführt und schon bringt die Industrie neue bessere Formate. Da sich die technische Bandbreite aus der örtlichen Auflösung und der Bildfrequenz zusammensetzt, kann der technische Spielraum auch für eine Erhöhung der Bildfrequenz genutzt werden. Deshalb ist insbesondere nach Ultra HD damit zu rechnen.
Wie sich nun diese Änderungen auf die Medienindustrie auswirkt ist nicht klar zusagen. Es gibt wiederstreitende Tendenzen. So das Zurückziehen von Firmen aus dem Medienbereich, da die Märkte kleiner werden (sagt man). Dazu folgende Meldung: Nicht nur die Fernsehsparten von Sony und Sharp arbeiten defizitär. Auch Deutschlands bekanntester TV-Gerätehersteller Loewe ist in die roten Zahlen gerutscht – und das noch deutlicher als erwartet. (Quelle: n-tv.de vom 28.01.2013) Aber auch die Möglichkeit durch einen schnellen Umstieg auf Ultra HD einen neuen Fernsehmarkt bedienen zu können. Oder wird am Ende alles in China produziert?

Norbert Bolewski
Der Medienbereich vergrößert sich meines Erachtens doch und wird nicht kleiner sondern größer. Der reine Broadcastmarkt wird vielleicht kleiner weil innovative Entwicklungen nicht mehr so stark kommen werden, aber der Medienmarkt als Absatz auch für Geräte? Wird der wirklich kleiner? Das würde ich doch gerne mal hinterfragen.

Thomas Nowara
Das betraf die Firma Sanyo. Diese hat ihren Vertrieb in Europa eingestellt. Immerhin kamen die besten Outdoor Monitore von Sanyo. Aber auch andere Firmen wie etwa JVC und damit auch JVC Prof. sind aufgekauft und mit Kennwood zu JVCKennwood verschmolzen. Wird es Sony und Panasonic bald ähnlich gehen?

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Firmenübernahmen, selbst Firmeninsolvenzen im Medienbereich können zu einer Konzentration und letztlich erhöhtem Absatz führen. Das eine schließt das andere nicht aus. Aber sicherlich wird es tendenziell logischerweise zu einem gewissen Grad an Marktsättigung führen, wenn nicht sehr innovative Impulse kommen, die den Verbraucher wieder animieren, etwas haben zu wollen. Ich sehe im Moment erst eine Abflachung des Konsumverhaltens auf hohen Niveau (zum Beispiel bei Smartphones, noch nicht bei Tablets). Prognosen, inwieweit der Verbraucher 4K-TVs annimmt, wie sich die Bedienungsfreundlichkeit (Apps?) verbessern lässt, wie die Akzeptanz von Social Media sich weiterentwickelt hin zum Second Screen usw. Das sind noch spannende Entwicklungen, die zur Zeit kein Mensch hinreichend seriös beantworten kann, sondern sind meist Spekulationen mit verkaufstechnischem Hintergrund.

Thomas Nowara
Ich denke vieles hängt davon ab wie schnell der Markt bereit ist von HD aus weiter zu gehen. Die Situation vor HD war ja dadurch geprägt, das jahrzehntelang die Auflösung nicht erhöht wurde. Nun wird alles viel schneller gehen. Wenn also HD, kaum einge- gleich weitergeführt wird dann sollten die Zeiten doch eher rosig werden. Wenn nicht, dann nicht.

Was heißt das für die Medienschaffenden?

Thomas Nowara

Sie müssen sich in ihren Produktionen immer weiter absetzen und höherwertig produzieren (2K, 4K, 8K). HD wird bereits auf dem Smartphone produziert. Das geht sehr preiswert. Auch die DSLR-Filmer arbeiten recht preiswert. Um sein Einkommen zu finden müssen sich Filmemacher absetzen.

Norbert Bolewski
Ich glaube, dass für das Fernsehen 2K noch sehr viele Jahre ausreicht, vielleicht mit einem DVB-S2-Standard (allerdings neuer Decoder oder Nachrüstung nötig) und dem neuen Kompressionsstandard HEVC bzw. H.265 (High Efficiency Video Coding = HEVC = H.265, doppelt so effektiv wie H.264) mit dem 1080p50 bei gleicher Bandbreite übertragen werden kann. 4K-Produktionen für TV, dafür gibt es zur Zeit noch sehr wenige Geräte und es scheint mir für die Produktion wirtschaftlich noch zu früh. Darüber hinaus ist alles hochspekulativ und deshalb sollte man doch in Ruhe die weiteren Entwicklungen abwarten.
Beim Digital Cinema wird das Gros der Filme für 2K mit 24 B/s bleiben, besondere Produktionen mit computergenerierten bzw. unterstützten Bildern werden mit 48 B/s aufgenommen und wiedergegeben werden, mit 2K. 4K mit 48 B/s werden für besondere (Hollywood-)Produktionen in Premierenkinos kommen, wenn die Digital-Cinema-Anlagen so hochgerüstet sind, dass sie die hohe Datenrate verarbeiten und die DCI-Spezifikation entsprechend ergänzt wird.

Ultra HD – Blick in die Zukunft der Film- und Videoproduktion

Thomas Nowara mit Neckpod

Thomas Nowara mit Neckpod

Angestoßen durch meinen Artikel „Gedanken zum Jahresende“ hat sich eine Diskussion zwischen Norbert Bolewski (ehemaliger Chefredakteur der FKT) und Thomas Nowara entwickelt. Dabei stand im Zentrum meiner Überlegungen, dass die Menschheit erstmals Wiedergabemöglichkeiten besitzt, die das Vermögen des Auges übersteigen. Das wird auch deutlich in den neuen höheren Auflösungen. Nach HD kommt Ultra HD. Das ist nicht zu verwechseln mit 4K. Aber da wird bestimmt einiges in den nächsten Jahren verwechselt. Den es gibt Ultra HD als 4K Ultra HD und als 8K Ultra HD.
Das kleine Format entspricht 4 x einem 1080 Signal und das größere 16 mal 1080. Das größere Signal habe ich vor Jahren schon auf der NAB gesehen und WAUW das Bild ist hyperreal. Im kleineren Format hat Sky Deutschland schon eine Testsendung gefahren. Dabei soll der Videoschnitt interessant gewesen sein, weil man in diesem Format wohl noch kein ausgewachsenes Schnittsystem besitzt.

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Realistisch für die kommenden Jahre ist die UHD1 mit 3840×2160 Bildpunkten (das wird auch als 4K Ultra HD bezeichnet, 4K beim Digital Cinema sind 4096 x 2160 Bildpunkte). Aber auch da stellt sich die Frage, wie bringe ich die Auflösung zum Fernsehzuschauer und wo gibt es 4K Content. Die inzwischen erfolgte Standardisierung der beiden Systeme UHD1 und UHD2 war erst einmal ein guter Schritt. Aber in Zeiten knapper Kassen glaub ich nicht so schnell daran.

Thomas Nowara
Neben den üblichen Versuchen, wie bei der letzten Olympiade 2012 in London, incl. der Übertragung von Live Streams gibt es im Moment die Präsentation auf IBC und NAB. So soll Ultra HD auf der NAB 2013 präsentiert werden. Zudem wurde diese Verfahren aber auch schon von dem Privatsender Sky Deutschland getestet. Ich denke, dass da der Druck von den Privaten kommen könnte. Denn diese müssen ja beweisen, warum man sie in diesem Medienumfeld überhaupt braucht. Ich fand es toll als ich von den Versuchen von Sky Deutschland hörte.

Sky Ultra HD Testproduktion

Sky Ultra HD Testproduktion

Norbert Bolewski
Möglich, aber ich sehe das nicht so schnell. Noch sind die 4K-Fernseher nicht auf dem Markt, sie sollen noch um die 12.000 Dollar und mehr kosten. Es gibt defacto keinen Content außer den 4K-Filmen. Die TV-Studios werden nicht so schnell auf 4K umrüsten. Wie kommen die 4K Bandbreite zum Zuschauer? Es gibt eine große Anzahl an Fragen und vor allem Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen. Der optimale Abstand für die TV-Betrachtung bei 2K ist 3xH (H = Bildhöhe), bei 4K 1,5xH. Welcher Mensch will sich (optimal) sein Display im Wohnzimmer aus zum Beispiel 75 cm ansehen, 1,5 m reichen bei 2K (HDTV) und einer Bildhöhe von 50 cm und selbst diesen Abstand dürften die meisten Zuschauer als zu kurz empfinden (obwohl er korrekt wäre). Und, und, und. Ich könnte jetzt die Liste mit Unsicherheiten und vielen Fragen noch ziemlich lang werden lassen. Wie schnell sich das entwickeln wird ist reine Kaffeesatzleserei. Es ist gut, dass es den bzw. die Standards gibt, weil sie Sicherheit für eine wie auch immer geartete Roadmap für künftige technischen Weiterentwicklung bedeuten. Und den Rest sollten wir erst einmal abwarten und nicht wie bei 3D schon wieder in einen neuen Hype verfallen. Obwohl ich vermute, dass wir das zur IFA trotzdem erleben werden.

Thomas Nowara

Der Hype ist jetzt schon da. Die Pressemeldungen zur ISE 2013 verkünden von Gefen Ultra HD Produkte. Und zwar Splitter, Switcher und Matrix-Systeme für 4K Ultra HD. Andere Hersteller werden mitziehen.

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski

Norbert Bolewski
Selbstverständlich gibt es entsprechende Produkte, und das Angebot wird zunehmen. Einige Mischer für Studio TV sind auch bereits 4K-tauglich. Es soll ja auch Sky mit ersten Versuchssendungen über Satelliten starten. Das alles sagt aber gar nichts über eine allgemeine Einführung aus. Ich vermute, dass das frühestens (!) in fünf Jahren so weit sein könnte. Und auch das scheint mir noch sehr optimistisch. Natürlich kann man 4K auch soweit komprimieren, dass man mit der heutigen Übertragungsbandbreite hinkommt. Aber das wäre doch Unsinn. Vielleicht gibt es auch bald einige wenige Sender mit HEVC-Codierung (DVB-S2), wenn in den 4K-Geräten entsprechende Decoder eingebaut sind. Wir haben ja heute noch oft (meistens?) nicht HD, wenn auch auf der Senderkennung HD zu lesen ist. Wir sollten uns erst einmal darauf konzentrieren wirklich überall HD anbieten zu können. Wer will, wird sich sicher schon im nächsten Jahr einen 4K-Fernseher anschaffen können, um dann vor allem SD- und HD-Sendungen auf 4K hochgerechnet zu sehen. Mit BluRay gehts nicht. Der Fernseher wird dann vielleicht wieder zum Prestigeobjekt. Diese Zeit gab es schon mal in den 1960er Jahren.

Der Beitrag erscheint auch hier: multimedia-view.de

PS: Die Sky Testproduktion erfolgte mit der Kamera Sony F65 35mm-Kamera, die Produktion erfolgte zusammen mit der Produktionsfirma Kropac Media.